Kinderporno-Fall: Schiris sollen überprüft werden

Robert Heitmann

WERNE - Nachdem ein Schiedsrichter aus Nordkirchen bei der 4. offenen Fußball-Stadtmeisterschaft in Werne vor Weihnachten den Wettkampf der A-Junioren pfiff, obwohl er am Vortag vom Amtsgericht Lüdinghausen wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt worden war, will nun der Kreisvorsitzende Robert Heitmann die Initiative ergreifen.

Den Bericht zu dem Wettkampf finden Sie hier:

Trotz Kinderporno-Urteil: Schiri pfeift in Werne

Da der westfälische Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW) kein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis für Schiedsrichter verlangt, strebt Heitmann nun eine eigene Lösung an. „Wir wollen unseren Vereinen die Möglichkeit geben, dass sie selbstständig neben den Kinder- und Jugendtrainern und Betreuern auch bei Schiedsrichtern ein Führungszeugnis verlangen können“, sagt Heitmann.

Dafür müsse er allerdings beim Verband „die rechtliche Lage abklären“. Deswegen wird gleich zu Beginn des kommenden Jahres Heitmann den FLVW-Justiziar Dieter Ostertag konsultieren, wie er erklärt.

In diesem Jahr ist das nicht mehr möglich, das die FLVW-Geschäftsstelle wegen Weihnachtsferien geschlossen ist.

Erweitertes Führungszeugnis ist in Vereinen üblich

Denn in Sportvereinen ist es längst üblich, dass Personen, die als Trainer und Übungsleiter mit Kindern in Kontakt kommen, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnisses vorlegen müssen. Damit sollen Kinder und Jugendliche vor Sexualstraftätern geschützt werden. „Wir sollten das Risiko so gering wie möglich halten“, begründet Heitmann seien Ausweitung in Richtung Spielleiter. Dies solle aber speziell für Anwärter und damit die Neueinsteiger gelten, ergänzt der Kreisvorsitzende.

Der Verband verzichtet bislang auf so ein Führungszeugnis für Schiedsrichter, da diese nicht im engen Kontakt zu Kindern seien und sie sich nur im öffentlichen Raum begegnen würden.

Zur Vorgeschichte: Der Schiedsrichter aus Nordkirchen hatte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung erhalten. Das Urteil gegen den bereits zum zweiten Mal wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilten Mann ist allerdings noch nicht rechtskräftig, bis zum 30. Dezember hat er Zeit, Einspruch einzulegen. - fraz

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