Erste WSC-Niederlage ist kein Weltuntergang

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Jubeln durften am Sonntag in Werne nur die Kemminghauser.

WERNE -  Überlänge wird die Analyse der ersten Saisonniederlage beim Werner SC nicht haben. „Eine Viertelstunde, vielleicht fünf Minuten mehr“, braucht Kurtulus Öztürk, um am Dienstagabend die 0:3-Heimpleite im Bezirksliga-Spitzenspiel gegen den VfL Kemminghausen aufzuarbeiten.

„Ich freue mich schon auf das Training danach. 20 Spieler haben sich angekündigt. Wir wollen Spaß haben“, sagt der Spielertrainer des WSC.

Dennoch will Öztürk vorab seine Meinung sagen, aber auch die seiner Spieler hören, denn: „Mir ist wichtig, wie sie sich selbst einschätzen.“ Das betrifft vor allem jene, die ihre Startelf-Ansprüche erhoben, diese am Sonntag aber nicht bestätigt haben. „Sie machen es mir leicht, nächsten Sonntag wieder auf jene zurückzugreifen, die gefehlt haben“, sagt Öztürk. Größter Kritikpunkt nach dem frühen Rückstand: „Kopf nach unten und mit der Schulter zucken, das ist überhaupt nicht mein Ding.“ Deshalb sei er bei seiner Halbzeitansprache auch etwas lauter geworden.

Gegen den TuS Hannibal werden mit Bacak, Durkalic und Thannheiser die drei Offensivkräfte wieder zur Verfügung stehen, deren technische Fähigkeiten gefehlt haben, vor allem aber deren Schnelligkeit. Zudem drängt der letztjährige Kreisliga-Torschützenkönig Jussef Saado nach überstandener Verletzung in den Kader.

Nicht nur die frühe Resignation bei einigen Spielern habe ihn gestört, sagt Öztürk. „Einige sollen sich mal daran erinnern, was sie bisher so stark gemacht hat. Ich hatte das Gefühl, dass sie was ganz Neues erfinden wollten. Jeder soll auf dem Platz erst einmal an seinen Job denken.“

Die erste Saisonniederlage, sagt Öztürk, habe sich angekündigt: „So ein bisschen war’s fällig. Dass wir nicht durch die Liga spazieren, das war doch völlig klar.“ Es gleiche sich irgendwie alles aus, sagt er. Wethmar habe gegen Kemminghausen remis gespielt und Werne gegen Wethmar gewonnen, das wiederum noch keines der Spitzenspiele gewonnen hat – aber seine sonstigen Aufgaben hervorragend gelöst. „Und so steht jetzt jeder genau da, wohin er gehört“, sagt Öztürk, und: „Wir haben verdiente 27 Punkte, stehen auf Platz zwei. Da ist eine Niederlage kein Weltuntergang.“

Dennoch gibt zu denken, dass „wir drei Stunden hätten spielen können, ohne ein Tor zu machen.“ Letztlich sei sogar die Gefahr groß gewesen, völlig unterzugehen, sagt Öztürk. Nur gut, dass sein Gegenüber, Giovanni Schiattarella, die Befürchtung hatte, dass seine Elf – euphorisiert von der Leistung – dem WSC noch ins offene Messer laufen würde. Er bremste den Tatendrang seines Team deutlich ein. Und so wirkte die Partie nach der Pause fast so, als sei für beide Seiten ein wichtiges Nullzunull zu verwalten.

Das Spiel hat Öztürk vor Augen geführt, dass die Breite des Kaders nicht reicht, um wichtige Ausfälle zu kompensieren. Das gilt auch für die Abwehr, wo Sebastian Schnee bis zum Beginn der zweiten Serie ausfallen wird und Leon Heese wegen des Studiums in Bonn schon Sonntag nicht mehr im Aufgebot stand. Dass zwei oder drei Neue kommen werden, ist klar. Öztürk: „Seit Wochen laufen Gespräche und nicht, weil wir jetzt verloren haben.“ - gu

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