Beim Reit- und Fahrverein St. Georg Werne

Geländetage und Reitunterricht abgesagt - Pferde bleiben aber in Bewegung

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Noch am Samstag hatten sich die Vielseitigkeitsreiter in Werne zu einem Lehrgang getroffen.

Werne – Die Organisatoren der Geländetage beim RV St. Georg Werne hatten lange gehofft, auf Zeit spielen und die für den 4. und 5. April angesetzte Veranstaltung durchführen zu können. Nun mussten sie die Turniertage wegen der Corona-Krise absagen. Auch der Reitbetrieb im Verein wurde neu geregelt.

Damit kamen sie einer Entscheidung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und des Deutsches Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) zuvor. Für das Turnier waren inklusive Qualifikation zum Bundes-Championat etwa 320 Pferde genannt worden. Seit Montag, 16. März, bis zunächst einschließlich 30. April werden in Deutschland keine Pferdesportveranstaltungen mehr stattfinden. Dazu gehören laut FN und DOKR auch alle Trainings- und Sichtungsmaßnahmen, Konferenzen und Tagungen. 

„Da blieb uns ja letztlich nichts anderes übrig als eine Absage“, sagt Stephan Schwert, 2. Vorsitzender des RV St. Georg. Noch am vergangenen Samstag fand auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins an der Südkirchener Straße ein Lehrgang mit Landestrainerin Jutta Briel statt.. Es herrschte die übliche Betriebsamkeit – nicht jeder, der die Vielseitigkeit betreibt, hat schließlich einen Geländeparcours im Garten. 

Inzwischen hat der Reit- und Fahrverein auch alle Reitstunden abgesagt, die in seinem Verantwortungsbereich liegen. Allerdings wird der Reitbetrieb weitergehen – alleine schon aus Tierschutzgründen. „Wir werden dazu vom Verband sicherlich etwas an die Hand bekommen“, sagt Stephan Schwert, 2. Vorsitzender des RV St. Georg, der neben dem Gelände des Reitervereins einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Einstallern führt. 

„Das gemütliche Zusammensitzen wird es nicht mehr geben, aber auf dem Pferd steckt man sich nicht an und wer nicht draufsitzt, muss halt Abstand halten“, sagt Schwert und: „Dann fährt man eben zu seinem Pferd und anschließend direkt wieder nach Hause. Das ist ungefährlicher als einkaufen“, sagt er. Auch im Fall einer Verschärfung der Corona-Regeln zum Beispiel durch eine Ausgangssperre bewertet er die Möglichkeiten für die Reiterinnen und Reiter als gut, seine Vierbeiner bewegen zu können – zumal Pferde als Überträger stand jetzt auszuschließen sind.

 „Zur Wahrung des Tierschutzes ist das eigenständige Bewegen der Pferde auf der Vereinsanlage in Ehringhausen weiterhin erlaubt, jedoch bitten wir Besuche von Freunden, Zuschauern oder Angehörigen einzustellen“, hieß es gestern Mittag schließlich in einer Mitteilung des 1. Vorsitzenden, Andreas Trouvain. Die weitere Bitte an alle Reiterinnen und Reiter: Erhöhten Abstand halten, Menschenansammlungen und das Reiten zu den sonst üblichen Stoßzeiten vermeiden.

 „Jeder muss jetzt selber ein bisschen vernünftig sein. Wir haben drei Hallen und drei Außenplätze und in den nächsten Tagen schönes Wetter. Da sollte es möglich sein, den Betrieb zu entzerren“, sagt Stephan Schwert, der keine Probleme sieht, die Vierbeiner auf seiner Anlage zu versorgen: „Futter ist da.“ 

All dieses hat auch für das zweite große Reitsportzenrum in Werne Gültigkeit. Auf dem Hof Gripshöver am Martinsweg sind alle Ponystunden und auch der Reitunterricht komplett abgesagt worden. „Wir fahren zurück, wo immer es geht. Bei uns ist es merklich ruhiger geworden und unsere Leute und Einstaller gehen sehr verantwortungsbewusst mit dem Thema um“, sagt Hausherrin Irmgard Gripshöver. 

Auch hier gilt: Es sollten neben der Arbeit mit dem Pferd und den dazugehörigen Tätigkeiten (Boxen misten, füttern, evtl. longieren) alle Aktivitäten eingestellt werden. Das Reiten wird sich also auf die Basisarbeit beschränken. Dafür ist inzwischen der Turnierplatz freigegeben worden, so dass drei große – voneinander getrennte – Außenplätze sowie zwei große Reithallen (20x80, 20x60) dafür zur Verfügung stehen stehen. Platz genug also, um beim Reiten Abstand zu halten. 

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