Stadtmeisterschaft: Mal mehr, mal weniger Futsal

Diskussionsbedarf auf dem Hallenparkett, hier mit Schiedsrichter Julian Siepmann und TIU-Spieler Fatih Cepaye, gab es nur selten.

BERGKAMEN - Keine Grätschen, Einkicken statt Einwerfen, die Vier-Sekundenregeln und ein anderer Ball: Futsal bestimmte unter dem Hallendach das Geschehen– auch bei der Stadtmeisterschaft in Bergkamen. Oder nicht?

Der Plan war, dass der Hallenfußball durch die Futsal-Regeln wieder ein echter „Budenzauber“ wird. Technik statt sinnloses Rumgebolze. Doch der Wunsch blieb am Sonntag beim Titelgewinn des FC TuRa Bergkamen unerfüllt, selten sei das Niveau so schwach gewesen, hörte man überall. Nur wenige technisch versierte Spieler ließen ihr Können am Ball aufblitzen, zu oft landete die Kugel aber in der oberen Etage.

Turnierleiter Remzi Nane (TIU Rünthe) wies kurz vor Beginn der Titelkämpfe noch einmal auf die neuen Regeln. Doch das vielleicht wichtigste fehlte: der für Futsal sprungreduzierte Ball. Davon war auch Schiedsrichter Julian Siepmann enttäuscht: „Es wird weiter gekämpft und wild drauf geballert“, so der Mann an der Pfeife.

Frank Lewandowski, wahrlich kein Freund des Hallenfußballs, kritisierte die laxe Regelauslegung. Der Trainer des VfK Weddinghofen meinte: „In Heeren wurde richtig Futsal gespielt. Das war richtig gut. Hier ging es nur halbwegs. Wenn, dann sollte man es auch richtig durchziehen.“ Diese Kritik richtete sich auch an die Unparteiischen. Wer grätscht, wird bestraft, so eine der Futsal-Regeln. Doch oft drückten die Schiris ein Auge zu, was auch an die immer wieder in alte Muster zurückfallenden Kicker lag. „Das war nix halbes und nix ganzes“, monierte auch SuS Oberadens Neu-Coach Michael Pannicke den fehlenden Futsal-Ball. „Vielleicht klappt es dann im nächsten Jahr richtig“, so seine Hoffnung.

Die effektive Spielzeit in der letzten Minute ist ein großes Gewinn. Da waren sich alle Beteiligten einig. Nicht einmal wurde während der fünfeinhalb Stunden dauernden Stadtmeisterschaft „Zeitspiel“ reklamiert. Das Zusammenspiel zwischen Schiedsrichtern und Turnierleitung klappte vorzüglich. Und auch die Vier-Sekunden-Regeln beim Einkick sorgte für Tempo. Wenn noch der Futsal-Ball da ist und die Grätschen weg bleiben, wird es auch in Bergkamen wieder echten „Budenzauber“ geben. - awa

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