Kinderporno-Fall: FLVW zieht Schiri aus dem Verkehr

WERNE - Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat einen wegen Besitzes kinderpornografischen Materials verurteilten Schiedsrichter aus Nordkirchen aus dem Verkehr gezogen.

„Gesperrt ist er nicht, aber wir teilen ihn zurzeit nicht für Spiele ein“, sagte FLVW-Justitiar Dieter Ostertag. Damit folgt der FLVW allerdings faktisch dem Fußballkreis Lüdinghausen, der den Unparteiischen bereits Ende Dezember untersagte, Spiele im Kreisgebiet zu leiten.

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„Der FLVW trägt in vollem Umfang die Entscheidung des Kreisvorstandes Lüdinghausen, den betroffenen Schiedsrichter bis auf weiteres nicht mehr anzusetzen und wird hierüber die Vorsitzenden aller weiteren 29 Kreisschiedsrichter-Ausschüsse unterrichten“, schreibt der FLVW in einer Stellungnahme.

Somit wird der Nordkirchener, der nur auf Kreisebene pfiff, auch nicht im Rahmen eines üblichen Schiedsrichter-Austausches zwischen den Fußballkreisen zum Einsatz kommen.

Denn Sperren, so führt Ostertag aus, dürfen nur von den zuständigen Organen ausgesprochen werden. „Der Schiedsrichterausschuss des Kreises Lüdinghausen kann als Sanktionen von einem Verweis bis zu einem Ausschluss alles festlegen, unter der Gewährung des rechtlichen Gehörs der betroffenen Person“, führt der FLVW-Justiziar weiter aus.

Allerdings sei auch der Verbandsschiedsrichter-Ausschuss informiert worden. „Das Verbandsorgan wird dann erst tätig, wenn der Schiedsrichter gegen eine Entscheidung des Ausschusses auf Kreisebene in Berufung geht“, sagt Ostertag.

Der Schiedsrichter war im Dezember vom Amtsgericht Lüdinghausen wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Einen Tag später nach der Verurteilung leitete er im Rahmen der 4. offenen Werner Stadtmeisterschaften die Spiel der A-Junioren.

Ob der Verband erweiterte polizeiliche Führungszeugnisse in Zukunft von seinen Schiedsrichtern verlangen wird, steht noch nicht fest. „Das muss in den entsprechenden Ausschüssen überdacht werden, ob es Sinn macht oder es nach dem Motto: ‘Das ist ein Einzelfall’ behandelt“, sagt Ostertag. - fraz

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