Trainer Ralf Gondolf ist mit der Vorbereitung nicht zufrieden / Auftaktprogramm als Gradmesser

Viele Fragezeichen beim SV Stockum

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Angreifer Mario Dömland steht dem SV Stockum aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung.

STOCKUM -  „Wir wissen gar nicht, wo wir im Moment überhaupt stehen“, sagt Ralf Gondolf. Der Trainer des SV Stockum sieht aktuell sogar den guten Eindruck und den Erfolg aus der Hinrunde gefährdet. „Wir wollen nicht nur eine halbe Saison guten Fußball spielen“, sagt Gondolf, dessen Team in der Fußball-Kreisliga A (LH) hinter dem SuS Olfen und Eintracht Werne auf dem dritten Tabellenplatz überwintert hat.

Ob diese Position zumindest gehalten werden kann, entscheidet sich innerhalb von drei Wochenenden: Erste Gegner sind Verfolger BW Alstedde, Eintracht Werne und mit Union Lüdinghausen ein weiteres Team, das sich wieder in Schlagdistanz zu den Top 3 der Liga spielen kann.

„In Sachen Fitness das Ziel nicht erreicht“

Ob der SV Stockum da mithalten kann, darüber haben weder das Training noch die Testspiele in der Vorbereitung genügend Anhaltspunkte geliefert. Klar ist, sagt Gondolf: „Wir haben in Sachen Fitness das Ziel nicht erreicht und sind von dem, was wir an taktischem Verhalten verbessern wollten, doch sehr weit weg.“

Das Training war witterungsbedingt in diesem Jahr geregelter als im Winter 2014, aber dennoch schwieriger zu gestalten: „Wir waren immer zu wenig und immer unterschiedlich besetzt. Mal waren die weg, mal andere“, sagt Gondolf, und: „Manchmal waren es auch nur sieben oder acht Mann. Da kann man nicht viel Erkenntnisse gewinnen.“

Aktuell sind Thierry und Candy Opsölder, Niklas Grennigloh und Tolga Köroglu verletzt, Mario Dömland hat sich aus privaten Gründen abgemeldet. Und „Neuzugang“ Recep Curuk spielte nur einmal – beim 2:0 im ersten Test gegen den Kamener SC.

„Das war das einzige Mal, dass wir relativ komplett waren“, sagt Gondolf. Danach blieb das Team gegen SVF Herringen (1:3), Hammer SpVg III (4:4), SG Castrop (3:4) und Mühlhausen II (1:5) ohne Testspielsieg. Bei der Generalprobe gegen den 13. der Kreisliga A2 (Unna-Hamm) verdeutlicht die personellen Probleme, dass mit Marcel Heidenreich und Holger Föst zwei Spieler in der Startelf standen, die zuletzt gar nicht oder nur bedingt mitmachen konnten. Und Wechselspieler standen ebenso nicht zur Verfügung wie eine Woche zuvor gegen Castrop.

Die Spiele absagen, dass kommt Gondolf nicht in den Sinn: „Man fährt dahin, um zu spielen – mehr aber auch nicht“, sagt er. Obwohl gegen Mühlhausen II die eine oder andere Rochade innerhalb der Elf vorgenommen wurde, um Spieler für den Ernstfall auf ungewohnten Positionen zu sehen – „zum Beispiel, wenn wir mal zurückliegen und Harakiri spielen müssen“, meinte Gondolf.

Auch in der Hinrunde hatten die Stockumer schon Probleme mit Spielern, die angeschlagen waren oder berufsbedingt kürzer traten. „Doch das war auf der anderen Seite auch unsere Stärke“, sagt Gondolf, „denn wir hatten Leute auf der Bank, die wegen Verletzung oder Job keine 90 Minuten spielen konnten. Aber wenn sie reingekommen sind, haben sie enorme Qualität mit auf den Platz gebracht und uns einige Punkte geholt.“ Die aktuelle Personalsituation aber raubt den Stockumern diese Alternativen – so wie mit der Abmeldung Dömlands und der Knie-OP bei Köroglu in der Offensive.

Aber Gondolf gibt nicht nur den äußeren Umständen die Schuld an der unbefriedigenden Situation. Er vermisst bei einigen Spielern die Einstellung zum Sport: „Ob es darum geht, bei kleineren Verletzungen mal auf die Zähne zu beißen. Oder darum, seine Freizeit etwas anders zu organisieren – auch wenn es die Kreisliga A ist.“ - gu

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