SVH-Trainer Bentrup: Noch nie so eine Vorbereitung erlebt

fußball, landesliga, sv herbern - tus sinsen, foto: gudra christian bentrup, ludger staa

HERBERN -  Die Pläne waren ausgearbeitet, ein Feintuning mit der Defensive, schnelles Gegenpressing und Umschalten standen auf dem Zettel. Die Umsetzung war für Christian Bentrup und Ludger Staar, das Trainer-Duo an der Seitenlinie des Landesligisten SV Herbern, aber schwer. Viele Verletzungen, die das Team schon

in der Hinrunde belastet hatten, setzten sich auch in der Winter-Vorbereitung fort. Christian Bentrup nennt im Gespräch mit WA-Mitarbeiterin Lenneke Lenfers-Lücker dazu faszinierende Fakten und erklärt, warum ihm genau ein Spieler imponiert hat.

Hand aufs Herz – haben Sie jemals in Ihrer Trainerkarriere eine so schwierige Vorbereitung erlebt?

Christian Bentrup: In der Form habe ich das wirklich noch nicht erlebt. Ich habe mal nachgehalten, dass mir insgesamt 14 Spieler über mehrere Wochen gefehlt haben – aus einem 21er-Kader. Da ist es schon verwunderlich, dass wir überhaupt so gut abgeschnitten haben in der Hinrunde.

Ihnen sind in der Vorbereitung viele Spieler weggebrochen, trotzdem gab es sicherlich einen Plan. Woran wollten Sie eigentlich arbeiten in der Vorbereitung?

Bentrup: Mit zehn bis zwölf Leuten beim Training lässt sich natürlich nicht viel umsetzen, aber ich wollte gerade am Defensivverhalten arbeiten. Da müssen wir wesentlich kompakter gegen den Ball arbeiten. Außerdem wollte ich auf verschiedene Situationen eingehen. Zum Beispiel, dass wir nicht mehr so schnell Gefahr laufen, ausgekontert zu werden, also drei Leute aus der Viererkette und ein Sechser hinter dem Ball stehen. Auch bei Ballverlusten müssen wir schneller ins Gegenpressing kommen.

Trotz der insgesamt schwierigen Vorbereitung – was oder wer ist positiv aufgefallen?

Bentrup: Natürlich war nicht alles schlecht. Da wäre zum Beispiel Lukas Mangels. In der Hinrunde hat er uns als Einwechselspieler mit seinen drei Toren schon sehr weitergeholfen. Doch in der Vorbereitung hat er sich jetzt extrem gemausert, so dass er Ambitionen auf die Startelf anmeldet. Und dazu haben wir in den Vorbereitungsspielen trotz der angespannten personellen Lage immer noch gute Leistungen gezeigt. Man sieht, dass die Jungs zum Start hin gewillt sind alles abzurufen.

Das Ziel vor der Saison war ein Platz unter den Top 5, der Abstand zu den Abstiegsplätzen beträgt aktuell aber auch nur sechs Punkte. Wie sehr geht der Blick in der Rückrunde auch nach unten?

Bentrup: Unser Blick geht in dieser extrem ausgeglichenen Liga immer auch nach unten. Aber man hat in der Hinrunde auch gesehen – solange wir einigermaßen komplett sind – haben wir das Potenzial, jeden zu schlagen. Ansonsten wollen wir sowieso erstmal von Spiel zu Spiel gucken um so schnell wie möglich Punkte zu holen. Wenn alles gut geht, natürlich, um oben anzugreifen.

Zum Auftakt in die Rückrunde wartet mit dem SV Mesum am Sonntag gleich der Tabellenführer. Wie sehr schmeckt das dem Trainer nach der Vorbereitung?

Bentrup: Solche Spiele gegen den Spitzenreiter sind mir ganz ehrlich gesagt die allerliebsten. Wir haben nichts zu verlieren. Und wenn wir verlieren, können wir das schnell abhaken, weil die Punkte noch woanders holen können. Aber trotzdem: In dieser Liga wird es auch keine entspannten Spiele geben.

Kommen wir zum Abschluss nochmal auf das „leidige“ Thema Personal zu sprechen. Wie ist die Rückmeldung von Daniel von der Ley, Dennis Kaminski und Sebastian Schütte, die sich am Sonntag (Testspiel gegen Gievenbeck, Anm. d. Red.) verletzt hatten?

Bentrup: Bei Daniel bin ich mir sicher, dass er am Sonntag wieder dabei ist, die Wunde musste nur geklebt werden. Bei Dennis Kaminski müssen wir abwarten, ob es nur eine Prellung am Zeh ist oder auch die Kapsel betroffen ist. Auch bei Sebastian Schütte müssen wir abwarten, wir haben ihn sofort rausgenommen, das war hoffentlich früh genug. Zumindest Eric Sabe hat die beiden Spiele bislang gut verkraftet. Das ist ja schon mal etwas.

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