Sportplätze in Werne sind im miserablen Zustand: Kritik am Bauhof

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Hoch gewachsen auf welligem Untergrund: So präsentiert sich derzeit der Rasenplatz im Sportzentrum Stockum

Werne - Eintracht Wernes Trainer Jörg Fiebig hätte am Sonntag lieber gezeltet als Fußball spielen lassen. Das lag aber nicht in erster Linie an der 1:5-Derbyniederlage des A-Kreisligisten beim SV Stockum, sondern am hoch gewachsenen Rasen und holprigen Untergrund, der aus Sicht des 44-Jährigen besser fürs Camping als fürs Toreschießen geeignet ist.

Der Platz und dessen Zustand war das beherrschende Thema am Rande des Derbys. Und damit geriet auch der Bauhof der Stadt Werne in die Kritik. Dabei war nach Aussage von Bauhofleiter Detlef Bruns es am vergangenen Freitag nicht möglich gewesen, den Platz zu mähen. Der Grund: Er war zu nass. „Ich war um 10 Uhr auf dem Platz und hatte Wasser unter den Füßen. Da brauchte ich keinen Mäher mehr hinschicken“, erklärte Bruns.

„Eine Stunde später standen Rolf Bock und Norbert Schnee aus unserer sportlichen Leitung auf dem Platz und sagten, dass er zwar leicht an der Oberfläche nass wäre, aber ansonsten fest“, berichtet der Stockumer Fußballchef Josef Holtrup. „Ich habe am Freitag nur eine Mail bekommen mit dem Hinweis, dass der Platz nicht mehr gemäht werden kann“, berichtete Holtrup: „Stattdessen wurde wohl unser Tennenplatz abgezogen, damit auf den ausgewichen werden kann. Doch der ist hart wie Beton und überhaupt nicht bespielbar“, erklärt Holtrup.

Und seit dem Kreispokalspiel gegen die SG Bockum-Hövel (auch da war der Rasen schon ziemlich hoch) hatte der Bauhof anderthalb Wochen Zeit, den Platz zu präparieren. „Da hat es doch nicht jeden Tag geregnet. Und vielleicht muss man auch einmal ein bisschen flexibler sein und dann arbeiten, wenn es das Wetter zulässt. So kann man sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, meint Holtrup, der zudem von Beschwerden aus der eigenen Jugendabteilung berichtet, die am Samstag einen Heimspieltag hatten.

Eigentlich eine schöne Anlage...

„Das kommentiere ich nicht“, meinte Bauhofleiter Bruns dazu: „Aber am Mittwoch und Donnerstag hat es geregnet und da war es auch nicht möglich, den Platz zu mähen.“ Ähnlich wie Holtrup sieht es auch Norbert Hölscher vom Sportamt der Stadt Werne. „Ich verstehe die Fußballer.“ Auch er habe in der Vorwoche beim Bauhof angefragt, wann denn der Rasen gemäht wird: „Auch ich habe die Auskunft bekommen, es gehe nicht. Das muss ich so hinnehmen...“

Holtrup merkt an, dass der holprige Untergrund auch einmal mit einer Walze eben gemacht werden müsste. Aber nicht nur der Rasenplatz in Stockum ist in einem schlechten Zustand. Auch die Laufbahn ist komplett grün bewachsen. „Am Sonntag war der Kreisvorsitzende Horst Weischenberg erstmals auf unserer Anlage. Er hat sich lobend geäußert und meinte, dass hier auch gut Entscheidungsspiele stattfinden könnten. Doch so wie sich die Anlage präsentiert hat... Das war uns auch schon gegenüber der Eintracht unangenehm“, sagt Holtrup.

Wobei die Evenkämper dafür vermutlich viel Verständnis aufbringen. Denn auch ihr Rasenplatz wird kaum gemäht, ist uneben und bietet keinen guten Anblick – obwohl der Platz von Mitte Juni bis zum ersten Spiel der neuen Saison für Pflegemaßnahmen gesperrt war.

Außerdem sind alle drei Tennenplätze in Werne seit Monaten in einem ganz schlechten Zustand. Jürgen Zielonka, Vorsitzender des Stadtportverbandes Werne, ist das bekannt. Er sagt, dass der Stockumer Tennenplatz „derzeit fast verwaist und desolat ist. Der Platz wurde zuletzt vor fünf, sechs Jahren überholt“, erinnert sich der oberste Vertreter der Werner Sportler. Aber nicht nur die Stockumer Asche ist uneben und teilweise mit Moos und Rasen zugewuchert – auch die beiden im Sportzentrum Dahl sind davon betroffen, wobei der Tennenplatz zwei kaum noch genutzt wird.

„Bauhof wird ständig Personal weggekürzt“

„Die sind seit Wochen nicht mehr gepflegt worden“, hat auch Norbert Hölscher vom Sportamt erkannt. Dabei muss auf diesem Untergrund ab dem 1. November gespielt werden, weil dann die Rasenplätze gesperrt werden. In welchem Zustand sie dann sind, hängt davon ab, ob der Bauhof die Plätze nun herrichtet. „Darum müssen wir uns nun mal kümmern“, kündigt Bruns hierfür nun Pflegemaßnahmen an.

Zielonka zeigt dabei Verständnis: „Ich weiß aber auch, dass beim Bauhof ständig Personal weggekürzt wird und es so schwierig wird, alle Aufgaben zu erfüllen.“

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