Ex-Eintrachtler Martin Gorgon ist vor dem Spitzenspiel ein Tiefstapler

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Eintracht Wernes Ex-Spieler Martin Gorgon (rechts) – hier im Kreispokal-Finale gegen den SV Herbern – freut sich auf das Wiedersehen am Sonntag mit seinen ehemaligen Mitspielern.

Werne - Am Sonntag steht ab 14.30 Uhr in der Fußball-Kreisliga A1 (Unna/Hamm) am 13. Spieltag das Spitzenspiel zwischen dem TuS Uentrop und Eintracht Werne an.

Die Uentroper übernahm am vergangenen Sonntag durch ein 3:1 bei BV 09 Hamm die Tabellenspitze, Eintracht Werne rutschte durch das 1:1 gegen den bisherigen Liga-Primus VfL Mark auf Platz fünf ab mit nun sechs Zählern Rückstand auf Uentrop. Mit dem 30-jährigen Mittelfeldspieler Martin Gorgon, der bis Sommer 2014 bei Eintracht Werne spielender Co-Trainer war, sprach vor der Partie Frank Zöllner.

Im Sommer 2014 haben Sie Eintracht Werne mit fünf weiteren Spielern in Richtung Uentrop verlassen. Ist die Partie am Sonntag nun eine besondere?

Martin Gorgon: Etwas besonderes in dem Sinne, dass die zwei Jahre im Werne sehr viel Spaß gemacht haben – sowohl auf als auch neben dem Platz. Schön ist es, einige Jungs von damals wieder zu sehen und mit ihnen nach dem Spiel eine Cola oder ein Bier zu trinken.

Weswegen gab es damals diese Massenbewegung?

Gorgon: Bei mir war es so, dass ich keine großen Ambitionen mehr in Richtung Bezirksliga hatte. Und ich bin damals von Bochum aus nach Uentrop gezogen und wohne fünf Minuten vom Sportplatz entfernt. Man hätte mir geben können, was man wollte. Ich wollte unbedingt mit Patrick Woitek zusammen spielen. Denn Freundschaften sind rar gesäht und die sollte man pflegen. Dass die anderen auch nach Uentrop gewechselt sind, dafür kann ich trotz aller Gerüchte nichts.

Gibt es noch Kontakt zur Eintracht?

Gorgon: Mit Manuel Linke steht einer meiner besten Kumpel bei der Eintracht im Tor.

In der Vorsaison ist Eintracht Werne im Kreis Lüdinghausen Vizemeister geworden und Uentrop in der Kreisliga A1 (Unna-Hamm). In beiden Jahren davor bei der Eintracht war es genauso. Haben Sie das Vizemeister-Gen in sich?

Gorgon: Und in den zwei Jahren vor der Zeit bei Eintracht bin ich zudem mit VfL Mark sogar noch zweimal in Folge Vizemeister geworden. Ich kann es nicht mehr hören, Vize-Gorgon und Vize-Woitek. Aber ich dachte im vergangenen Jahr, ich wechsele zu einem Mittelklasse-Verein. Dann haben wir einen Lauf bekommen. Wobei man sagen muss, dass die Kreisliga A1 im vergangenen Jahr im Vergleich zur Kreisliga Lüdinghausen vom Niveau her eher schwach war. In diesem Jahr ist die Liga besser und ausgeglichener besetzt. Bis auf zwei, drei Ausnahmen kann jeder jeden schlagen.

Wo liegen die Stärken des TuS Uentrop?

Gorgon: Ich denke nicht, dass wir aufsteigen werden. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Wir spielen bislang über unser Niveau. Wir haben nur fünf Spieler, die älter als 25 sind. Dazu kommen fünf A-Jugendliche, die regelmäßig spielen. Ihnen fehlt aber die Erfahrung. Wir haben nur vier Spieler dabei, die höher als Kreisliga gespielt haben. Bei unseren Siegen gegen Herringen und Stockum und dem Remis gegen die Hammer SpVg III hatten wir eine Menge Glück. Von der Kaderqualität her muss ich sagen, dass Mark und Eintracht die besten Mannschaften sind. Ich sehe uns dahinter auf einer Augenhöhe mit BV 09 Hamm, SpVg Bönen und Stockum. Und wir hatten bislang keine Ausfälle. Mal sehen, ob wir weiter so konstant spielen.

Und natürlich darf man Ercan Taymaz nicht vergessen, der in zwölf Spielen unglaubliche 25 Tore erzielt hat. Der ist anscheinend nicht zu bremsen...

Gorgon: Aber die Eintracht kennt ihn ja. Seine Stärke ist, dass er eine Mannschaft hat, die ungeheuer für ihn arbeitet. Er gibt auch nicht den Superstar und dankt den Einsatz mit seinen Toren. Und von Ercan ist bekannt, dass er nicht der Langsamste ist.

Wo sehen sie die Stärken bei der Eintracht?

Gorgon: Eintracht spielt sehr Ball dominant – das war früher zu meiner Zeit bei Eintracht schon so. Und auch ganz klar spielerisch. Das geht schon beim Torwart los. Ich sehen keinen stärkeren als Manuel Linke in der Liga. Wer ist denn besser? Dann die absolut starke Abwehr mit Obrenovic und den Außenbahnspielern Pawlik und Hessfeld. Das sind gute und variable Waffen. Und die beiden Ex-Profis Marko Martinovic und Oliver Tole haben eine ganz andere Ausbildung genossen als das Großteil der Spieler in der Liga. Mich interessiert wirklich, wie die beiden sich spielerisch verhalten und sich innerhalb der Mannschaft präsentieren. Und auch Mario Martinovic ist unglaublich ballsicher.

Warum gewinnt am Sonntag dennoch der TuS Uentrop?

Gorgon: Ich denke, dass uns in die Karten spielt, dass wir weniger Druck haben. Wir bleiben am Sonntag auf jeden Fall Erster, auch wenn wir verlieren sollten. Wir haben ein Heimspiel auf einem super Platz und bisher haben wir einen Lauf. Und zudem hält das ganze Dorf zusammen.

Hintergrund

Die Partie TuS Uentrop gegen Eintracht Werne ist nicht nur ein Top-Duell, sondern weist auch eine besondere Konstellation auf. Denn im Sommer 2014 wechselten mit Martin Gorgon, Ercan Taymaz, Lucian Thurn, Hüseyin Bambil, Patrick Woitek und Eugen Melser gleich sechs Spieler vom damaligen Kreisliga-Vizemeister Eintracht Werne in den Hammer Osten, in diesem Sommer folgte Tuncay Kaya, während Eugen Melser aus Uentrop zur Eintracht zurückkehrte.

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