S04-Talent Robin Schmitt: Frust statt Pokalparty

Nicht der Tag von Robin Schmitt: Zuerst macht Yassin Ibrahim (11) gegen ihn das 2:1-Siegtor, dann leidet der junge Werner auf der Bank mit, weil er nichts mehr korrigieren kann. Und am Ende gibt’s statt der Goldmedaille „nur“ Silber. - Fotos: Gudra

Werne -  Es ist ein frustrierender Tag für Robin Schmitt: Mit 1:2 (1:2) verliert der junge Werner mit dem FC Schalke 04 das Endspiel um den U15-Westfalenpokal bei Borussia Dortmund.

Und er muss in der entscheidenden Phase tatenlos zusehen, wie seine Kollegen gegen abwehr- und konterstarke Dortmunder vergebens anrennen. So bleibt am Ende lediglich der Blick auf die Trophäe und statt einer Gold- „nur“ die Silbermedaille.

Bei Trainer Willi Landgraf steht der 15-Jährige am Donnerstag in der Startelf, besetzt die rechte Position in der Vierer-Abwehrkette. Seine Seite hat Schmitt vor etwa 400 Zuschauern in Brackel gegen Yassin Ibrahim recht gut im Griff – bis auf eine entscheidende Situation. Schalke ist zunächst stärker, geht durch Justin Neiß verdient in Führung, kassiert aber binnen sechs Minuten (28., 33.) beide Gegentore – das zweite über Robin Schmitts Seite. „Wir spielen einen Konter und ich will mich einschalten für eine Seitenverlagerung. Aber dann machen wir einen Fehlpass und alles geht ganz schnell“, erzählt er.

Zwar kann auch Schmitt schnell rückwärts umschalten, aber doch nicht mehr schnell genug. Ibrahim lauert hinter ihm und hat am Ende diesen halben Meter Vorsprung, den er zum erfolgreichen Torschuss benötigt.

Zur zweiten Halbzeit erscheint Schalkes Nummer zwei im Trikot, geht aber gleich in Richtung Bank. Trainer Landgraf bringt für ihn positionsgetreu Okan Saritas. Schmitts Wasserflasche fliegt krachend gegen die Überdachung. Frust pur. Fortan kann er nichts mehr korrigieren, nur noch seine Kollegen anfeuern und in Spielpausen mit Mineralwasser versorgen. „Eine Sch...-Situation“, sagt der Gymnasiast.

Die Schalker erspielen sich gegen tiefer stehende und auf Konter lauernde Dortmunder keine wirklich guten Möglichkeiten mehr. Ein Problem, sagt Robin Schmitt, das es auch in der Liga gab. „Auch da war sicherlich mehr möglich, hätten wir unsere Chancen besser genutzt – zum Beispiel gegen Bochum und Düsseldorf.“ Das 3:3 gegen den VfL und das 1:3 gegen die Fortuna haben die Punkte gekostet, die den FC Schalke als Regionalliga-Vierten am Ende vom Tabellenzweiten, Bayer Leverkusen, getrennt haben.

Es kommen auch wieder bessere Tage für Robin Schmitt. Vielleicht schon an diesem Wochenende. Seit Freitag befindet er sich mit der Westfalenauswahl in der Sportschule Duisburg-Wedau, wo am Wochenende die Vergleichsspiele mit Württemberg sowie Mittel- und Niederrhein auf dem Programm stehen. Es geht um einen Platz im nächsten Kaderlehrgang mit Blick auf das DFB-Länderturnier.

Klappt’s da nicht, stünde mit Schalke 04 auf jeden Fall noch der „Gazprom Cup“ in Sankt Petersburg auf dem Programm. Schmitt würde natürlich „beides am liebsten“ machen. Geht aber nicht. Sicher ist sicher: Das Okay für die Russland-Tour hat er von der Leitung des Anne-Frank-Gynasiums bereits erhalten.

Nach einem kurzen Urlaub mit Freunden im Juli in Italien wartet dann bereits der Einstieg in die Saison bei den U16-Junioren. Robin Schmitt wird beim FC Schalke 04 bleiben. „Einfach wegen der guten Jugendarbeit“, wie er sagt.

Es wird ein Übergangsjahr werden hin zur U17-Bundesliga. Und es soll nicht die letzte Saison in der Knappenschmiede bleiben. Den Sprung in die U19 zu Norbert Elgert ist für Robin Schmitt ein Ziel: „Es wäre schön, wenn er dann noch Trainer ist.“ Für die kommende Saison in der Westfalenliga will das Werner Talent mit seinem Team ganz oben stehen. „Auf jeden Fall“, sagt er, „aber vor Borussia Dortmund und dem VfL Bochum.“

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