Michael Wierling beim SuS Rünthe entlassen

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Entlassen: Trainer des SuS Rünthe Michael Wierling.

RÜNTHE - Der Kreisligist SuS Rünthe hat seinen Trainer Michael Wierling entlassen. Der Klubvorstand um den Vorsitzenden Andreas Kubicki reagierte damit auf die jüngste 0:11-Niederlage bei der Hammer SpVg III, als der Trainer mit seinem Team hart ins Gericht ging und es als "Partytruppe hoch zehn" bezeichnete.

Der Nachfolger von Wierling soll bereits heute Abend vorgestellt werden.

Die Spieler kamen teils alkoholisiert zum Treffpunkt nach gemeinschaftlichem Weihnachtsmarkt- und anschließendem Diskobesuch. Einige kamen zu spät, andere hatten zudem ihre "Fußballschuhe vergessen."

"Nachdem ich keine Lust mehr hatte, mich vor die Mannschaft zu stellen, musste ja eine Reaktion kommen", zeigte Wierling sogar Verständnis für die Beurlaubung. "Nach dem Spiel mussten wir nun sofort handeln oder eben gar nicht", sagte Kubicki.

Dabei sei ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen. "Michael hat viel für den Verein getan. Er hat die Mannschaft letztes Jahr vor dem Abstieg gerettet", erklärte der Vereinsboss.

Das schwächste Glied in der Kette

Wierling war insgesamt neun Jahre für den SuS tätig, davon fünf Jahre als Jugendtrainer und vier weitere im Seniorenbereich. "Ich bin selten mit so vielen Lobeshymnen rausgeschmissen worden", erklärte der 45-Jährige: "Aber egal ob Bundesliga oder Kreisliga: Der Trainer ist immer das schwächste Glied in der Kette." Die Alternative zur Entlassung von Wierling sei gewesen, dass der Verein sich von einer Vielzahl der Spieler getrennt hätte.

"Aber der Verein sah sich nicht in der Lage, zehn neue Leute in der Winterpause zu holen", so Wierling weiter. Er hätte sich übrigens zugetraut, "das Ruder herumzureißen". Aber nun sei es ja auch nicht so gewesen, dass die Mannschaft "hoffnungslos abgeschlagen am Tabellenende liegt", so Wierling.

Zukunft als Trainer

Denn aktuell hat der SuS Rünthe als Tabellenelfter mit 14 Punkten zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten Pelkum. Wierling hat "sich noch keine Gedanken darüber gemacht", ob er weiter als Trainer arbeiten wolle. "Das werde ich in Ruhe auf mich zukommen lassen", erklärt der 45-Jährige.

Ein Gutes habe seine Entlassung für die von ihn als "unglaubliche Partytruppe" titulierte Elf: "die Truppe hat jetzt keine Alibis mehr und die Spieler können zeigen, ob sie sich Riemen reißen können". - fraz

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0:11-Debakel für Rünther „Partytruppe hoch zehn“ (08.12.2014)

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