Flutlicht kaputt – Stockum früher auf Asche

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In Stockum wird – Ausnahme Jugend – nun auf Asche trainiert und eventuell auch gespielt.

WERNE - Das Flutlicht am Stockumer Rasenplatz ist nach den aktuellen technischen Vorgaben nicht mehr nutzbar. Die 1972 installierte Anlage mit ihren steinzeitlichen Quarzlampen hatte in den vergangenen Wochen mächtig gezickt.

Sie wurde nun nach einer Überprüfung durch zwei Fachunternehmen komplett abgeschaltet, zumal es dafür keine Ersatzteile mehr gibt.

Für die beiden Stockumer Seniorenmannschaften ergeben sich zunächst geringfügige Änderungen im Trainings- und Spielbetrieb. Größere Einschnitte befürchten die Stockumer Verantwortlichen aktuell beim Juniorenfußball – allerdings nicht nur, weil es jetzt immer früher dunkel wird am Abend.

Der Nachwuchs ist beim SV Stockum ein zartes Pflänzchen, das Daniel Geue und seine engagierten Mitstreiter hegen und pflegen. Aktuell gibt’s fünf Mannschaften von den Minikickern bis zu den E-Junioren. „Wir müssen sehen, dass wir diese Mannschaften am Spielen halten“, sagt Rolf Bock, der sportliche Leiter. Verein und Stadtverwaltung arbeiten an einer Lösung. Die allerdings erfordert Kompromisse auch von den Eltern.

Noch können die Kleinsten auf dem Rasen bei Tageslicht trainieren, aber dies ist in der Winterzeit auch nicht mehr möglich. Statt auf die Asche geht es dann unters Dach, doch: „Die kleine Halle ist für die Flüchtlinge geräumt und in der Abels-Halle ist auch kaum Fuß zu fassen. Die ist fast komplett ausgelastet“, sagt Rolf Bock. Man rückt zusammen. „Es wurden Gespräche geführt. Die Jugend bekommt Hallenzeiten in der Abels-Halle, dort teilweise am Wochenende“, sagt Norbert Hölscher, bei der Stadt für die Sportangelegenheiten zuständig. Weil es aber nicht ausreicht, steht – so Hölscher – „die kleine Turnhalle im Schulzentrum (Marga-Spiegel, d. Red.) zur Verfügung.“ Auch die Uhlandhalle sei Bestandteil der Überlegungen.

Für die Stockumer Seniorenfußballer bedeutet der Wechsel auf Asche keinen allzu großen Einschnitt, denn am 1. November beginnt sowieso der Winterbetrieb. Dann ruht offiziell das Grün. „Wir sehen aber immer zu, dass – sofern das Wetter mitspielt – bis Totensonntag auch auf Rasen gespielt werden kann“, sagt Norbert Hölscher.

Der Trainingsbetrieb – so wie bei Eintracht Werne seit Ende September – läuft dann sowieso auf Rotgrand.

Einzige Unannehmlichkeit in Stockum: Weil das Umkleidegebäude am Ascheplatz ebenfalls von Flüchtlingen belegt ist, müssen sich die Spieler fürs Training und die Partien am Rasenplatz umziehen und etwa 250 Meter bis zur Spielstätte laufen.

Der Winterbetrieb spielt dabei den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung in die Karten. Sie haben weit über den Jahreswechsel hinweg Zeit, in aller Ruhe eine Lösung zu finden – vor allem bei der Finanzierung. „Mit 5 000 Euro“, weiß Rolf Bock, „ist das nicht getan.“

Bis zu 60 000 Euro, wie es der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Jürgen Zielonka, befürchtet, sollen es aber auch nicht werden, glaubt Norbert Hölscher. Dabei mag helfen, dass die Masten in Ordnung sind. Hölscher: „Sie sind wohl weiter verwendbar. Die Standsicherheit ist erst im Frühjahr noch überprüft worden.“

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