Größte Werner Sportler-Hochzeit des Jahres steht auf der Kippe

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Markus Schnatmann und Annika Böhle möchten Ende April heiraten.

Werne – In blau gekleidete Volleyballerinnen des TV Werne bilden einen Spalier, Fußballer in schwarz-grünen Trikots haben sich einen kleinen Sport-Parcours für das Braut-Paar ausgedacht. Padelspieler und -spielerinnen halten ihre Schläger hoch und lassen Luftballons steigen. So könnte es am 30. April vor dem Werner Stadtmuseum aussehen.

Denn dort wollen sich Annika Böhle und Markus Schnatmann das Ja-Wort geben. Es ist wohl die größte Sportler-Hochzeit, die in diesem Jahr in der Lippestadt geplant ist – ob sie stattfinden kann, steht dabei mehr als in den Sternen. „Wir sind noch optimistisch“, sagt Annika Böhle, Vorsitzende der Volleyballabteilung des TV Werne und in dieser Saison noch Kapitänin des Oberliga-Teams.

Über Hundert Sportler als Gäste erwartet

 „Aber eher vage...“, ergänzt ihr Verlobter Markus Schnatmann, Trainer der Fußballer von GS Cappenberg II in der Kreisliga B2 (Unna/Hamm) und Mitgründer der Werner Padeltennis-Liga. Er kann derzeit genau wie seine Verlobte natürlich den ebenfalls so geliebten Mannschaftssport nicht mehr nachgehen.

 So war geplant, dass sich die beiden am 30. April im Stadtmuseum das Ja-Wort geben und einen Tag später in der St. Christophorus-Kirche den kirchlichen Segen holen. Für den standesamtliche Trauung war zudem ein Sektempfang für die Familie und die vielen Freunde aus den Sportvereinen im Garten des Stadtmuseums geplant. Hier rechnete das Paar etwa mit 120 Gästen. „Es wären mit Sicherheit viele gekommen“, sagt Schnatmann. 

Auf etwa diese Zahl würden sie auch einen Tag später kommen mit engen Freunden und den Familien – anschließend wollten sie auf der Mai-Kirmes die Hochzeits-Fotos machen lassen und in Ascheberg mit etwa 120 Leuten gemeinsam ihre Hochzeit feiern. Abgesagt haben sie noch nichts und sich eine Frist bis zum 19. April gesetzt – dem Ende der Osterferien. Dann wollen sie sich daran orientieren, wie es auch an den Schulen weiter geht. 

Zwar haben sie noch am 13. März – also kurz vor Beginn der massiveren Ausgangs-Beschränkungen – beim Caterer das Hochzeits-Menü ausgesucht. Die Vorgespräche mit dem Pfarrer zur Gestaltung des Gottesdienstes, mit der Standesbeamtin und mit der Blumenbinderei wurden aber erst einmal verschoben. Am vergangenen Wochenende sollte der Junggesellen-Abschied von Markus Schnatmann stattfinden. „Stattdessen haben wir unsere Auffahrt weiter gepflastert – auch ein besonderer Junggesellen-Abschied“, sagt der 35-Jährige. 

Fest steht für beide: Entweder sie feiern mit allen aus dem Freundeskreis und der Familie – oder die kirchliche Hochzeit und die Feier wird verschoben. Zur Familie gehören auch die Großeltern, die eine Corona-Risikogruppe sind – und die sollen mitfeiern können. Und das natürlich, ohne sich Sorgen um ihre Gesundheit zu machen. 

"Zum Glück keine Flitterwochen geplant"

„Da fehlt sonst was. Und das wollen wir auf keinen Fall“, sagt die 31-Jährige. Standesamtlich wollen beide nach Möglichkeit schon heiraten – aber dann nicht zu zweit im Trauzimmer und ohne Trauzeugen, die erst später in den Raum hinein dürften, wenn das Brautpaar dieses verlassen hat. „Wir wollen ja nicht, dass uns die Glückwünsche nur zugewunken werden können und es keine Umarmungen geben kann“, erklärt die Industrie-Kauffrau. 

Bei all dieser Ungewissheit bleibt dem Paar eine Sorge erspart. „Das einzige Gute ist, dass wir keine großen Flitterwochen geplant haben. Wir müssen nicht um einen Urlaub auf den Malediven bangen“, sagt Annika Böhle, die mit der aktuell unterbrochenen Saison auch ihre aktive Volleyball-Laufbahn beendet hat. 

Geplant war stattdessen ein Wochenende mit der engsten Familie in einem Ferienhaus in Willigen – auch hier wäre eine Absage zwar schade, aber überschaubar und das Ganze nachholbar. Die beiden sind sich einig im Umgang mit ihrer Hochzeit. Ihre „erste harte Bewährungsprobe“ hatten sie schließlich gleich zu Beginn ihres gemeinsamen Weges. 

„Die erste harte Bewährungsprobe“: Frisch verliebt machten sich Bayern-Fan Markus Schnatmann und BVB-Supporterin Annika Böhle 2013 gemeinsam zum deutschen Champions League-Finale nach London ins Wembley-Stadion auf.

Am 1. März 2013 zusammen gekommen, ging es frisch verliebt für den Bayern-Fan Markus Schnatmann und die BVB-Supporterin Annika Böhle im Mai des gleichen Jahres gemeinsam und doch irgendwie getrennt zum deutschen Champions League-Finale zwischen Bayern München und Dortmund nach London ins Wembley-Stadion, um ihre jeweiligen Lieblings-Teams zu unterstützen. Ihre Beziehung hat auch nach dem damaligen Sieg der Bayern gehalten...

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