Mehmet Karas Reise in die Vergangenheit

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Hatte gute Laune: Münsters Mehmet Kara (rechts).

HAMM -  Mehmet Kara hatte gute Laune. Als der Münsteraner Offensivspieler die Kabinen unter dem HSV-Casino verließ, klopfte er HSV-Torhüter Manuel Lenz nach Beendigung des Westfalenpokalspiels zwischen dem Oberligisten Hammer SpVg und seinem Drittliga-Spitzenteam (0:3) anerkennend auf die Schulter und verabschiedete sich mit den Worten: „Manu, der Elfmeterkiller.“

Die beiden kennen sich. In der Saison 2010/11 standen sie gemeinsam im Preußen-Kader. Für Kara war die Pokalpartie auch sonst eine Reise in die Vergangenheit. 2007 spielte er für ein paar Monate im Hammer Osten – nach seiner Rückkehr von verletzungsträchtigen Jahren beim türkischen Profiklub Gaziantepspor. „Ich hatte in Hamm eine schöne Zeit und habe noch gute Bekannte hier“, sagte der 30-Jährige, der in Werne geboren wurde, in Oberaden fußballerisch groß wurde und wieder dort lebt.

„Die 3. Liga ist eine tote Liga“

„Ich verfolge, was die HSV macht und würde mich freuen, wenn der Verein den nächsten Schritt nach oben machen würde.“

Das möchte auch Kara mit den Münsteraner Preußen. Das Team steht zurzeit auf einem Aufstiegsplatz in der wahnwitzig ausgeglichenen 3. Liga. Und möchte das auch am Ende der Saison tun.

„Die 3. Liga ist eine tote Liga. Da wird nur gekämpft. Wir wollen schnellstmöglich aufsteigen. Das ist unser Ziel und auch meins“, sagte Kara. Vier Jahre lang spielte er nach seinem Abschied aus Hamm für Münster und kehrte Anfang 2013 nach einem 18-monatigen Intermezzo beim SC Paderborn und bei Genclerbirligi in der Süper Lig wieder dorthin zurück.

Für Kara war es eine sportlich unauffällige Rückkehr nach Hamm. In der ersten Halbzeit ließen ihn seine Kollegen im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und stürmten stattdessen permanent über rechts.

Erst in der zweiten Halbzeit wurde die linke Seite und damit auch Kara besser ins Spiel eingebunden. „Schongang war das für uns nicht. Hamm hat gut verteidigt. Wir haben uns schwer getan. Mit einer frühen Führung wäre es einfacher gewesen“, meinte Kara. Und damit auch sich selbst. In der 59. Minute hatte er das 0:1 auf dem Fuß, doch sein Ex-Kollege Lenz hielt.

Dass die turmhoch favorisierten Gäste Probleme hatten, lag auch an Niklas Rieker. Der lange Innenverteidiger, der erst kurz vor der Partie in die Start-Elf rückte, zeigte wie das ganze HSV-Team eine beherzte Defensivleistung. „Wir haben Münster ganz gut von unserem Tor ferngehalten. Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit gut organisiert und haben gut gegen den Ball gearbeitet. Am Ende war es ein Distanzschuss, der uns in Rückstand gebracht hat. Auch wenn man sich sagt: ,Kopf hoch’, ist da dann doch ein kleiner Bruch drin“, sagte Rieker.

Wie für Kara war es auch für Rieker ein Duell gegen seinen Ex-Klub. Seine zwei A-Jugend-Jahre spielte er für Münster in der Bundesliga West – gemeinsam mit Simon Scherder, der bei den Preußen eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt wurde. „Das war ein cooles Erlebnis mit den vielen Fans und der tollen Atmosphäre. -  sst

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