SVH-Coach Bentrup: „Wedeln nicht mit dem Scheckbuch“

Christian Bentrup

HERBERN -   Platz fünf war das Saisonziel des Landesligisten SV Herbern. Als Tabellen-13. musste das Team von Trainer Christian Bentrup aber tatsächlich bis zum letzten Spieltag um den Ligaerhalt bangen, der schließlich aus eigener Kraft realisiert wurde. Im Gespräch mit Frank Zöllner bewertet Bentrup „die komische Saison“ und blickt schon einmal auf die kommende Spielzeit voraus.

Wie kam es zu dem Absturz in der Rückrunde?

Christian Bentrup: Wir haben zu viel unentschieden gespielt. Wenn man Mannschaften wie die Hammer SpVg sieht, die kein Remis dabei haben, sieht man, dass wir dadurch zu viele Punkte liegen gelassen haben. Letztlich waren die Leistungen in der Rückrunde nicht so schlecht, nur haben wir uns nicht belohnt wie etwa in Sinsen oder Lotte. Und so wurde es hinten heraus eng.

War die Mannschaft zu unerfahren?

Bentrup: Sicherlich ist das ein Fakt, der eine Rolle spielt. Letztlich war es so, dass Jungs sich zu sicher gefühlt haben. Wir standen ganz lange zwischen Rang sechs und acht. Da haben sie drauf geschaut und nicht auf die Punkteabstände. Und wenn man dann nicht gewinnt, wird es eben eng und dann kommt eine gewisse Nervosität dazu. Das sind Dinge, mit denen die Mannschaft Erfahrungen gesammelt hat, auch wenn es ums blanke Überleben ging. Und wenn die Spieler dierichtigten Schlüsse ziehen, kann das nur positiv sein.

Welche Schlüsse sind daraus zu ziehen?

Bentrup: Wir können ja nicht mit dem Scheckbuch wedeln. Wir müssen weiter junge Spieler ausbilden und an das Leistungsniveau der Landesliga heranführen. Das ist es, was wir leisten müssen.

Welche Spieler haben positiv überrascht?

Bentrup: Es ist schon toll, wie sich ein Tim Bröer gemacht hat. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, wo er schlecht gespielt hat. Wenn, dann hat er mal durchschnittlich gespielt, aber in der Regel in seinen 28 Spielen gute bis sehr gute Leistungen gezeigt. Und auch Lukas Mangels aus der Reserve hat wichtige Tore gemacht. Er hat sich wunderbar weiterentwickelt und hat noch viel Potential. Und Nils Venneker war eine Riesenverstärkung – wenn er gespielt hat. Er war ja fast die Hälfte der Saison verletzt.

Wie ist denn Top-Torjäger Daniel von der Ley mit seinen 19 Saisontoren zu ersetzen?

Bentrup: Zunächst einmal haben wir Verstärkungen dazu geholt, denen ich einiges zutraue. Aber generell müssen wir die Last des Toreschießens auf mehrere Schultern verteilen. Es war in dieser Saison so, dass das hauptsächlich Steven Farchmin und Daniel von der Ley gemacht haben. Bei Daniel war das vor der Saison überhaupt nicht absehbar. Aber so Spieler, die so voran gehen, wünsche ich mir. Ich traue einigen zu, diese Lücke zu füllen.

Was ist von den Neuzugängen zu erwarten?

Bentrup: Dennis Närdemann ist ja so ein bisschen der verlorene Sohn, der locker das Zeug für die Landesliga hat, wenn er es denn ernsthaft angeht. Simon Närdemann muss nun erst einmal seinen zuletzt mit Südkirchen erlittenen Muskelbündelriss auskurieren. Robin Ploczicki ist ein sehr starker A-Jugendlicher, dem ich eine ähnliche Rolle wie in der vergangenen Saison Tim Bröer zutraue. Mondrian Runde ist zudem ein Spieler, den wir schon lange verpflichten wollten. Von ihm erwarte ich für unser Mittelfeld eine echte Verstärkung. Und unsere A-Jugendlichen haben auch im Laufe der Saison bewiesen, dass der ein oder andere Stammspieler werden kann. Zudem denke ich, dass Eric Sabe, Dominick Lünemann, Philipp Dubicki und Sebastian Schütte in ihrem zweiten Seniorenjahr einen weiteren Schritt nach vorne machen werden und sich an die Anforderungen gewöhnt haben.

Der Landesligist SV Herbern steigt in die Vorbereitung auf die neue Saison 14/15 am Sonntag, 6. Juli, ab 15 Uhr ein. Zudem steht bereits der erste Testspielgegner fest. Am Sonntag, 13. Juli, spielen die Blau-Gelben ab 12 Uhr beim Westfalenligisten FC Gievenbeck, dem neuen Klub des bisherigen SVH-Torjägers Daniel von der Ley.

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