Führungszeugnis bleibt blütenweiß für Gurbet-Kicker

BERGKAMEN -  Das war knapp: In einer Berufungsverhandlung hat ein junger Student erreicht, dass bei anstehenden Bewerbungen sein polizeiliches Führungszeugnis blütenweiß ist, also keine Eintragung wegen einer Vorstrafe enthält.

Tatsächlich jedoch hat der 22-jährige Angeklagte auf sehr hässliche Weise einen gegnerischen Fußballspieler attackiert und ist deswegen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

In der Berufungsverhandlung vor dem Dortmunder Landgericht wurde der junge Mann nun „lediglich“ zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt. Es ist die maximale Obergrenze für ein einwandfreies Führungszeugnis. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Kamen noch eine weitaus höhere Strafe von 150 Tagessätzen ausgeurteilt. Diese Strafe hätte für den bis dato vorbildlichen Studenten und Stipendiaten das berufliche Aus bedeutet, so Verteidiger Patrick Gau.

Der Angeklagte hatte im September 2012 auf dem Sportplatz des Vereins TuRa in Bergkamen als Spieler von Gurbet Spor Bergkamen in einem Kreisliga-Spiel gegen TuS Niederaden einen Gegenspieler übel attackiert.

Nach diversen Foulspielen anderer Gegenspieler war er in der 75. Spielminute auf einmal ausgerastet, hatte einen selbst so beschriebenen „Blackout“. Der Spieler rannte auf einen Gegner zu, schlug ihn mit einem Faustschlag ins Gesicht zu Boden und versetzte ihm zudem noch einen Fußtritt gegen das Gesicht. „Eine wirklich hässliche und brutale Tat und lebensgefährlich für das Opfer“, fasste Oberstaatsanwalt Carsten Dombert das Tatgeschehen in seinem Schlussvortrag noch einmal zusammen.

Doch auch der Anklagevertreter plädierte dafür, die Anzahl der Tagessätze so zu reduzieren, dass der Angeklagte nach außen hin nicht als vorbestraft gilt. Er habe Reue gezeigt, sei aus seinem Verein geworfen worden, habe sich bei seinem Opfer entschuldigt und sei ansonsten völlig unbestraft. An sein Opfer, das nach der Attacke eine Jochbeinprellung sowie eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, muss der Ex-Spieler zudem 1 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. - mw

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