Marvin Pouries Saisonfazit: „Neun Tore reichen mir nicht“

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Gibt es bald ein Wiedersehen mit Marvin Pourie in einem deutschen Stadion wie Ende August in der Champions League-Quali zwischen dem FC Kopenhagen und Bayer Leverkusen? Dazu meint der Angreifer aus Werne: „Sag niemals nie. Die Chance besteht durchaus, dass ich bald wieder in einem deutschen Stadion auflaufen kann – schließlich ist der FC Kopenhagen auf dem internationalen Parkett dabei…“

Werne - Auf Platz zehn beendete der Fußball-Erstligist SønderjyskE die Saison 2015/16 in der dänische Superligaen und schaffte damit den Klassenerhalt. Großen Anteil daran hatte auch der Angreifer Marvin Pourie aus Werne, der in 26 Spielen neun Tore erzielte.

Der 24-Jährige wurde Ende August 2014 kurz nach Saisonstart vom FC Kopenhagen zum süddänischen Klub, der in Hadersleben spielt, ausgeliehen. Pourie hat bislang in 94 Spielen in der dänischen Superligaen für Silkeborg, Kopenhagen und SønderjyskE 34 Saisontore erzielt. In Kopenhagen steht Pourie noch zwei weitere Jahre unter Vertrag – nun kehrt er erst einmal zum neuen Vizemeister zurück. Im Interview mit Frank Zöllner zieht der frühere U18-Nationalspieler sein Saisonfazit.

Wie fällt Dein Fazit aus? Den Klassenerhalt habt ihr frühzeitig geschafft, das war wohl das Wichtigste?

Marvin Pourie: Absolut. Das war die Vorgabe des Vereins. Und diese Herausforderung hat die Mannschaft überraschend souverän erfüllt. Wir haben uns frühzeitig einen Platz im gesicherten Mittelfeld erkämpft. Von da an war der Druck nicht mehr so groß.

Als wie groß bewertest Du Deinen Anteil am Klassenerhalt?

Pourie: Da will ich auf dem Boden bleiben. Tatsache ist jedoch: Nachdem ich zum Team gestoßen bin, haben wir von den folgenden zwölf Begegnungen nur einmal verloren. Und in dieser Partie war ich gesperrt. Die Truppe hat sich insgesamt gesteigert und gefestigt. Für mich persönlich wichtig war, dass meine Leistungskurve immer weiter angestiegen ist. Auch in der Endphase der Meisterschaft, in der eigentlich die Luft etwas raus war.

Und persönlich? In 26 Spielen hast Du neun Tore erzielt und liegst in der Torschützenlist auf Platz neun ziemlich weit vorne...

Pourie: …reicht mir nicht. Ich will mehr. Allerdings galt’s am Anfang, zunächst die Mannschaft zu stabilisieren. Das heißt, wir wollten Gegentreffer vermeiden und haben daher oft unentschieden gespielt. Jeder, auch ich, hat hart nach hinten gearbeitet. Das kostete viel Kraft, und manchmal fehlte auch mir an Ende etwas die Kraft und Konzentration, um einen Konter richtig auszuspielen und abzuschließen.

Aber Deinen Bestwert aus Silkeborg mit 14 Toren von vor zwei Jahren hast Du deutlich verpasst. Lag das an einer eher defensiven Spielweise Deines Vereins?

Pourie: Stimmt nicht ganz. Rechnen wir die Treffer im Pokal mit, dann habe ich für Sönderjysk sogar 15-mal ins Schwarze getroffen. Natürlich hätte ich gerne mehr Tore geschossen, die Chancen waren auch da. Manchmal fehlt einfach das Quäntchen Glück. Das ist nun mal so. Wichtig und entscheidend waren der Klassenverbleib und eine positive Entwicklung.

Nur knapp hast Du das Landespokalfinale in Kopenhagen verpasst. Ausgerechnet, als Ihr eine Schwächephase hattet, standen die beiden Pokalhalbfinalspiele im April gegen Absteiger Vestsjealland an. Wie schon im Vorjahr in Belgien war danach einmal mehr der Traum vom ersten Titel vorbei. Aber diesen wirst Du nicht aufgeben...

Pourie: Aufgeben… – warum? Ich bin auch jetzt noch angefressen, dass wir das Finale verpasst haben. Natürlich war der Schiedsrichter im Rückspiel eine Katastrophe. Doch wir haben das Hinspiel nach einer schwachen Vorstellung zu Recht mit 0:2 vergeigt. Das war der Knackpunkt. Als Führungsspieler hätte ich vor diesem Spiel im Team vielleicht mehr – sagen wir mal – ‚kontrolliertes Feuer‘ legen müssen. Nun greife ich in der kommenden Saison wieder an.

Wie bist Du mit der Kritik umgegangen, als Du in einer langen Durststrecke nicht getroffen hast und Ihr in der Tabelle abgerutscht seid?

Pourie: Große Kritik vom Trainer oder den Mannschaftskollegen gab’s gar nicht. Ich habe mich in jedem Match voll reingehängt, bin keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen. Weder in der Defensive noch in der Offensive und bin gelaufen, bis die Socken qualmten. Das habe alle gespürt, gerade die Fans. Deshalb bin ich einfach cool geblieben.

Die Ausleihe an SønderjyskE ist nun beendet. Und Du hast ja noch zwei Jahre einen Vertrag beim Vize-Meister FC Kopenhagen. Kehrst Du dahin zurück?

Pourie: Der FC Kopenhagen ist nach wie vor ein Top-Verein und eine sehr gute Adresse in ganz Europa. Ich hatte immer wieder Kontakt zu einzelnen Mitspielern. Auch die Verantwortlichen bei den Löwen haben meine Entwicklung genau verfolgt. Am 25. Juni ist nun Trainingsauftakt in Kopenhagen. Ich bin dabei.

Steht nun erst einmal der verdiente Urlaub an oder klärst Du zunächst Deine sportliche Zukunft?

Pourie: Mir steht der Kopf einfach nur nach Urlaub.

Wird man Dich bald mal wieder als Spieler in einem deutschen Stadion sehen?

Pourie: Sag niemals nie. Die Chance besteht durchaus, dass ich bald wieder in einem deutschen Stadion auflaufen kann – schließlich ist der FC Kopenhagen auf dem internationalen Parkett dabei…

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