Werner Fußballer verlässt Belgien

Marvin Pouries Saisonbilanz: „Kein verkorkstes Jahr“

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Das Trikot des belgischen Erstligisten SV Zulte Waregem wird der Werner Angreifer Marvin Pourie (rechts) in der kommenden Saison nicht mehr tragen.

WERNE -  Es war eine schwierige Saison für den Werner Fußballer Marvin Pourie. Und deswegen fällt dem 23-Jährigen auch eine Einordnung schwer. „Es war kein verkorkstes Jahr. Es war eher ein Entwicklungsjahr“, sagt der Angreifer des belgischen Erstligisten SV Zulte Waregem nach dem Saisonende.

Fest steht bereits jetzt, dass der neunfache U18-Nationalspieler in der kommenden Saison nicht mehr in Belgien bei dem Klub spielen wird, den er ins Landespokal-Finale geschossen hat und der die Meisterrunde am Sonntag auf Platz vier beendet hat.

„Ich habe noch drei Jahre einen Vertrag in KEine openhagen. Dort ist am 19. Juni Trainingsauftakt“, sagt Marvin Pourie, der in den kommenden vier Wochen „erst einmal gar nichts mit Fußball zu tun“ haben will. Ab Montag nächster Woche steht zunächst ein Türkei-Urlaub in Side mit Freundin Pia und der Familie an. „Ich werde jetzt erstmal abschalten“, sagt der zuletzt erkrankte Angreifer.

Abschied aus Zulte Waregem

Für die zahlreichen Aufs und Abs in der vergangenen Saison lassen sich einige markante Beispiele finden. Im Sommer vergangenen Jahres gab’s den Wechsel vom dänischen Erstligaabsteiger Silkeborg zum Meister FC Kopenhagen mit einem Vierjahres-Vertrag.

Dort als Hoffnungträger angekommen und zum Publikumsliebling geworden, geriet er nach dem Trainerwechsel unter seinem neuen Coach Stale Solbakken auf das Abstellgleis, um sich über gute Trainingsleistungen und wichtige Treffer im Landespokal wieder für die Stamm-Elf zu empfehlen.

Im November gab dann der Stürmer im Spiel bei Juventus Turin sein Champions League-Debüt, Anfang Dezember folgte ein zweiter Kurzeinsatz gegen den Finalisten Real Madrid.

Bilder aus seinem Fußballerleben

Marvin Pourie - Bilder aus seinem Fußball-Leben

Im Winter folgte die Ausleihe nach Flandern, wo Pourie gleich zwei Tage nach seiner Verpflichtung Ende Januar das 1:0-Siegtor im Hinspiel des Pokal-Halbfinales gegen AA Gent schoss. „Ich habe sechs Pflichtspieltore für Kopenhagen und Zulte Waregem gemacht, und die waren alle wichtig“, merkt Marvin Pourie noch an.

Nachdem das Rückspiel 0:0 endete, sollte Ende März mit dem Finale im Confidis-Cups gegen den KSC Lokeren der nächste große Karriereschritt im Brüsseler König-Baudouin-Stadion folgen, doch Pourie musste mit einer Gürtelrose passen – und hat sich seitdem von dieser Erkankung nicht zu 100 Prozent erholt. Dazu kam noch eine Allergie. Immerhin trainierte der Angreifer nach der Zwangspause wieder mit der Mannschaft. „Aber ich bin nie richtig rangekommen“, sagt Pourie.

So absolvierte er von den zehn Partien der Meisterrunde nach dem Pokalfinale Ende März exakt fünf Minuten gegen den RSC Anderlecht. „Und da ging es auch nicht richtig“, musste der Angreifer erkennen. „Aber das ist Schicksal“, versucht der frühere Zweitliga-Profi von 1860 München die Vergangenheit abzuhaken. So musste er tatenlos ansehen, wie sein Team am Ende nach gutem Start in die Meisterrunde noch auf Platz vier mit deutlichem Abstand auf Meister RSC Anderlecht landete.

Nun ist das Kapitel Zulte Waregem abgeschlossen. „Es war eine Erfahrung wert“, sagt Marvins Vater Rüdiger Pourie. Doch sei der Klub zu klein, deswegen komme ein weiteres Engagement für seinen Sohn dort nicht mehr in Frage. „Es steht ein Umbruch bevor. Und es fehlt ihnen an den finanziellen Mitteln“, begründet Rüdiger Pourie die Entscheidung.

Ob es tatsächlich zum FC Kopenhagen zurückgeht oder ob Pourie für einen anderen Verein spielt, wird sich in den nächsten Wochen klären.

Fest steht aber, dass Marvin Pourie die Vorbereitung auf die neue Saison komplett mitmachen wird: „Ob es ein neuer neuer Verein ist oder der neue alte – ich werde vom ersten Tag an bei der Mannschaft sein.“

Denn beim Wechsel nach Kopenhagen im Sommer vergangenen Jahres war dort die Vorbereitung weit vorangeschritten. Und Gleiches galt im Januar, als er aus der Winterpause der dänischen Liga nach Belgien ohne die nötige Fitness wechselte – zumal es in der Jupiler League durchgespielt wird.

Sein Selbstvertrauen hat nach der jüngsten Negativerfahrung mit der langen Krankheitspause allerdings nicht gelitten. „Ich mache jetzt meinen Akku voll. Und dann kommt definitiv in der nächsten Saison mein Durchstart“, kündigt der 23-Jährige an. - fraz

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