Für Beppo Löcke ist es eine Herzensangelegenheit

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Bernd Löcke, hier mit seinem früheren „Co“ Jens Feckler

Herbern - Es ist wahrlich kein alltägliches Spiel, dass Bernd Löcke als Trainer des A-Kreisligisten SV Rinkerode gegen den Landesligisten SV Herbern heute Abend in der 2. Runde des Kreispokals Münster bestreitet.

Denn der 39-Jährige, der nun in zweiter Saison den SVR trainiert, sagt: „Der SV Herbern ist mein Verein.“ Genau gegen diesen geht es nun zumindest 90 Minuten lang in einem Pflichtspiel.

Dass es länger dauern wird, daran glaubt Löcke, der in Herbern mit Frau Sonja und seinen Kindern Luca und Toni wohnt, nicht so richtig. „Wenn wir 5:0 verlieren, ist es ein normales Ergebnis, wenn wir 2:0 verlieren, sagen die Leute: Toll gemacht. Wenn wir in die Verlängerung kommen würden, würden alle sagen: Ihr habt ein Riesenspiel gemacht.“

Spiel gegen die Reserve ist wichtiger

Wobei: Eigentlich ist für ihn das Spiel in der Meisterschaft in zwei Wochen gegen die Reserve des SV Herbern die wichtigere Partie. „Denn aus der Mannschaft kenne ich mehr Spieler, die Adameks, und Aschoffs haben unter mir gespielt. Trainer Timy Schütte ist der Patenonkel meines zweiten Kindes. Da hat mein Sohn Luca schon gesagt, gegen die darfst du nicht gewinnen“, lacht Löcke.

Der spielt, na klar, in der D-Jugend des SV Herbern. Und auch Beppo Löckes Frau Sonja sowie seine Mutter stehen Sonntag für Sonntag bei den Heimspielen der „Ersten“ im Vereinsheim und verkaufen dort Kaffee und Kuchen. „Der SV Herbern ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Löcke. Nachdem er seine aktive Karriere beendet hat – ganz im Gegensatz zu seinem Kumpel Björn Christ, der mit 39 Jahren Kapitän der „Ersten“ des SVH ist und heute ebenfalls auf Löcke treffen wird, trainierte er zunächst als Assistent von Werner Bußmann in der A-Jugend der Blau-Gelben.

Seine dort erlernten Trainingskenntnisse brachte Löcke, der als Seniorenspieler einen mehrjährigen Abstecher zum Westfalenligisten TuS Hiltrup machte, aber ansonsten nur Blau-Gelb trug, in die Arbeit als Reservetrainer ein. Zweimal wurde er mit der Mannschaft in der Kreisliga A (LH) Vizemeister und einmal Dritter, bevor er aus familiären und privaten Gründen (Hausbau) aufhörte. „Ich hatte eine tolle Zeit mit den Jungs. Ich habe viel gelernt und wichtige Erfahrungen gesammelt, nicht nur auf den Fußball bezogen. Auch sportlich waren die drei Jahre sehr erfolgreich“, sagte Löcke im Jahr 2013, als er den Trainerposten der Reserve an seinem Freund Timy Schütte weiter reichte.

Die beiden sahen sich übrigens auch am vergangenen Mittwoch und feierten zusammen, als die Toten Hosen zu einem schon jetzt für Herbern legendären Konzert im Vereinsheim auftraten. Und Beppos Frau Sonja verkaufte – gekleidet im blauen Rock und gelbem T-Shirt – in diesem Rahmen der durstigen Meute massenweise Bier.

Vor seinem Abgang vom SV Herbern im vergangenen Jahr nach Rinkerode brachte er sich aber in der Rückrunde noch als Co-Trainer bei der A-Jugend unter Thomas Berndsen ein, da diesem hier eine Unterstützung fehlte. Da war klar, dass Löcke seinen Stammverein nicht im Stich lassen würde

Dennoch suchte er eine neue Herausforderung. Löcke wollte als Cheftrainer einer ersten Mannschaft mal das Sagen haben. Und wer weiß, ob er nicht nach in einigen Jahren in der Fremde irgendwann die erste Mannschaft seines Heimatvereins übernehmen wird. Es wäre auf jeden Fall eine Herzensangelegenheit...

Kreispokal (Münster), 2. Runde: SV Rinkerode – SV Herbern.

Die Situation: Der Landesligist SV Herbern als zwei Klassen höher spielendes Team nimmt die Favoritenrolle an. „Wir sind klarer Favorit. Dem wollen wir auch gerecht werden und uns mit einem Sieg gezielt auf den nächsten Sonntag vorbereiten“, sagt SVH-Trainer Christian Bentrup, und: „Ich gehe schon davon aus, dass wir dominieren.“ Sein Gegenüber Bernd Löcke ist immer ein Verfechter des Offensivfußballs gewesen. „Wir werden uns definitiv nicht mit zehn Mann hinten reinstellen. Wir wollen schon Fußball zeigen und mitspielen“, gibt der 39-jährige die Marschroute für sein Team aus.

Ergebnisse: Sportlich lief es aber zuletzt bei beiden Vereinen nicht rund. Rinkerode ist in der Liga noch ohne Sieg , hat immerhin beim 3:3 in Nienberge am Sonntag den ersten Punkt im dritten Spiel geholt. „Deswegen lieg die Priorität auf die Meisterschaft und die Partie gegen Südkirchen“, erklärt Löcke. Der SV Herbern verlor ist in der Landesliga noch ohne Punkt und verlor zuletzt 1:5 gegen Haltern. Im Kreispokal siegte der SVH in der 1. Runde 4:3 in Sendenhorst und Rinkerode 2:0 gegen Gelmer.

Personelle Lage: Beim SVH fehlt nun Betke (beruflich), dafür ist Eroglu aus dem Urlaub zurück. Zudem fehlen die vier Langzeitverletzten. Beim SVR sind Kapitän Doan und Groß wieder dabei, dafür fehlen Nollmann, Richter und Henze.

Anstoß: Mittwoch, 19.30 Uhr, sportanlage Im Breul, Rinkerode

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