Sport verbindet – Flüchtlinge sind beim VfK Weddinghofen willkommen

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Die Spieler des VfK und vom Flüchtlingsteam stellten sich zu einem gemeinsamen Erinnerungsbild auf.

Bergkamen - Der Rahmen passte am Samstag für das erste Freundschaftsspiel, dass eine Auswahl des VfK Weddinghofen gegen ein Flüchtlingsteam im Sportzentrum am Häupenweg austrug.

„Das ist super angenommen worden. Natürlich hat auch das tolle Wetter dazu beigetragen“, erklärte der VfK-Vorsitzende Ingo Klostermann.

Die in freundschaftlicher Atmosphäre verlaufene Partie endete übrigens 4:4 – das Endergebnis war aber allen Beteiligten eher egal. Denn wichtiger war das Signal, dass die Aktion an die Asylsuchenden aussendete: „Ihr seid willkommen.“

Das Flüchtlingsteam bestand aus Spielern, die in Bergkamen schon länger untergebracht sind. Aus der benachbarten Zeltstadt, die als eine Art Erstaufnahmezentrum auf dem Parkplatz von Wellenbad, Eislaufhalle und Sportanlage aufgebaut wurde, kamen einige Famlien zu Besuch.

Spieler sitzen nach dem Abpiff lange zusammen

„Insgesamt waren wohl etwa 150 Zuschauer da“, sagt Klostermann. Auch Bürgermeister Roland Schäfer erschien zu diesem zwanglosen Freundschaftskick und begrüßte die Flüchtlinge noch einmal in der Stadt. Zudem schilderten zwei Flüchtlinge – der 22-jährige Achmed Orabi aus Syrien und der 19-jährige Pakistani Ali Ajiz – vor der Partie, auf welchen beschwerlichen Weg sie ins nördliche Ruhrgebiet kamen und von den für sie lebensunwürdigen Bedingungen in ihrer Heimat. Auch Romy Wude vom Flüchtlingshelferkreises brachte den Zuschauern weitere Flüchtlingsschicksale nahe.

Zu dieser ersten „öffentlichen Veranstaltung“ dieser Art hatte Christian Stadtler, Sprecher der Sportgruppe des Flüchtlingshelferkreis, einige Spieler zusammen getrommelt. Und die verkauften sich sportlich gut beim 4:4 gegen das gemischte Team des B-Ligisten VfK Weddinghofen. Der trat mit einigen Spielern der „Ersten“und mit vielen Akteuren aus der Reserve an.

„Das war ein gelungener Tag. Schön war auch, dass die Jungs beider Teams hinterher noch zusammen gesessen haben“, sagte Klostermann. Damit war auch ein integrativer Aspekt erfüllt. Denn das Spiel stand unter dem Motto „Aus Fremden sollen Nachbarn werden“.

Für den passenden Rahmen gab es einige Sachspenden durch benachbarte Unternehmen. So gab es Grillwürsten und Dönertaschen für die Besucher gegen eine kleine Spende für die Flüchtlingshilfe. Stadtler hatte auch zuvor die Idee, eine Kooperation mit dem VfK Weddinghofen zu realisieren, um den Flüchtlingen die Gelegenheit zu bieten, sich aktiv im Sport zu beteiligen. Dazu zählt seit einigen Wochen der Fußballtreff, der bei den Asylsuchenden gut ankommt.

Dort haben die Menschen einmal in der Woche die Möglichkeit, aus ihrem tristen Alltag und auch ihrer problematischen persönlichen Situation herauszubrechen und ein wenig Spaß beim Fußballspielen zu haben.

Der VfK Weddinghofen ist dazu bemüht, die Flüchtlinge in das eigene Vereinstraining zu integrieren. „Derzeit trainieren schon zehn Personen immer wieder in der zweiten Mannschaft mit. Die wollen wir noch innerhalb unserer drei Seniorenteams verteilen“, kündigt Ingo Klostermann an.

Der Verein unterstützt die Flüchtlinge nicht nur sportlich. „Vom Verein haben wir schon Sachspenden bekommen, denn die Menschen haben meist keine Fußballausrüstung“, ist Stadtler auch über materielle Hilfe dankbar.

Die Aktion soll keine einmalige gewesen sein. Im kommenden Frühjahr für Ende Mai/Anfang Juni ist eine Neuauflage eines solchen Spiels vorgesehen. „Dann wollen wir das vielleicht im Rahmen unseres VfK-Tages im größeren Rahmen aufzielen“, wünscht sich Ingo Klostermann.

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