Kunstrasen Siepen: SVH leidet unter „Montagsprodukt“

Der Kunstrasen am Siepen ist sanierungsbedürftig.

HERBERN -  Dass auch ein Kunstrasenplatz eine „Montagsproduktion“ sein kann, erfuhren am Donnerstag die Mitglieder des Sportausschusses. Eine Erkenntnis, die trotz großen Entgegenkommens der ausführenden Firma Polytan teuer kommt, und zur Entscheidung an den Haupt- und Finanzausschuss weitergereicht wurde.

200.000 Euro kostet eine Kompletterneuerung des mangelhaften Kunstrasens insgesamt. 100.000 Euro würde Marktführer Polytan beisteuern – vorausgesetzt, der Platz würde 2016 saniert. Blieben 100.000 Euro Kosten, davon 70.000 für die Gemeinde und 30.000 Euro für den SVH.

Vorteil für den Herberner Sportverein: Er käme bereits nach einer Nutzungsdauer von zehn Jahren an einen neuen und tauglichen Kunstrasen. Für gewöhnlich beträgt diese 15 bis 18 Jahre. Davon war man bei der Finanzierung des Platzes und dem Plan der Kredittilgung auch ausgegangen, erläuterte Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus im Ausschuss.

Von Anfang an hatte es mit dem Platz Probleme gegeben und die Deckschicht aufgrund ihrer Materialmängel für Verdruss bei Vorstand und Kickern gesorgt. Nach zahlreichen Ausbesserungen im Rahmen der Gewährleistung hatten die Entscheider von Polytan nach einer Ortsbegehung in Herbern die Mängel offen eingeräumt und den Vergleich angeboten.

Üblicherweise fördert die Gemeinde Ascheberg Investitionen der Vereine im Rahmen ihrer Haushaltsmöglichkeiten mit einem 50-Prozent-Zuschuss. In diesem Fall aber wird zugunsten des SVH berücksichtigt, dass der Kunstrasenbelag nach der ursprünglichen Laufzeit erst 2021 ausgetauscht worden wäre.

Dann würde die Investition aber schon 220.000 Euro betragen und ein 50-Prozent-Zuschuss also bei 110.000 Euro liegen. Das entspreche bei einer Restnutzungsdauer von einem Drittel im Jahre 2016 rund 70.000 Euro, rechnete die Verwaltung vor. Dem SVH würde dabei das gute Verhandlungsergebnis mit Polytan zugute kommen, heißt es weiter.

UWG empfiehlt juristische Klärung

Bei einigen Ausschussmitgliedern regte sich Unbehagen und Dr. Rüdiger Vogt (UWG) befürchtete: „Das läuft schief.“ Er empfahl, eine juristische Klärung vor die Entscheidung zu setzen. Sein Fraktionskollege Simon Handrup hakte nach, ob die Firma in der Lage sei, einen guten Belag zu liefern. Helmut Sunderhaus entgegnete, dass von einer „Montagsproduktion“ auszugehen sei, denn die Firma sei immerhin Marktführer. - gh

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