Fußballlehrer Rolf Bock feiert seinen 75. Geburtstag

Rolf Bock

WERNE ▪ „Zwischen Wollen und Können tun sich manchmal Welten auf“, sagt Rolf Bock – und meint damit nicht nur die sportliche Situation bei den Stockumer Kreisliga-Fußballern.

Der sportliche Leiter des SV Stockum feiert am Sonntag seinen 75. Geburtstag, ist noch immer sehr engagiert: „Wir haben noch einiges vor mit der Abteilung.“ Gleichzeitig muss aber auch Bock kürzer treten: „75 sind ja schon ein paar Tage, da hat man das ein oder andere Zipperlein.“ Daher gibt es auch seit zwei Jahren seine Fußballschule nicht mehr: „Es war eine schöne Sache, aber gleichzeitig eine Riesenbelastung.“ Dem Fußball in Werne und Stockum drückt der Ehrenspielführer der Altherren-Fußball des WSC trotzdem weiter den Stempel auf.

Aktiv spielte der offensive Mittelfeldspieler bei Rheine 09 und der SG Gronau. Letztgenannten Club führte er als Spielertrainer bis in die Landesliga. Im Umfeld von Rheine gründete Bock zusammen mit Gleichgesinnten den Verein TuS St. Arnold in Neuenkirchen. Zur Einweihung des „Sepp-Herberger-Stadions“ kommt die Fußball-Legende tatsächlich – und mit ihm die „Helden von Bern“, Fritz Walter und Helmut Rahn.

„Vor knapp 35 Jahren bin ich nach Werne gekommen. Zuvor wurde ich an der Sporthochschule in Köln zum Sport- und Fußball-Lehrer ausgebildet“, erzählt Rolf Bock, der in der Lippestadt mit Eva Kenzian eine neue Liebe findet. Aus erster Ehe hat er zwei Kinder – Tochter Ilona lebt in München, Sohn Wolfgang in Hamburg – und ist dank Ricardo, Lara, Melina, Marlon und Maximilian bereits fünffacher Großvater.

Ende der 70er-Jahre wird Borussia Dortmund auf ihn aufmerksam. Ein Saison trainiert Rolf Bock die Amateure, steigt dann zum Co-Trainer auf. „Unter Trainern mit Weltruf habe ich gearbeitet und mir von jedem etwas abgeschaut“, sagt Bock. Von Lattek habe er im Bereich Mannschaftsführung und Trainingsmethodik viel gelernt, von Zebec in Sachen Taktik.

Dass der Fußball auch traurige Seiten hat, erlebt Rolf Bock hautnah. Als Udo Lattek während der Saison 1980/81 um das Leben seines todkranken Sohnes kämpft und schließlich aus seinem Vertrag entlassen wird, übernimmt der Werner für acht Wochen den Bundesligisten als verantwortlicher Coach.

„Udo war aber schon zuvor um die halbe Welt gereist, um seinen Sohn zu retten – leider vergeblich. Ich hatte also schon länger die Verantwortung, das wurde aber unter der Decke gehalten“, erinnert sich Rolf Bock. Auch die Alkoholsucht von Branko Zebec bleibt ihm nicht verborgen. „Brankos Krankheit war mir immer eine Warnung“, sagt der 75-Jährige.

Schon beim BVB verschreibt sich Bock der Jugendarbeit, fördert Talente wie Ralf Loose, Michael Zorc, Theo Schneider oder Eike Immel. Nach einem kurzen Intermezzo als Cheftrainer von Rot-Weiß Essen widmete er sich fast ausschließlich der Nachwuchsförderung.

2001 gründet Rolf Bock seine Fußballschule und findet mit dem SV Stockum einen Kooperationspartner. Außerdem baut er die Ü50-Fußball-Abteilung des WSC auf: „Dann habe ich mich auch noch bequatschen lassen, inStockum als sportlicher Leiter einzuspringen.“ Dort ist er mittlerweile nicht mehr wegzudenken

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