Trauer um Bernhard Linker

Bernhard Linker (†), hier bei der Austellungseröffnung im Werner Stadtmuseum, die sich im Jahr 2006 anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland mit dem Werner Fußball und seinen Spielern beschäftigte. - Archivfoto: Eickmann

WERNE - Im Alter von 97 Jahren ist am Sonntagmorgen Bernhard Linker gestorben. Linker war ein herausragender Fußballer und später auch als erfolgreicher Fußballtrainer für mehrere Generationen von Kickern prägend. Linker schlief am Sonntag ruhig im Kreis seiner Familie ein, wie sein Sohn Rolf berichtete.

Und nicht nur die Familie, der Vorstand und die Mitglieder der Fußballabteilung des Werner SC trauern, sondern auch alle, die im langen Leben von Bernhard Linker mit ihm zu tun hatten.

Linker war die Person, die am längsten im Sport Club und allen seinen Vorgängervereinen Mitglied war. Am 1. April 1931 bestritt er sein erstes Spiel für den damaligen VfK Werne, dem Vorgängerverein von SSV und WSC.

Das WSC-Ehrenmitglied wurde am 12. Juni 1917 in Werne geboren und wohnte lange Zeit am Roggenmarkt. Nach der Volksschule arbeitete er in der Werner Zeche, erst Übertage, später auch Untertage. Im Zuge des Wehrdienstes kam Linker nach Bischofsburg in Ostpreußen, später war er beim Feldzug in Russland dabei. Nachdem er angeschossen wurde, wurde er im Jahr 1941 vom Wehrdienst befreit. Zwei Jahre später heiratete er seine Frau Anneliese, mit der er die Söhne Rolf und Bernd bekam. Mit seiner 92-jährigen Frau Anneliese war er über 71 Jahre verheiratet, im Sommer 2013 feierte das Paar die höchst seltene Gnadenhochzeit.

Den Sport hat das „Werner Fußball-Idol“, wie in Thomas Overmann als Fußballchef des Werner SC ihn nennt, nie aus den Augen verloren.

Über 30 Jahre war Linker als Trainer in der Jugendfußball-Abteilung tätig, viele Jahre zudem als Jugendobmann. „Damals gab es ja nur Fußball. Da hat er sehr viel alleine gemacht und zunächst von den Schülern bis zur A-Jugend alle Mannschaften des SSV Werne trainiert“, berichtet Sohn Rolf Linker.

Trauer um Bernhard Linker

„Die Zeit, als ich angefangen habe Fußball zu spielen und die in der Jugendabteilung war die schönste“, hatte Linker gegenüber dieser Zeitung vor drei Jahren erklärt.

1938 streifte der Werner zum ersten Mal das Trikot der ersten Mannschaft über. Mit ihr schaffte er es in die Bezirksklasse Münster und die Landesliga. Ob vorne links oder vorne rechts aufgestellt, das war ihm egal.

Immer mit dabei war seine Frau Anneliese, die sich über die viele Abwesenheit ihres Mannes oder das ständige Trikot-Waschen nie beschwert hat. Bemerkenswert war zudem, dass Bernhard Linker die gesamte Geschichte des Freiherr-vom-Stein-Stadions miterlebte, vom Bau bis zum Abriss im Jahr 2011.

Linker erklärte: „Ich weiß noch genau wie ich damals mit Ernst Preik und den anderen die ersten Spiele im Stadion gemacht habe. Wenn bei einer Mannschaft Bedarf war, bin ich auch oft eingesprungen.“

Thomas Overmann, Vorsitzender der WSC-Fußballer, erinnert sich an die Trainingsstunden bei Bernhard Linker: „Nach vier Schüssen hat er gemerkt, ob du Talent hast oder nicht. Es war aber sehr schön, für Bernhard war die Jugendarbeit immer das Wichtigste überhaupt. Wir haben einen einzigartigen Menschen verloren, um den der gesamte Verein trauert.“

Linker trainierte in Werne so bekannte Fußballer wie Hansi Küpper, Andreas Zinke, Manfred Swat, Willi Jasper, Herbert „Leo“ Melisch, Franz Kesting (†), den späteren Bundesliga-Profi Theo Homann (†), Manfred Balcerzak, Karl Jahncke (†), Peter Knieper und auch seinen Sohn Bernd.

Bis vor etwa einem Jahr war Linker bei den Spielen seines Stammvereins WSC im Sportzentrum Lindert noch ab und an dabei, mit einem Elektro-Rollstuhl war er noch mobil. „Er hat bis zuletzt die Fußball-Bundesliga geschaut und sich immer noch nach den Ergebnissen des Werner SC erkundigt“, sagte Sohn Rolf Linker. Bernhard Linker hinterlässt neben seiner Ehefrau und seinen beiden Söhnen fünf Enkel und fünf Urenkel.

Eines der größten Komplimente für die Jahrzehnte lange Arbeit von Bernhard Linker stammt auch vom WSC-Fußballchef Thomas Overmann, der auch lange Jahre Jugendleiter beim Werner SC war. „Ich nehme mir Bernhard bei meiner Arbeit zum Vorbild.“ - fraz

Die Trauerfeier findet am Freitag, 30. Januar, ab 9 Uhr in der Friedhofscapelle am Südring statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung.

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