Laufkolumne von Anne-Katrin Mertens

Was gibt’s für harte Kerle in Südkirchen...

Am Samstag war Langlauf-Tag angesagt. Und mit dabei mal ein Läufer aus Südkirchen. André hatte um ein Laufdate gebeten. Laufkollegin Nicole war auch dabei, sie hatte Freitagnachmittag nämlich faul in der Sonne gelegen, statt den Lauf zu machen, den sie vor hatte. Treffpunkt war unser „ Supermarkt“ in Capelle. Wer schmunzelt? Ja, klar haben wir einen Supermarkt.

Auch Elli aus Werne hat sich da schon mal das eine oder andere Kaltgetränk beim Laufen besorgt. Das Lebensnotwendigste haben wir da durchaus. Und weil der „Supermarkt“ bis über die Dorfgrenze nach Südkirchen bekannt ist, liefen wir von dort los. André konnte da sogar umsonst parken, so lange er wollte. Sowas gibt´s nur auf dem Dorf. 

Also los, die B54 Richtung Werne. Ich laufe ja gerne immer Richtung Heimat. „22 Kilometer“, hatte ich Nicole geantwortet, weil die gefragt hatte, wie weit wir laufen. Ziel war zuerst mal die Getränkestation Boshammer, also bei meinen Eltern. Während wir durch meine schöne Heimatstadt liefen, trafen wir die fleißigen Biegel-Brüder, die dafür sorgten, dass Werne noch schöner wird. 

Ein lautes „Hallo Anneeeee“ wurde anne Horne über die Straße gegrölt. Ach, ich mag die Werner. Hatte dann direkt fast ein schlechtes Gewissen dafür, zu laufen ohne Müll aufzuheben. das nächste Mal denke ich dran. Durstig bimmelten wir nach 13 Kilometern bei meinen Eltern. Und ? Natürlich keiner da. Na gut, hatte mich auch nicht angemeldet und Rentner sind halt immer unterwegs. Zum Glück hatte Nicole einen widerlich süßen Benjamin-Blümchen-Saft mit. Elefantenstark. Na, wenn es nix anderes gibt. 

Die Nachbarn wollt ich ja nun auch nicht rausklingeln. Dann ging es wieder zurück Richtung Capelle . Die von mir geplante Laufstrecke war nicht die Neueste für André. Er war etwas enttäuscht. Hatte ich doch vorher versprochen, eine grandiose Runde heraus zu suchen und er war voller Hoffnung, mal neue Strecken kennen zu lernen. Aber weiß ich denn, dass seine Frau aus Werne kommt und er daher auch da alles kannte? Pech, da musste er nun durch. 

Nach 23 Kilometern kamen wir bei Simonsmeier vorbei. Ein knurrendes Räuspern aus Nicole´s Richtung war leise zu hören: „Äh, wir wollten doch nur 22 laufen.“ Mein Gott, immer diese kleinkarierten Kilometerzähler. Ja, machen wir doch auch und dann jetzt halt noch mit einem kleinen feinen Bogen nach Hause. Manchmal ist es besser, seine Pläne nicht ganz so genau zu offenbaren. Nach einem Schluck von der süßen Plörre aus ihrer Flasche war Nicole bereit, weiter zu laufen. Stehen bleiben hätte ja auch nix genutzt.

 André hatte dazu eh nichts zu sagen. Ich hab ihm gesagt, er müsse nicht einen auf cool machen, nur weil er zum ersten Mal bei uns dabei ist. Er dürfe ruhig heulen. Aber leise. Er hat aber nicht gejammert. Und trinken wollte er auch nix. Mensch, was gibt es für harte Kerle in Südkirchen. Nach 27 Kilometern waren wir fertig. Beim nächsten Laufdate darf André eine Strecke aussuchen. Ich wette, da waren wir auch schon überall. Aber in einer Gruppe mit neuen Leute ist das eigentlich egal. Da vergehen beim Quasseln die Kilometer wie im Fluge.

Die Autorin Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (38) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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