Vor genau 20 Jahren: Sportfreunde und SSV verschmelzen zum Werner Sport Club

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Der erste Vorstand des Werner SC nach der Wahl am 7. Dezember 1999: Von links Gandolf Aubke, Günter Appel, Lutz Hammer, Bernd Langenberg und Arno Krause.

Werne – Für Lutz Hammer war es an jenem Tag „ein historisches Ereignis“, das sich vor genau 20 Jahren – am 7. Dezember 1999 – im Kolpingsaal der Stadt Werne abgespielt hat.

Nach getrennten Mitgliederversammlungen der Sportfreunde 67 und des SSV Werne, in denen die Auflösung beider Vereine beschlossen wurde, trafen sich anschließend 145 Mitglieder zur Gründungsversammlung des Werner Sport Clubs 2000. Lutz Hammer wurde an diesem Abend zum 1. Vorsitzenden gewählt und ist dieses auch heute noch.

 Die Verschmelzung der beiden Vereine war Resultat langer Gespräche und Verhandlungen, in die zum Teil auch der Eintracht-Vorgänger VfL Werne eingebunden war. Letztlich blieb es bei Blau und Rot, Grün war außen vor und ging später mit der BSG Rother-Krietemeyer zusammen. 

Der größte Zusammenschluss in der Geschichte des Werner Sports betraf gut 2 250 Mitglieder (1850 Sportfreunde, 400 SSV) und damit fast ein Viertel der zu jener Zeit in Werne Sport treibenden Menschen. Es sei ein dringend notwendiger Schritt gewesen, sagte Hammer – da noch als Vorsitzender der Sportfreunde 67 – und: „Auf uns werden keine rosigen Zeiten zukommen, wenn keine Verschmelzung stattfinden wird.“ 

Die beiden Vereine hatten zuvor schon eine enge Beziehung, denn die 67er entstanden, weil sich eine Gruppe unzufriedener Fußballer vom SSV abgesplittet hatte. Daraus wurde ein Erfolgsmodell in Sachen Freizeit- und Breitensport und ein Vorzeigeprojekt des westfälischen Verbandes. Ungeachtet dessen sah sich der Werner SC mit seiner Gründung als „Fußball treibender Verein mit Freizeit- und Breitensportabteilung.“

Es gab Anlaufschwierigkeiten

 Es gab Anlaufschwierigkeiten. Bis zum Ende der Saison 1999/2000 spielten die Teams noch unter den alten Namen Sportfreunde und SSV in der Bezirksliga. Um zumindest eines der beiden abstiegsbedrohten Teams zu retten, sollten die Sportfreunde stark gemacht werden, weil sie vier Punkte mehr auf dem Konto hatten – dies aber gegen den Widerstand von SSV-Trainer Andreas Zinke. 

Insgesamt mussten nach der Verschmelzung 31 Fußballteams unter einen Hut gebracht werden – 22 Jugend-, fünf Senioren und vier Altherrenmannschaften. Das Gros davon (18) kam von den 67ern, die in den 1980er-Jahren im Frauenfußball sogar in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten waren. 

Abstieg sogar in die Kreisliga A

Für die Fußballer in den neuen, blau-roten Trikots ging es ein paar Jahre in der Bezirksliga weiter. Trotz ehemaliger Profis auf dem Trainerstuhl wie Jürgen Serr oder Eurofighter Ingo Anderbrügge ging es in der Saison 2004/2005 aber runter in die Kreisliga A (Lüdinghausen). 

Erst 2011 führte Andreas Zinke den Werner SC als Meister der A-Liga vor VfL Senden und Herbern II wieder zurück in die Bezirksliga. In der Saison 17/18 gelang schließlich mit Kurtulus Öztürk der Aufstieg in die Landesliga. Darin steht der Werner SC nach der Last-Minute-Rettung in der ersten Saison als Tabellenvierter inzwischen so gut da wie nie zuvor – dank eines Glücksgriffs mit Ex-Profi Lars Müller als Trainer. 

Rückläufige Mitgliederentwicklung

Die Mitgliederentwicklung sieht allerdings anders aus. Der demografische Wandel, Konkurrenz durch andere Sportarten und auch die steigende Abkehr vom Vereins- hin zum Individualsport fordern Tribut. Letzte offizielle Zahl auf der Homepage aus dem Jahr 2010: Mitglieder 1705, weitere Kursteilnehmer 260. Auch das muss inzwischen wohl nach unten korrigiert werden

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