WSC lässt Hannibal zu viel Platz und spielt ohne Ordnung

+
Das 1:0 für den TuS Hannibal gegen den Werner SC: Adil Masid überwindet Michael Rockel aus spitzem Winkel. Bruland und Schnee können nur noch hinterher schauen, Mike Andretzki (6) ist in freudiger Erwartung.

Werne -  Noureddien El Yahyaoui sieht – mit Verlaub – aus wie ein Altherren-Kicker: Nicht ganz austrainiert, mit großem Haarkranz und Vollbart.

Er mag sich am Sonntag beim 4:1-Erfolg seines TuS Hannibal im Hoeschpark gegen den Werner SC auch ein wenig so vorgekommen sein wie in einem Ü32-Kick – so viel Platz dürfte er selten bekommen in den nächsten Spielen, die sein Team in der Bezirksliga (8) als ein Meisterschaftsanwärter-Besieger bestreiten wird. Gegen den WSC hat er die ihm gebotenen Räume perfekt genutzt.

„Es ist noch früh in der Saison, da müssen wir keine Krise draus machen“, sagt Trainer Kurtulus Öztürk nach der – Pokal eingerechnet – zweiten Niederlage im dritten Pflichtspiel. Für Öztürk zählt die Liga, er sagt: „Jetzt haben wir einmal gezeigt, wie es geht, und einmal, wie es überhaupt nicht geht. Das wird uns eine Lehre sein.“

Das muss es auch, denn mit BV Brambauer-Lünen (H), VfL Kamen (A) und dem hoch gehandelten VfL Senden (H) warten drei hammerschwere Aufgaben auf Öztürks Team.

Rückblende: Am Sonntag vor einer Woche macht der Sport Club in der zweiten Halbzeit gegen den TSC Eintracht mit seinem 4-4-2-Grundsystem die Räume eng, besetzte konsequent die Außen, lässt den Gast mit vielen Flügelwechseln mürbe laufen.

Und an diesem Sonntag? „Wir haben die einfachsten Dinge nicht beachtet“, sagt Öztürk. Vor allem aber fehlen dem Sport Club gegen den TuS Hannibal jene Disziplin und Ordnung, die ihn gegen Eintracht Dortmund ausgezeichnet hatten. „Die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen waren viel zu groß, dann wurde nicht mit nach hinten gearbeitet...“, sagt der WSC-Trainer. Daher habe der Abstand zwischen Vierer-Abwehr und dem vordersten Angreifern nicht nur gefühlt mehr als 50 Meter betragen. Minimal wünschenswert: 35 Meter.

Hinzu kommen individuelle Aussetzer, die die mit Kunstgrün verwöhnten Werner auf dem holprigen Naturrasen hatten. „Die Tore“, sagt Öztürk, „haben wir ihnen quasi geschenkt.“

So beim 1:0. Der WSC verliert den Ball nach einem eigenen Einwurf, Schnee verschätzt sich beim folgenden langen Ball von El Yahyaoui, Mazid trifft.

So beim 2:0. Bruland, Simon und Schnee wollen’s am eigenen Strafraum spielerisch lösen. Bruland wird dabei mit einem schlechten Pass ins Eins-gegen-Eins gezwungen und foult unnötig an der Grundlinie/Ecke Strafraumgrenze. El Yahyaoui trifft vom Punkt aus. „Ein korrekter Elfer“, sagt Öztürk.

So auch beim 3:1. Öztzürk: „Wir haben den Ball an der eigenen Eckfahne. Statt die Kugel nach vorne zu schlagen spielen wir den Ball 22 Meter vor das Tor. Der Verteidiger gerät unter Druck. Der folgende Freistoß wird auch noch abgefälscht und schlägt oben ein.“ Kunst-Torschütze: El Yahyaoui.

„Und das vier Tor hauen wir uns ja noch selbst rein“, sagt Öztürk, „das Eigentor (Simon, d. Red.) passt einfach zu diesem Tag.“

Öztürk war sich trotz des klaren Ergebnisses am Ende sicher: „Leichter hätte man hier eigentlich nicht gewinnen können – mit einfachen Mitteln.“ Welche personellen Konsequenzen der Auftritt haben wird, bleibt offen. Zunächst einmal wartet der WSC-Trainer den Mittwoch ab. Da sollen sich nach Möglichkeit zwei, drei Spieler erst einmal im Spiel der Reserve beim SC Nienberge bewähren. Öztürk: „Soll’ mich am Montag nur keiner fragen, warum er gegen Brambauer nicht gespielt hat...“

Weiterer Neuzugang

Der Werner SC hat noch einen Zugang für seinen Bezirksliga-Kader: Zafer Gökgöz, Jahrgang 1995, ist ein Mann für die Mittelfeld-Defensive. Gökgöz kommt aus der Jugend der Hammer Spielvereinigung, war ein Jahr beim FC Gütersloh U19 und wechselte schließlich über den SSV Mühlhausen zum TuS Wiescherhöfen. Er trainiert bei der Ersten des WSC, wird zunächst aber über die Reserve herangeführt. Gegen Südkirchen hatte er bereits einen Kurzeinsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare