Spitzenreiter Wethmar verspielt 3:0-Führung – Chance für den Werner SC

Giovanni Schiattarella, Spielertrainer des VfL Kemminghausen.

WETHMAR -   Am Cappenberger See lief vor weit über 400 Zuschauern im Bezirksliga-Spitzenspiel zwischen Spitzenreiter Westfalia Wethmar und dem VfL Kemminghausen bereits die letzte Minute, als die bis dahin gute Stimmung bei einem Großteil der Zuschauer in blankes Entsetzen umschlag.

Bezirksliga 8: Westfalia Wethmar – VfL Kemminghausen 3:3 (1:0). Denn gerade hatte der Spitzenreiter einen eigentlich längst sicheren Sieg noch verspielt und binnen gut zehn Minuten eine 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben. Damit kann der Werner SC mit einem Sieg heute die Tabellenführung übernehmen.

So mussten sich die Gastgeber mit einem enttäuschenden 3:3 zufrieden geben, während die VfL-Kicker von ihren mitgereisten Fans mit der La-Ola-Welle gefeiert wurden.

„So etwas darf uns nicht passieren. Wir haben in der Schlussphase komplett und im Kollektiv alles falsch gemacht“, tobte Trainer Alexander Lüggert. „Dieses Spiel dürfen wir nicht mehr aus der Hand geben. Aber insgesamt ist der Punkt für Kemminghausen über 90 Minuten gesehen verdient und wir müssen für diese Schlussphase einfach bestraft werden.“

Denn nach dem 3:0 durch Mustafa Mujezinovic in der 65. Minute, dem eine starke Juka-Vorarbeit voran ging, nahm Wethmar komplett den Fuß vom Gaspedal und wurde dafür ebenso verdient wie brutal bestraft. Während die Gastgeber mit Mujezinovic und Juka ihre beiden besten Akteure vom Feld nahmen und in der Folge nicht einmal mehr gefährlich nach vorne kamen, kämpfte Kemminghausen, das sich als der erwartet starke Gegner erwies, einfach verbissen weiter.

Nachdem die Dortmunder Vorstädter bereits einige gute Möglichkeiten vergeben hatten, glückte in der 79. Minute nach einem krassen Stellungsfehler der Westfalia-Viererkette der Anschlusstreffer. Nun war es um die Wethmarer Ordnung endgültig geschehen. Statt zunächst defensiv sicher zu stehen, lief die Platzherren weiter allesamt munter nach vorne, wurden hektisch und vergaßen nahezu komplett die Rückwärtsbewegung. So reichten dem VfL einfache lange Bälle, um die grün-weiße Defensive - oder was davon noch übrig war - von einer Verlegenheit in die nächste zu stürzen. Nach zwei dieser langen Bälle war dann auch der gute Keeper Kevin Kascha machtlos und so hieß es mit dem Schlusspfiff 3:3.

„Das ist ein brutaler Tiefschlag, den wir uns aber komplett selbst zuzuschreiben haben“, so Lüggert. Denn Wethmar begann wieder einmal engagiert und ging durch einen abgefälschten Freistoß von Kai Püntmann früh in Führung (3.).

Anschließend entwickelte sich in einem gutklassigen und temporeichen Bezirksliga-Spiel ein offener Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Die wohl größte vergab Mustafa Mujezinovic, als er nach einem Abpraller des Keepers den Ball aus fünf Metern über den Fangzaun jagte.

Auch nach dem Seitenwechsel erwischte Wethmar den besseren Start und erhöhte nach einem Vergehen im Strafraum durch Juka per Elfmeter auf 2:0 (51.). Als dann in der 65. Minute auch noch Mujezinovic traf, hatten alle Zuschauer die Partie schon abgehakt. Da dies aber auch für die Westfalia-Spieler galt, reichten gut zehn Minuten, um alle eines Besseren zu belehren und die gerade ein wenig aufkommende Euphorie brutal zu zerstören.

Wethmar: Kascha – Holz, Mantei, Harder (46. Quiering), Markowski, Oh, de Grood, Juka (69. Felsberg), Püntmann, Mujezinovic (71. Zulfic), Dupke.

Tore: 1:0 (3.) Püntmann, 2:0 (51.) Juka, 3:0 (65.) Mujezinovic, 3:1 (79.) Pietryga, 3:2 (85.) Eigentor Mantei, 3:3 (90.) Cömert -  red

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