Stadtmeisterschaft: Futsal-Regeln sorgen für Verwirrung

Speziell der Nachwuchs hat sich schnell mit den Futsal-Regeln und dem neuen Ball angefreundet. - Fotos: Hillebrand

WERNE - Vier Tage lang beherrschten die zum vierten Mal in offener Form ausgetragenen Werner Meisterschaften im Hallenfußball das Sportgeschehen in Werne. Vor allem die neuen Futsal-Regeln sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Die sportliche Bilanz fällt wie folgt aus:

87 Mannschaften in 17 Turnieren an – und erfolreichster Verein war der SV Herbern mit fünf von 16 möglichen Titeln (bei den Minis gab es keine Wertung) knapp vor dem WSC (4). Zwei Titel gingen an SuS Rünthe und die Hammer SpVg und je einer an Eintracht Werne, BSG Bergkamen und Ascheberg.

Thomas Overmann, Fußballchef des Ausrichters Werner SC, findet die neuen Futsalregeln gelungen: „Das Grätschen ist weniger geworden. Deswegen waren es faire Spiele. Und das Stoppen der Zeit in der letzten Minute hat für viel Spannung gesorgt, gerade bei den Junioren.“

Auch die Seniorentrainerhaben dazuihre Meinung. „Es gab teilweise zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen“, hatte Stockums Trainer Ralf Gondolf erkannt.

Aber er merkte auch an, dass da die Unsicherheit bei den Schiedsrichtern noch groß sei. „Der Elfmeter, der gegen uns gegen den WSC gepfiffen wurde, so einer wurde uns später verweigert. Da gibt es Nachholsbedarf.“

Und bei der gravierensten Einschnitt, dem absoluten Grätschverbot, hatte Gondolf keine Besserung erkannt. „Das ist nicht weniger geworden.“ Denn der spätere Stadtmeister Eintracht Werne erzielte durch so eine Grätsche von Marko Martinovic gar das 2:0 gegen SV Stockum im Halbfinale, als der Treffer zählte. Auch Muris Mujkanovic, Trainer des Stadtmeisters Eintracht Werne, erkannte: „Es ist schwer für die Schiedsrichter. Was ist eine Grätsche, was ist noch in Ordnung?“

Mujkanovic hatte im Vorfeld sogar eine „Katastrophe“ mit den neuen Futsal-Regeln befürchtet. Die blieb zwar aus, aber die Verunsicherung war groß. So sorgte etwa die Vier-Sekunden-Regel, das ist bei Futsal der Zeitraum, bis der Ball von der Seitenlinie oden nach einem gehaltenen Torwartball wieder ins Spiel muss, dafür, dass Eintracht-Keeper Manuel Linke den Ball im Finale nur kurz antippte und dadurch einen Lüdinghausener anspielte. So leitete er fast ein Gegentor für die Union.

Und als im Finale kurz vor Schluss Lüdinghausens Robert Mainka zunächst durch einen Eintracht-Verteidiger gehalten wurde, schüttelte der Angreifer seinen Gegenspieler ab und traf zum vermeintlichen 3:3. Da aber Schiedsrichter Thomas Flissikowski auf Foul entschied, zählte der Treffer nicht. Der Unparteiische zeigte sich zerknirscht und selbstkritisch: „Ich könnte im Boden versinken. Ich hätte zwei Sekunden länger warten sollen statt den Vorteil abzupfeifen.“

Aber: Gibt es im Futsal überhaupt einen Vorteil, wo doch sofort jedes Foulspiel unterbunden werden soll?

Alle diese Fragen werden bei den nächsten Hallenturnieren um den Davertpokal Anfang Januar oder bei den Kreishallenmeisterschaften auftauchen. - fraz

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