WSC: Wenig geändert, viel verändert

Marc Schwerbrock - hier gegen den Overberger Chris Brügmann – sprüht wieder vor Spielfreude

WERNE -  Wenig geändert hat sich im Kader des Werner SC im Vergleich zur Vorsaison in der Fußball-Bezirksliga (8). Mit Torhüter Michael Rockel stand in den beiden Auftaktspielen nur ein Neuzugang in der Startelf.

Aber: Kurtulus Öztürk hat trotzdem viel verändert – vor allem in der Taktik und in den Köpfen der Spieler. Dass im Umfeld nach zwei Partien bereits vom Aufstieg gesprochen wird, verbittet sich jedoch.

Sichtbar ist: Das Spiel des WSC hat über die Sommerpause hinweg an Attraktivität und Klasse gewonnen. Statt der tief stehenden Viererkette sorgen nun die hoch stehende Dreier-Abwehr – allesamt herausragend: Saado, Schöpper und Heese – und ein Fünfer-Mittelfeld für großen Druck auf den gegnerischen Aufbau, was der FC Overberge am Sonntag deutlichst zu spüren bekam.

Alle Werner waren hellwach, gewannen die meisten Duelle dank ihrer sehr soliden Technik und kombinierten, dass sogar die härtesten Kritiker jenseits der Laufbahn verstummten. „Das kam schon dem sehr nahe, was ich von meinen Jungs verlange“, meinte Trainer Kurtulus Öztürk.

Zwei Spieler stehen stellvertretend für den neuen Schwung: Necati Bacak wirkt fit wie nie und Marc Schwerbrock sprüht wieder vor Spielfreude. „Er war heute der Dreh- und Angelpunkt. Fast jeder Angriff ist über ihn gelaufen“, lobte Öztürk. Schwerbrock hat auch das Laufen wieder für sich entdeckt, holt sich die Bälle tief in der eigenen Hälfte ab und ist in seiner neuen Rolle für den Gegner nur ganz schwer zu verteidigen.

Doch bei allem Lob und aller Euphorie: Beim WSC stehen aus beruflichen Gründen bald Veränderungen an, die auch Leistungsträger (Durkalic, Schöpper, Heese) betreffen. Und es gibt in dieser Liga andere starke Mannschaften.

Eine davon hat der Sport Club mit Senden beim 1:1 zum Auftakt erlebt, zwei weitere empfängt er in den nächsten Heimspielen: Am 7. September den TuS Ascheberg mit seinen neuen Defensiv-Spaniern Jorge Molina Rodriguez und Oscar Cribrero sowie am 21. September den Tabellenführer Westfalia Wethmar mit den offensiv so starken Cody de Grood (USA, bereits vier Saisontore) und Joo Seung Oh (Südkorea).

Das sind die Gegner, die dem Werner SC die Richtung für den weiteren Saisonverlauf weisen. Dass der FC Overberge nicht dazu gehört, machte dessen Trainer Daniel Frieg klar: „In diese Region müssen wir derzeit nicht blicken“, sagt er. Eine durchwachsene Vorbereitung hat den FCO zurückgeworfen.

Die Vorstellung bei der 0:4-Niederlage im Lindert fand aber auch er erschreckend. Dass wichtige Kräfte wie Angreifer Haluk Metin oder Innenverteidiger Ahmet Aktas nicht zur Verfügung standen, lässt der Overberger Trainer als Entschuldigung nicht zu.

Am Sonntag Derby gegen den FC TuRa

„Ich habe einen guten und großen Kader. Da ist es kein Argument, dass einige Leute gefehlt haben und der Schiedsrichter nicht immer nach unseren Wünschen gepfiffen hat“, sagte Frieg, auf dessen Team am Sonntag gegen den FC TuRa das erste Bergkamener Derby der Saison wartet – auch das eine richtungsweisende Begegnung. -  gu

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