Alois Kreienbaum feiert 90. Geburtstag

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Alois Kreienbaum feierte gestern in Stockum seinen 90. Geburtstag. Dazu gratulierten unter anderem Josef Holtrup (rechts), der Vorsitzende der Fußballer des SV Stockum und der sportliche Leiter Rolf Bock (links).

Stockum - „Zwei Pfosten und eine darübergezogene Kordel – so sah früher ein Tor bei uns aus“, erinnert sich Alois Kreienbaum, 1947 Gründungsmitglied des DJK Grün-Weiß Stockum, aus dem der SV 47/63 hervorging. Heute feiert das Urgestein des Stockumer Fußballs seinen 90. Geburtstag.

Zu den zahlreichen Gratulanten gehörten neben der Familie auch Verwandte, Freunde, Nachbarn sowie Josef Holtrup, der Vorsitzende der Fußballer des SV Stockum, und der sportliche Leiter Rolf Bock. Als Alois Kreienbaum die beiden SVSler begrüßt, dauert es nur wenige Sekunden, bis sich der Senior nach dem Ergebnis des Pokalspiels der SG Bockum-Hövel vom Vorabend erkundigt. Keine Frage, der Stockumer ist auch im hohen Alter noch sehr an „seinen“ Club interessiert. Denn durch den Erfolg der SG ist das Team aus Hamm im Pokal der nächste Gegner des SV Stockum.

Dauerhaftes Interesse am Lokalsport

„Die Ergebnisse und Tabellen aus dem Lokalsport sind morgens immer das Erste, was wir ihm vorlesen“, erklärt Aloisia Kreienbaum, die mit 54 Jahren jüngste Tochter. Selber lesen kann Kreienbaum wegen seiner schwachen Sehkraft kaum noch, auch die Spiele seines Lieblingsvereins verfolgt er daher schon seit 2008 nicht mehr im Stadion.

An die Tage der Gründung der DJK im September 1947 zusammen mit einigen Bekannten vom katholischen Sportverband kann sich Kreienbaum noch gut erinnern. Auch an die Entwicklung des Clubs, von der Nutzung provisorischer Tore, den ersten Spielen auf fremden Plätzen bis hin zur arbeitsintensiven Fertigstellung des ersten Sportplatzes nach drei Jahren, kann er viel berichten. „Schon 1950 hatte der Verein zwei Jugendmannschaften und Seniorenteams, dazu gab es eine Alte Herren-Mannschaft“, erinnert er an die Anfangsphase des Vereins.

Auch an seiner Frau Elisabeth, mit der er seit 1953 verheiratet ist, ging die Begeisterung für den Fußballsport nicht spurlos vorbei. „Ich habe damals an einem Platz an der Wienbredeschule gespielt. Da ich keine Ahnung von der Abseitsregel hatte, haben mich die Jungs immer ins Tor gestellt, das damals aus zwei Birnenbäumen bestand“, blickt sie zurück.

Als aktiver Spieler durchlief Alois Kreienbaum gleich mehrere Stationen. Er startete im Mittelfeld, wechselte dann zunächst auf die linke und später auf die rechte Außenbahn. „Mit zunehmendem Alter bin ich immer etwas weiter nach hinten gerückt“, erklärt er mit einem Lächeln. Seine letzte Position auf dem Feld übte Kreienbaum, der natürlich auch Spielführer der Mannschaft war, als Libero aus. Im Verein war er zudem als Geschäftsführer und Fußballobmann im Einsatz.

Sein persönlich schönstes Erlebnis hatte Kreienbaum, als er schon nicht mehr selbst auf dem Platz stand. „Das war der Aufstieg in die Bezirksklasse 1974“, sagt das Ehrenmitglied des SVS und vergisst nicht zu erwähnen, dass es in der damaligen Erfolgssaison auch ein ganz besonderes Spiel gab. „Da hat das Team zum Ende der Saison die Spielvereinigung Werne mit 4:0 geschlagen – und während wir aufgestiegen sind, ist die Spielvereinigung in die Kreisklasse abgestiegen.“

Auch die besondere Atmosphäre – beispielsweise bei Pokalspielen gegen den Lokalrivalen hat der 90-Jährige noch immer präsent. „Wir haben damals vor 2 000 Zuschauern gespielt, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“.

Bis 1974 war Kreienbaum Vorsitzender des Stockumer Vereins. Dann trat er wegen anhaltender Herzprobleme kürzer. Dennoch – ob zu seiner aktiven Zeit oder danach – immer wenn es im im Verein kriselte, war Kreienbaum zur Stelle. „Wenn es irgendwo Probleme gab, war er stets ansprechbar und hat dem Club umgehend geholfen. Und das auch noch in den Zeiten, als er gar keinen Vorstandsposten mehr inne hatte“, erinnert sich Josef Holtrup.

Der Vater von fünf Kindern und stolzer Opa von acht Enkelkindern hat neben dem Sport noch ein weiteres Hobby: Kreienbaum kocht regelmäßig. „Wenn ich damals um 22 Uhr vom Schichtdienst gekommen bin, hatte ich meistens keinen Appetit auf ein Butterbrot. Dann bin ich in den Keller gegangen, habe Kartoffeln geholt und erst einmal Bratkartoffeln zubereitet“, schildert Kreienbaum. Ob Bratkartoffeln, Rouladen oder gar einen Braten – bis heute kocht der 90-Jährige noch immer mit viel Leidenschaft. Wie immer, wenn Kreienbaum etwas anfängt und dann mit Begeisterung dabei bleibt.

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