Gewaltige Zäsur beim SV Stockum – Nicht nur Fußballchef Holtrup hört auf

Hört auf: Das Stockumer Dreigestirn mit Marc Nowak, Josef Holtrup und Rolf Bock (von links). -  Foto: Zöllner

Stockum - Die Fußballabteilung des SV Stockum steht vor einem gewaltigen Einschnitt. Denn zur kommenden Jahreshauptversammlung wird nach zehn Jahren an der Abteilungsspitze Josef Holtrup sein Amt niederlegen.

Mit ihm werden zudem sein Stellvertreter Marc Nowak, der sportliche Leiter Rolf Bock und Obmann Norbert Schnee aufhören. „Das ist eine gewaltige Zäsur“, erklärt Holtrup.

Er hat bereits den geschäftsführenden Vorstand des Gesamtvereins über seine Pläne informiert. Allerdings will sich Holtrup nicht ganz zurückziehen, sondern sich eher ins zweite Glied stellen. „Ich bin im Prinzip bereit, einen Posten wie Kassierer oder Geschäftsführer zu übernehmen. Ich bin ja ein alter Stockumer und will weiter mitmachen“, sagte der 61-Jährige.

Auch Kassierer und Geschäftsführer

Da sich im Rahmen der Jahreshauptversammlung im April diesen Jahres keine Kandidaten für das Amt des Geschäftsführers und Kassierers fanden, übernahm Holtrup diese Ämter gleich mit – und hat damit eine Menge ehrenamtlicher Arbeit.

Bevor Holtrup die Abteilungsspitze des Kreisligisten übernahm, war er bereits in der Jugend und in den Senioren als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter auch an der Seit von Rolf Bock aktiv, ebenfalls zehn Jahre lang.

Der Rückzug erfolgt aus zwei Gründen – das sind zum einen persönliche und zum anderen berufliche. „Ich plane eine längere Auslandsreise ab April und werde zweimal Opa. Zudem bin ich beruflich noch stärker eingespannt“, sagt der selbstständige Immobilienmakler.

Holtrup wünscht sich, dass auf der im Februar oder März abzuhaltenden Jahreshauptversammlung „neue Köpfe auch neue Ideen einbringen“ sollen. Wer diese neuen Köpfe sind, muss sich aber erst noch herausstellen. „Es gibt durchaus Lösungsmöglichkeiten“, macht Holtrup aber den Mitgliedern Mut, dass nicht alles zusammenbricht.

„Die Jugendfußballabteilung, die ebenfalls bereits informiert ist, ist ja mittlerweile größer als die Seniorensparte“, kann Holtrup auch von einer Erfolgsgeschichte innerhalb des Vereins berichten.

Geringe Bereitschaft zu einer Mitarbeit

Aber fest steht: Mit Holtrups angekündigtem Abgang entsteht eine große Lücke. „Und Rolf Bock als sportlicher Leiter hat sich ja nicht nur um den Symalla-Cup gekümmert, Marc Nowak hat ebenfalls viele Aufgaben übernommen und auch Norbert Schnee hat viele Gespräche mit möglichen Neuzugängen geführt“, zählt der Fußballchef auf

Der mittlerweile 78-jährige Ex-Bundesligatrainer Bock engagiert sich seit vielen Jahren auf verschiedensten Ebenen beim SVS – er organisierte Jugendcamps, Hallenstadtmeisterschaften und auch seit Jahren das Stockumer Sommerturnier um den Symalla-Cup.

Die Bereitschaft, innerhalb der Abteilung mitzuarbeiten, sein sehr gering, führt Holtrup weiter aus. „Uns erreichen fünf bis zehn Abmeldungen pro Jahr von den passiven Mitgliedern. Da kann man irgendwann einmal zusammen rechnen, bis keine mehr da sind“, erklärt der SVS-Fußballchef. Holtrup will deshalb auch keine Zukunftsprognose für den Seniorenbereich abgeben.

Trainerfrage bleibt erst offen

Auch die Nachfolge von Ralf Gondolf als Trainer der Kreisliga-Mannschaft des SV Stockum ist weiter offen – und Josef Holtrup wird sich nicht mehr um diese Personalie kümmern (wollen). Gondolf hatte seinen Abgang zum Sommer kommenden Jahres bereits im November angekündigt.

Zwei, eine oder keine Mannschaft?

Das allerdings hat nichts damit zu tun, dass der hoch gehandelte Meisterschaftsfavorit in der Kreisliga A1 (Unna/Hamm) seinen Ansprüchen weit hinterher hinkt.

„Wir können erst einen neuen Trainer verpflichten, wenn ein neuer Kopf der Abteilung vorsteht. Der muss doch seine eigenen Ideen umsetzen“, erklärt Holtrup.

Und er weiß auch gar nicht, mit wie vielen Seniorenmannschaften der Verein in die kommende Saison geht. „Ich weiß nicht, ober wir zwei oder eine oder gar keine melden werden“, klingt der 61-Jährige durchaus pessimistisch.

Denn im Frühjahr müssen zudem die Gespräche mit einem möglichen neuen Trainer, den Spielern aus dem eigenen Kader und möglichen Neuzugängen geführt werden. Auf den neuen Chef der Stockumer Fußballer – wenn sich denn einer findet – wartet eine Menge Arbeit.

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