WSC-Trainer Öztürk: „Da muss mehr Geilheit rein“

+
Necati Bacak vergab in Nordkirchen kurz vor dem Seitenwechsel die größte Chance des Werner SC im gesamten Spiel.

WERNE - Eines vorab: Es ist Kritik auf ganz hohem Niveau. „Wir haben fast ein halbes Jahr nicht verloren, sind oben dabei und dürfen uns auf ein Spitzenspiel in zwei Wochen freuen“, sagt Kurtulus Öztürk. Und trotzdem meint der Spielertrainer des Tabellenzweiten Werner SC nach dem 1:1 (1:1) in Nordkirchen: „Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, dann müssen wir das besser machen. Mir fehlen vorne die gewissen Impulse.“

Zum sechsten Mal in Folge hat der WSC gegen den FC Nordkirchen nicht gewonnen – trotz einer mehr als 30-minütigen Überzahl wegen der Gelb-Roten Karte für Patrick Wilcock. Von einer Schlussoffensive war bei den Gästen aber wenig zu spüren, obwohl Öztürk mit Jussef Saado eine dritte Spitze einwechselte. „Da muss mehr Geilheit rein“, sagt der WSC-Trainer, der das „unbedingt wollen“ in den meisten Aktionen vermisst hat – diese Entschlossenheit, ein Tor absolut noch zu erzwingen. „Bei einem 3:0 wie gegen Kaiserau oder bei einem 6:2 gegen Dorstfeld fällt das vielleicht nicht so ins Gewicht, aber das stört mich schon seit mehreren Wochen“, sagt Öztürk.

Prototyp einer solchen Aktion in Nordkirchen: Necati Bacak steht nach einer flachen Hereingabe frei vor Torhüter Gebhardt, stoppt den Ball an – und schießt den Keeper aus kurzer Distanz an. War das die Nachwirkung einer Szene aus dem Spiel beim TuS Ascheberg? Da hatte der WSC-Angreifer in der Nachspielzeit den 3:2-Siegtreffer vor Augen und schoss, völlig frei vor dem Tor stehend, nach einer Flanke von Leenders direkt – und weit am Kasten vorbei.

Auch der Nordkirchener Trainer Heiko Ueding wunderte sich ein wenig über die Werner Unentschlossenheit, stellte den Vergleich mit dem (Wieder-)Tabellenführer VfL Kemminghausen her: „Die haben hier auch nur einseins gegen uns gespielt, aber die haben in der zweiten Halbzeit richtig Gas gegeben und sind unglaublich marschiert. Das habe ich beim WSC so nicht gesehen.“

„Bis auf ein, zwei Ausnahmen sind die Werner in der zweiten Halbzeit nicht richtig gefährlich geworden“, meinte auch FCN-Keeper Tom Gebhardt, bis zum Ende der Saison 2013/14 noch der Teamkollege von Durkalic, Schwerbrock, Thannheiser & Co. beim Sport Club.

„Am Ende“, befand Kurtulus Öztürk, „haben wir vielleicht auch ein bisschen zu vorsichtig gespielt, wollten nicht noch in einen Konter laufen.“ Das sah dann so aus, dass zwischen den Spitzen und der hinteren Absicherung mit Hisham Saado und Dominik Giffey gegen Ex-Profi Piorunek die Spielfläche schon mal fast 60 Meter tief war.

„Das, was wir in der Tiefe zu viel hatten, wünschte ich mir in der Breite“, meinte Öztürk, dem in der entscheidenden Phase der Spielaufbau mit vielen lang gespielten Bällen und häufiger vernachlässigten Außen gar nicht gefiel.

„Daran werden wir jetzt über das Oberaden-Spiel hinweg arbeiten und uns gezielt auf Kemminghausen vorbereiten“, sagt Öztürk, „schließlich können wir aus eigener Kraft aufsteigen.“ Das eigentliche Saisonziel dürfte bereits am Sonntag gegen das abgeschlagene Schlusslicht vom Römerberg erreicht sein. Öztürk: „Wir wollten die letzte Saison toppen. Da hatten wir am Ende 57 Punkte, jetzt sind es schon 55...“ - gu

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare