Eintracht mit Traumstart, Stockum patzt, TuRa zeigt Moral

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Pascal Kuper und der FC TuRa erkämpften sich ein Remis gegen den BV 09 Hamm. 

Werne - Zum Saisonauftakt in der Kreisliga A1 (Unna/Hamm) setzte Eintracht Werne gleich ein Ausrufezeichen, während der Staffelwechsel FC TuRa Bergkamen fast 90 Minuten in Unterzahl spielen musste und dennoch das bessere Team wr. Der SV Stockum hat den Saisonstart hingegen komplett verpatzt.

Kreisliga A1 (Unna/Hamm): TuS Uentrop – Eintracht Werne 0:2 (0:1). Drei Punkte zum Saisonauftakt, Platz drei in der Tabelle – klar, dass Eintrachts Trainer Mario Martinovic nicht viel zu mäkeln hatte. „Für das erste Spiel war das sehr gut, da kann man zufrieden sein“, sagte er und wollte aber auch nicht in zu große Jubelstürme ausbrechen. 

Beide Mannschaften schenkten sich von Beginn an nichts und arbeiteten gut gegen den Ball. Dadurch blieben aber große Chancen auch eher Mangelware. Die erste Schrecksekunde für die Eintracht gab es in der 12. Minute, als Neuzugang Sami Schebab umknickte und nicht mehr weitermachen konnte. 

Ibrahim Kabakoglu kam für ihn in die Partie, Mario Martinovic rückte zurück auf die Sechs. Enes Akyüz trifft doppelt per Strafstöße Aber auch so blieb er gefährlich, denn er lieferte die „Vorlage“ für die Eintracht-Führung. 

Als Uentrops Torhüter Janis Gerwin ihn in der 37. Minute von den Beinen holte, verwandelte Kapitän Enes Akyüz den fälligen Strafstoß. Kurz darauf hätte Deniz Ünal sogar noch auf 2:0 erhöhen können, doch seine Durchsetzungskraft auf der linken Seite wurde nicht belohnt, sein Abschluss ging über das Tor (40.). 

In der zweiten Hälfte hatte die Eintracht einige Konterchancen. Ibrahim Kabakoglu ging alleine auf das Tor zu, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits (70.). Andreas Pawlik schoss eine Flanke von Emre Yilmaz über den Kasten (80.). Als Kabakoglu aber nach einem langen Ball in den Strafraum eindrang und von zwei Gegenspielern bedrängt wurde, gab es erneut Elfmeter. Wieder behielt Kapitän Enes Akyüz die Nerven und entschied die Partie (81.). 

Ärgerlich war danach der Platzverweis für Neuzugang Damir Kurtovic zwei Minuten später. „Daraus müssen wir lernen“, sagte Martinovic, der den Platzverweis als durchaus berechtigt ansah.

Eintracht: Rafalski – Kurtovic, Akyüz, Schebab (12. Kabakoglu), Pawlik, Schiller, Martinovic, D. Ünal, S. Ünal, Matula, Yilmaz Tore: 0:1 (31.), 0:2 (81.) beide Akyüz 

Bes. Vork.: Gelb-Rote Karte für Kurtovic (Eintracht/83.) wegen wiederholtem Foulspiel

FC TuRa Bergkamen  BV 09 Hamm 3:3 (1:1). Trotz fast 90-minütiger Unterzahl hat der FC TuRa Bergkamen in seinem ersten Meisterschaftsspiel der Kreisliga A1 (Unna/Hamm) ein 3:3 gegen den hoch gehandelten BV 09 Hamm geholt. 

Der Staffelwechsler drehte dabei einen 0:1-Rückstand in eine 3:1-Führung, die er aber noch aus der Hand gab. Das Spiel begann für die Gastgeber mit einem Schock. Nico Krause lief seinem Gegenspieler in die Hacken, Schiedsrichter Teichmann wertete dies als Notbremse, obwohl noch zwei Spieler hätten eingreifen können (2.).

 Danach entwickelte sich ein hektisches Spiel mit vielen fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen, vielen zum Teil üblen Fouls und ständigen Beeinflussungen von außen. Der Gastgeber, der von den Co-Trainer Erkan Gökce und Chris Brügmann gecoacht wurde (Trainer Alex Berger ist im Urlaub) hatte in Unterzahl eine hohe Spielkontrolle und war das deutlich aktivere Team. Dennoch geriet der Gastgeber in Rückstand. Kevin Kaczmarek vertändelte den Ball gegen Scott van Balen, der Meik Grela bediente (28.). Dabei forderten die Gastgeber mehrfach vergeblich Platzverweise für BV 09-Spieler ein. 

Medjignias Foul im Strafraum als letzter Mann gegen Dumanli zog nur einen Elfmeter nach sich, den Nils Rataj sicher zum 1:1 verwandelte (43.). Komplett gedreht war die Partie, als Jörg Plattfaut wuchtig den Ball aus acht Metern nach einem Konter in den Winkel drosch (47.). BV 09 wirkte weiterhin völlig uninspiriert und machte aus der nummerischen Überlegenheit nichts. 

