Marvin Pourie will Geschichte schreiben

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Marvin Pourie, hier noch im Dress des FC Kopenhagen, ist mit seinem neuen Verein SönderjyskE noch ungeschlagen.

WERNE - Am Freitag endete die Hinserie in der dänischen Fußball-Superligaen – natürlich mit einem Unentschieden der Remiskönige von SonderjykE beim 0:0 gegen Randers.

Für Sönderjysk Elitesport spielte der 23-jährige Werner Fußballprofi Marvin Pourie in den vergangenen drei Monaten und blieb dabei in zehn Meisterschafts-Einsätzen bei zwei Siegen und acht Remis sowie in zwei Pokalspielen ungeschlagen. An dieser Stelle beantwortet Pourie die Fragen von Frank Zöllner.

Ende August ging es in fast letzter Sekunde für Dich in der Ausleihe vom FC Kopenhagen zu SönderjyskE. War das der richtige Schritt?

Marvin Pourie: Auf jeden Fall. Ich wollte und brauche Spielpraxis. Die bekomme ich hier. Zudem habe ich das absolute Vertrauen von Trainer Lars Søndergaard von Anfang an gespürt. Und das nicht nur durch Worte, sondern durch Taten. Ich bin als Stammspieler gesetzt.

Welche Bilanz ziehst Du nach den ersten drei Monaten und den ersten zwölf Pflichtspielen?

Pourie: In allen Pflichtspielen, bei denen ich dabei war, haben wir zumindest nicht verloren. Eine Partie habe ich wegen einer Gelbsperre versäumt, prompt gab’s eine Niederlage. Leider. In der Punkterunde und im Pokal habe ich fünfmal ins Schwarze getroffen. Allerdings muss ich noch torgefährlicher werden. Vielleicht habe ich insgesamt zu mannschaftsdienlich gespielt. Nach der Winterpause will ich mehr eigene Akzente entwickeln, ohne eigensinnig zu werden. Egoismus brauchte ich nicht, ich möchte jedoch mehr individuelle Stärke und Präsenz zeigen.

Und persönlich: Du bist in der Meisterschaft in zehn Einsätzen ungeschlagen bei acht Unentschieden und hast Dein Team ins Viertelfinale des Landespokals geschossen.

Pourie: Klingt doch ganz passable, diese Bilanz. Trotzdem stelle ich höhere Ansprüche an mich, wie ich schon in der Antwort zuvor deutlich gemacht habe. Ich weiß, dass ich besser spielen und torgefährlicher sein kann. Ich will mich weiter entwickeln. Bei SönderjyskE habe ich die Möglichkeit dazu. Dafür muss ich mich mehr zeigen. Als Person und als Fußballer. Davon profitieren alle: Der Verein, die Mannschaft und ich selbst.

Die Bilanz von zwei Meisterschaftstoren ist aber sicher noch ausbaufähig?

Pourie: Absolut. Der Verein hat mich als Vollstrecker geholt. Ein Stürmer wird nun mal an Toren gemessen. Auch wenn er, wie ich, viel für die Mannschaft ackert. Ich bin nun mal kein reiner Strafraumspieler, komme oft mit Tempo aus dem Mittelfeld. Gerade deshalb muss ich meine Kräfte besser einteilen, in den entscheidenden Momenten meine individuelle Klasse zeigen und die Kiste machen. Eben präsent sein.

Wie ist das Leben in Haderslev (Hadersleben), wo Sönderjysk spielt?

Pourie: Wie überall in Dänemark. Sehr schön und sehr teuer. Ich habe eine charmante Altbauwohnung mitten in der City. So fühle ich mich richtig wohl.

Wie hast Du Dich eingelebt und wie verbringst Du Deine Freizeit in Nordschleswig?

Pourie: Alles ist hier etwas entspannter, der Medienrummel nicht so groß. Das Städtchen ist überschaubar, meine schmucke Wohnung liegt zentral. Viel Freizeit bleibt mir trotzdem nicht. Und wenn, dann ist Erholung angesagt. Manchmal gehe ich mit Mannschaftskameraden auch zum Essen. Wir verstehen uns im Training und auch danach. Viele haben Familie und die bestimmt deren Freizeit. Das alles ist okay. Der Umgang ist insgesamt ganz locker.

Wie kommst Du mit Deinen Mitspielern und Trainern klar?

Pourie: Prima. Wir haben eine gute Truppe, die Kameradschaft stimmt. Da gibt’s keine Eifersüchteleien. Alle ziehen an einem Strang und in eine Richtung. Die Ansprache von Coach Lars Søndergaard ist klar und unmissverständlich.

Welche Ziele hast Du für die Rückrunde, für Dich und Deinen Verein?

Pourie: Der Verein und die Mannschaft können Geschichte schreiben – wenn wir den Pokal gewinnen. Ich sehe keinen Grund, warum wir uns dieses große Ziel nicht setzen sollten. Vielmehr haben wir uns darauf eingeschworen. In der Punkterunde wollen wir uns weiter von den Abstiegsrängen absetzen, was uns bisher ganz gut gelungen ist. Realisieren wir beide Vorhaben, wäre das für mich absolut in Ordnung. Mein Anspruch jedoch ist zudem mehr Konstanz in meine Leistung zu bringen, für den Gegner unberechenbarer und torgefährlicher zu werden – eben einfach besser.

Im Sommer geht es zurück zum FC Kopenhagen, Stand jetzt. Kommt dann Dein großer Durchbruch oder wie sehen die Ziele aus?

Pourie: Darüber mache ich mir derzeit keine Gedanken. Ich lebe im Hier und Jetzt, will meine Ziele bei und mit SönderjyskE erreichen.

Nun steht erst einmal die Winterpause an. Wie verbringst Du die nächsten Tage und Wochen?

Pourie: Ohne Hektik. Ich will einfach Zeit mit der Familie und Freunden verbringen. Ganz bewusst habe ich mir auch nichts vorgenommen. Einfach mal faulenzen, den Körper sich erholen lassen. Ganz schleifen lassen kann ich allerdings nicht alles, ein paar Waldläufe stehen da schon an. Trotzdem ist die Regeneration des Körpers genauso wichtig wie ein gutes Training.

Wie sieht das Vorbereitungsprogramm aus?

Pourie: Das wird mit Sicherheit knackig. Wir fangen wieder am 5. Januar an. Bereits am 22. Februar beginnt die Meisterschaftsrunde wieder, mit einem Heimspiel gegen Hobro IK. Und das ist für dänische Verhältnisse sehr, sehr früh. Dementsprechend wird es in der Vorbereitung komprimiert zur Sache gehen. Außerdem ist vom 3. bis 11. Februar für uns ein Trainingslager in der Türkei geplant.

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