Modell auf Probe: Kicken mit neun Spielern

Werne -  Es ist ein Experiment. Ein zeitlich befristetes, das zunächst nur für die kommende Saison gelten soll.

Der Fußball- und Leichtatheltikverband Westfalen (FLVW) empfiehlt den ihm angeschlossenen Kreisen, zur Flexibilisierung des Spielbetriebs für die kommende Saison das „Norweger Modell“ in den Fußball-Kreisligen C und D sowie in der Kreisliga der Frauen für die Saison 2015/16 einzuführen.

Und Horst Weischenberg, Vorsitzender des Kreises Unna/Hamm macht deutlich: „Wir werden uns dem nicht verwehren.“ Auch Norbert Reisener, Chef des Kreises Münster/Warendorf, hat „diese Fragestellung“ an die zuständigen Staffelleiter weitergeben. „Im Moment scheint da kein Bedarf bei uns zu sein. Aber vielleicht entwickelt sich da noch etwas“, sagt Reisener.

Die Empfehlung des FLVW sieht folgende Regelungen vor:

- Klubs in den betreffenden Ligen können Mannschaften mit neun Spielern (einschließlich Torwart) melden oder ein bereits gemeldetes Team für das Norweger Modell ummelden – bislang war dies im Jugendbereich bereits auf Kreisebene möglich.

- Derartige Teams nehmen am regulären Spielbetrieb teil, dürfen aber eben nur neun Akteure gleichzeitig einsetzen. Für den jeweiligen Gegner gilt das dann – unabhängig von seiner Meldung – auch. Die Partien werden auf Plätze in Normalgröße ausgetragen, andere Bestimmungen (beispielsweise zum Auswechselkontingent) bleiben ebenfalls unberührt.

- Ein Wechsel zurück zum „normalen“ Teilnahmemodell mit elf Spielern ist nur zu Beginn der neuen und nicht während einer laufenden Saison möglich. Teams, die im „Norweger Modell“ antreten, dürfen aufsteigen. Sollte eine dieser Mannschaften den Sprung in die Kreisliga B beziehungsweise von der Frauen-Kreisliga in die Bezirksliga schaffen, ist dort die Teilnahme allerdings nur mit normaler Spielerzahl möglich.

Bei der Beurteilung der Regelung schwankt Weischenberg zwischen Verständnis und Ablehnung. „Ein Freund davon bin ich nicht“, sagt der Staffelleiter. „Für mich wird Fußball mit elf Spielern gespielt.“ Und auch die „normal“ gemeldeten Gegner, die ihre Spielerzahl dem im „Norweger Modell“ antretenden Kontrahenten anpassen müssten, düften wenig begeistert sein, befürchtet Weischenberg. Aber er weiß, dass der Sport angesichts des demographischen Wandels flexibler werden muss. „Deshalb werden wir das zulassen.“ Wobei Weischenberg darauf verweist, dass das „Norweger Modell“ vor allem für personelle schwach besetzte, kleine Vereine interessant sein dürfte. Zuletzt hatte sich der FC Hamm beispielsweise in der Kreisliga D im Laufe der Saison zurückgezogen. Vielleicht, so Weischenberg, komme der Verein angesichts des neuen Angebots ja zurück.

Bei aller Offenheit – Weischenberg sieht auch Grenzen für das Modell auf Probe. „Das betrifft vor allem erste Mannschaften. Sollte beispielsweise eine ‘Dritte’ ankommen und das machen wollen, werden wir es nicht zulassen“, sagt der Staffelleiter mit Blick auf das in solchen Fällen ausreichende personelle Reservoir im Verein.

Ohnehin hat die Sache einen großen Haken. Denn die Zeit drängt für etwaige Interessenten, die es bislang übrigens noch nicht gibt – weil das neue Angebot kaum bekannt ist.

Das Meldefenster im Kreis schließt am 7. Juli, vorgestellt wird das Modell im Rahmen des Staffeltages am 13. August. „Die Vereine“, sagt Weischenberg, „müssten sich jetzt kurzfristig melden. Und dann schauen wir, was machbar ist.“

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