Marco Habicht: Schlechte Vorbereitung und Kollegenschelte

Marco Habicht

WERNE -  Am Sonntag, 9. Februar, beginnt die zweite Saisonhälfte in der Fußball-Kreisliga A (LH) mit zwei Nachholspielen.

Dabei steht das Verfolgerduell zwischen dem Vierten Eintracht Werne und Tabellenzweiten Westfalia Vinnum (Anstoß: 15 Uhr, Sportzentrum Dahl) im Blickpunkt, zudem spielt der SC Capelle gegen den PSV Bork. Um das Spitzenspiel gab es im Dezember vergangenen Jahres einige Aufregung mit gegenseitigen Vorwürfen.

Es fiel zweimal aus und nachdem sich beide Teams und auch der Staffelleiter nicht auf einen dritten Ausweichtermin einigten, wurde es in den Februar verlegt. Vor der Partie sprach WA-Redakteur Frank Zöllner mit Vinnums Trainer Marco Habicht. Der 39-Jährige trainiert seit zweieinhalb Jahren die Westfalia.

Drei Testspiele hat Ihr Team gemacht – und alle verloren. Wie bewerten Sie die Vorbereitung?

Marco Habicht: Katastophal. Das war die schlechteste Vorbereitung, die ich je als Trainer gemacht habe. Die Trainingsbeteiligung war alles andere als gut, was auch beruflich und durch Verletzte bedingt war. Die Hälfte der Truppe ist nicht fit und ist im Grunde auf dem Stand am Anfang einer Vorbereitung. Das hat man dann auch in den Testspielen gesehen, wie zuletzt beim 3:7 gegen Ahsen. Da musste ich ins Tor, weil alle drei Torhüter ausgefallen sind. Christopher Mayr hat einen Bänderriss, Ersatzkeeper Andreas Schneider eine Kapselverletzung und der Torwart der Reserve die Hand gebrochen.

Ihr Gegner Eintracht Werne hatte gar kein Testspiel.

Habicht: (lacht) Zumindest haben sie dann nicht verloren. Wenn die Jungs bislang noch nicht so richtig auf dem Platz waren, werden sie heiß sein auf das Spiel. Wir selber strotzen jedenfalls nicht vor Selbstbewusstsein.

Ein Paukenschlag war, dass Ihr Trainerkollege Mario Pongrac am Sonntag beim Spitzenreiter und Ortsrivalen SuS Olfen zurückgetreten ist. Was sagen Sie dazu?

Habicht: In einer Art tut es mir leid, wenn ein Kollege, der gut gearbeitet hat, sein Team ins Kreispokal-Halbfinale und an die Tabellenspitze geführt hat, geht. Auf der anderen Seite geht es aber gar nicht, wenn ein Trainer seine Truppe im Stich lässt. Das kann ich nicht nachvollziehen. Nur weil im Sommer ein neuer Trainer kommt, schmeiße ich doch nicht hin. Der Verein hätte ihn doch umgekehrt auch nicht entlassen, wenn er im Sommer zu einen anderen Klub gegangen wäre. Ich hätte die Meisterschaft gefeiert und wäre dann gegangen.

Sind die Karten im Titelrennen nun neu gemischt?

Habicht: Nach dieser Vorbereitung denke ich nicht, dass wir noch was damit zu tun haben werden. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Olfen wird zudem nicht so viele Punkte liegen lassen – und wir und Eintracht Werne müssen ja erst einmal alles gewinnen. Die Situation ist schade für uns, weil wir eine so gute Hinrunde gespielt haben.

Was erwarten Sie für Sonntag?

Habicht: Ich wäre mit einem Nullzunull super zufrieden. Das zeigt schon, dass wir unser Augenmerk auf die Defensive legen und unser Glück über Konter suchen werden. Da darf Werne gerne den Ballbesitz haben, sie sind ohnehin haushoher Favorit. Vielleicht sind wir ja wie ein angeschlagener Boxer, der einen Lucky Punch setzt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare