Futsal wird zum großen Thema

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In Bergkamen wird schon seit Jahren die Deutsche Meisterschaft der C-Junioren im Futsal ausgespielt (Spielszene) – meist vor wenigen Zuschauern. Jetzt fordert der DFB bei allen Verbandsturnieren zunächst zumindest den Einsatz des Futsal-Spielgeräts und der kleineren Handballtore.

WERNE - Bisher wurde der Futsal-Sport, die offizielle Hallenfußball-Variante des Weltverbandes FIFA mit dem sprungreduzierten Ball unter dem Hallendach, von den Fußballern in Westfalen meist kaum beachtet.

Doch der Deutsche Fußball-Bund versucht schon seit Jahren die Abwandlung des hier so beliebten Budenzaubers zu etablieren und hat auf dem Bundestag im Oktober 2013 ein wichtige Änderung beschlossen: Alle offiziellen Verbandswettbewerbe in der Halle werden in den nächsten drei Jahren umgestellt und nach Futsalregeln gespielt.

Und die ersten Maßnahmen davon werden schon in der Hallensaison 2014/15 umgesetzt werden müssen, wie gestern Manfred Schnieders, Vizepräsident „Fußball“ beim Fußball- und Leichtathletikverband bestätigte: „Wir haben in Westfalen den Beschluss, dass wir zur nächsten Hallensaison uns den Futsal-Regeln angleichen werden.“

Ohne Bande mit einem sprungreduzierten Ball

Dann wird bei allen Meisterschaften unter dem Hallendach – egal ob offizielle Kreis- oder eher inoffizielle Stadtmeisterschaften wie in Werne – mit dem kleineren, sprungreduzierten Ball gespielt. „Und es wird ein komplettes Grätschverbot eingeführt“, sagt Schnieders.

Das gibt es zwar heute auch schon, „wird aber kaum umgesetzt“, wie Schnieders weiß. „Dadurch gibt es immer wieder einige Verletzungen, die nicht sein müssen.“

Schnieders hielt mit Gremien des DFB gestern eine Sitzung zum Thema Futsal ab und berichtete, dass derzeit das weitere Vorgehen abgestimmt wird. „Die Fragen, die wir uns stellen, sind: Wie lassen sich die Futsalregeln ans Machbare anpassen und an die bisherigen Hallenregeln angleichen. Und auch: Wann legen wir damit los?“

Speziell mit der Umsetzung sieht Robert Heitmann, der Vorsitzende des Fußballkreises Lüdinghausen, Probleme: „Wenn das eingeführt wird, wird es eine komplette Umstellung geben. Futsal ist ja eine ganz andere Art Fußball, da wird etwa ohne Bande gespielt“, erklärt Heitmann.

Klaus Jahn, Vorsitzender des DFB-Ausschusses für Freizeit- und Breitensport, hatte auf der Homepage des Fußballbundes seine Sicht präsentiert: „Immer mehr Hallenturniere werden nach den Futsalregeln gespielt, denn die Aktiven erkennen, dass das Spiel attraktiv für Spieler und Zuschauer ist.“

Der nationale Verband sieht den Futsal insgesamt als optimale Technikschule und perfekten Einstieg für Anfänger in den Fußballsport.

Schnieders hat denn auch nicht verneint, dass dieses Thema vermutlich zunächst bei den jüngsten Kickern im Jugendbereich umgesetzt wird, die die geringsten Berührungsängste haben dürften. Ob gewollt oder nicht, zuletzt mussten sich schon die Fußballer im Kreis Soest mit Futsal beschäftigen. Denn bei der Kreishallenmeisterschaft der B-Junioren in Bremen wurde am vergangenen Wochenende erstmals mit dem sprungreduzierten Futsal-Ball gespielt.

Eher skeptisch steht Christian Bentrup, Trainer des Landesligisten SV Herbern der Umstellung gegenüber. „Ich finde den Hallenfußball in seiner jetzigen Form ausreichend, wenn denn die Regeln konsequent gepfiffen werden“, sagt Bentrup: „Futsal wird ja bislang eher von Spezialisten gespielt, und auch das Spiel auf Handballtore finde ich gewöhnungsbedürftig. Da fallen mit Sicherheit weniger Tore.“

Aber Bentrup weiß auch, dass er sich gegenüber dieser Änderung nicht verschließen wird können. Denn dass Futsal in irgendeiner Form kommen wird, steht für den Vizepräsidenten des FLVW fest: „Die FIFA will das so“, gibt laut Schnieders der Weltverband die Marschroute vor.

Normale Turniere sind nicht betroffen

Nicht von der Veränderung betroffen ist das Warsteiner Masters am nächsten Wochenende, da es sich um keine Verbandsveranstaltung handelt – worüber Organisator Dieter Bethlehem sehr froh ist: „Ich halte gar nichts davon beispielsweise auf Handballtore spielen zu müssen. Das ist dann eine andere Sportart.“

Nur wenn verstärkt der Wunsch aus den Vereinen käme, mit dem Futsal-Ball zu kicken, könnte sich Bethlehem zukünftig einen Wechsel vorstellen. Daran glaubt der Masters-Chef aber nicht: „Die Spieler haben sich an den Lederball und das andere Sprungverhalten gewöhnt, wollen deshalb auch in der Halle so spielen.“ fraz

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