Als Christel im Strafraum Kupfer foulte, traf erneut Rataj zum 3:1 (61.). Doch zwei Minuten später traf erneut Grela nach Flanke von Scott van Balen zum 3:2 (63.). Dumanli setzte danach eine Flanke aufs Tornetz und Grela scheiterte aus kurzer Distanz auf der Gegenseite (66., 68.).

 Nach 84 Minuten sorgte dann Grela für den Ausgleich – ab der 70. Minute legte BV 09 tatsächlich gegen nun immer müder werdende TuRaner zu. Als Nico Nagel nur den Innenpfosten traf und Dumanli den Abpraller zum 4:3 ins Tor schoss, war das Entsetzen der TuRaner groß über den Abseitspfiff. Auf der Gegenseite schoss Scott van Balen aus einem Meter übers Tor (90.+3) – es wäre ein ungerechtes Ergebnis gewesen. „Das war ein völlig verrücktes Fußballspiel, das zudem total zerpfiffen wurde. Ich kann der Mannschaft nur ein Lob aussprechen. Passiert der Platzverweis nicht, gewinnen wird das Spiel“, sagte TuRas sportlicher Leiter Kurt Gumprich.

FC TuRa: Hohmann – Kaczmarek, Krause, Dumanli, Nagel, Rataj, Krucinski, Kupfer (73. Golly), Plattfaut (63. Gotthardt), Köroglu, Rösener 

Tore: 0:1 (26.) Grela, 1:1 (42.) Foulelfmeter Rataj, 2:1 (47.) Plattfaut, 3:1 (61.) Foulelfmeter Rataj, 3:2 (63.), 3:3 (84.) beide Grela

Bes. Vork.: Rote Karte für Krause wegen Notbremse (2., FC TuRa)

SV Stockum – Tus Lohauserholz III 1:2 (1:0). Aufgrund eines ganz schwachen Auftrittes bleiben die Stockumer, die eigentlich eine ordentliche Vorbereitung absolviert hatten, zum Saisonauftakt. Und das völlig verdient, wie Trainer Ralf Gondolf feststellte.

 „Das war eine völlig verdiente Niederlage. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass die Jungs eigentlich eine gute Vorbereitung absolviert haben, dann hätte man auch meinen können, da hätten sich heute ein paar zufällig am Bahnhof getroffen und zum Kicken verabredet“, sprach der neue Coach Klartext. 

Ein Großteil der Mannschaft hatte vor zwei Wochen noch mit einem sehr geschlossenen Auftritt die mit Oberliga-Spielern des Holzwickeder SC verstärkte Bezirksliga-Reserve des HSC  in der ersten Runde des Pokals rausgeworfen, doch nach dem Zusammenhalt suchte man gegen die „Dritte“ des TuS Lohauserholz, die in der vergangenen Saison kurz vor dem Abstieg stand, lange. 

Viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten prägten das Stockumer Spiel. Auch der Führungstreffer von Hamza Tozlu brachte keine Sicherheit ins Spiel. Sezer Canikli hatte den Ball lang in den Sechzehner gebracht, wo Tozlu hochstieg und den Ball mit dem Kopf ins Tor verlängerte (25.). Der traf dann fünf Minuten vor der Pause noch den linken Außenpfosten, doch weitere Höhepunkte blieben aus. In der zweiten Hälfte blieb es bei zu wenig Präzision im Aufbauspiel, die die Gäste immer wieder einlud ins Spiel zurück zu kehren. 

Und das taten die dann auch. Nach einem Freistoß lauerte Ersin Atilgan am zweiten Pfosten und traf direkt ins Eck (59.). Nur vier Minuten später kam es dann noch dicker. Admir Mehmedi versenkte den Ball von links ins lange Eck (63.). Im direkten Gegenzug setzte sich Abdussamed Cördük zentral im Sechzehner gegen drei Gegenspieler durch, doch blieb er dennoch hängen. Danach entwickelte sich wenig Spielerisches, in der Hauptsache wurde vor allen Dingen diskutiert – auch zu Lasten des Stockumer Zeitkontos.

 Die größte Chance auf den Ausgleich hatte noch Ismail Cördük mit einem Kopfball in der Nachspielzeit. „Das war eine richtig schlechte Vorstellung von uns. So fangen wir wieder bei Null an“, stellte Gondolf konstaniert fest. 

SVS: Zimmermann – S. Canikli, I. Cördük, Löbbecke (39. E. Tozlu), A. Cördük, Köroglu, Sari (65. Lupp), Tayar, Rissane (73. Topuz), H. Tozlu 

Tore: 1:0 (25.) H. Tozlu, 1:1 (59.) Atilgan, 1:2 (62.) Mehmedi

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