FC TuRa hofft auf Neustart – Overberge daheim makellos

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Overberges Angreifer Engin Duman (links) war auch durch die Westfalia –hier mit Dupke – nicht zu stoppen und erzielte das Siegtor für den Tabellenzweiten.

Bergkamen - Der FC TuRa Bergkamen hat kurz nach dem letzten Hinrundenspiel in der Bezirksliga 8 und noch vor der letzten Spiel des Jahres die Reißleine gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Coach Sascha Siegner getrennt (WA berichtete). Ein Schritt, der logisch klingt, dessen Zeitpunkt aber ein wenig fraglich erscheint.

Zwei Punkte aus 14 Spielen, eine Tordifferenz von 9:53 und im Durchschnitt immer nur sechs bis sieben Spieler beim Training: Beim Ligaschlusslicht TuRa Bergkamen liegt kurz vor der Weihnachtspause einiges im Argen. Logische Konsequenz: Der Trainer muss gehen. Genau das teilten die Bergkamener ihrem Übungsleiter Sascha Siegner am Sonntag unmittelbar nach dem 0:0 beim VfL Kamen noch am Spielfeldrand mit.

„Wir werden jetzt einen neuen Coach und neue Spieler suchen um dann nochmal durchzustarten“, erklärte der Vorsitzende „HG“ Siegmund das Handeln. Aber war es wirklich nur Siegner allein, der die Karre in den Dreck gefahren hat? Mangelnde Trainingsbeteiligung aufgrund von Verletzungen und beruflichen Zwängen ließen kaum ein vernünftiges Training zu. „Ich war meist der Gute-Laune-Bär, taktisch konnte ich so gut wie gar nicht arbeiten“, erklärt auch der 35-jährige Coach seine vornehmliche Rolle.

„Sechs bis sieben Spieler sind ja noch aus dem Stamm der letzten Saison vorhanden, die können doch nicht so weit hinter ihrer normalen Leistung zurückbleiben“, wundert sich Siegmund und sah sich zum Handeln gezwungen. „Wir mussten das jetzt einfach tun.“

Was mit Spielern wie Willi Schlej, Timo Lippmann, Sebastian Pawlik und Co. sein wird, die von Siegner mitgebracht wurden, steht ebenfalls noch nicht fest.

Nicht allzu rosige Aussichten also kurz vor dem letzten Spiel des Jahres, das ausgerechnet gegen den unangefochtenen Tabellenführer VfL Senden gespielt werden muss. Hier steht nun die Bergkamener Allzweckwaffe Erkan Gökce wieder an der Seitenlinie, der die Mannschaft schon in der vergangenen Rückserie erfolgreich betreut hat.

Im Schatten der „Personalie Siegner“ baute der Tabellenzweite FC Overberge seine Erfolgsbilanz noch weiter aus. Gegen die einst als Spitzenteam eingeschätzte Westfalia aus Wethmar agierte die Truppe von Marc Woller mindestens auf Augenhöhe und behielt mit dem 1:0 verdient alle drei Punkte daheim an der Hansastraße – es war der siebte Sieg im siebten Heimspiel. „Wir sind immer noch nicht bei 100 Prozent, aber es ist schon toll wie die Truppe die Vorgaben umsetzt“, freute sich Woller.

In der Tat ist es dem Übungsleiter seit seinem Amtsantritt im Sommer eindrucksvoll gelungen, den FCO komplett umzukrempeln. Noch in der Vorsaison fiel Overberge durch viele Feldverweise auf, zudem wechselten sich bärenstarke Auftritt und grottenschlechte Kicks in regelmäßigen Abständen ab 32 Punkte aus 14 Spielen sprechen da aktuell eine ganz andere Sprache. „Die Jungs haben begriffen wie es geht und haben richtig Spaß am Fußball. So kann es weitergehen“, freut sich Woller schon auf den Abschlusskick des Jahres gegen seinen Ex-Verein SuS Kaiserau am Sonntag.

Die Kaiserauer kommen nach zweiwöchiger Spielpause ausgeruht an die Hansastraße, konnten sich aber am Sonntag den Luxus erlauben, Akteure an die zweite Mannschaft zu verleihen.

Mit Nico Nagel, Marcel Prüfel, Kadir Göcer und Lukas Henze standen fünf Akteure im Aufgebot der Reserve, die mit dem 3:2 beim Kamener SC wichtige Zähler im Abstiegskampf einsammelte. Allerdings sah Prüfel in dem Spiel der Kreisliga A2 (Unna/Hamm) die Ampelkarte und fehlt somit im Derby beim FC Overberge.

Getrübt war die Stimmung nach dem 0:0 gegen Bergkamen auch beim VfL Kamen. Im Jahnstadion hatte sich das Team von Marko Barwig gegen das Schlusslicht deutlich mehr ausgerechnet. „Es lief einfach nicht bei uns, das müssen wir so akzeptieren“, kartete Barwig aber nicht noch weiter nach. „Es war eben nicht unsere Bestleistung“. In der Tat fehlte so einiges im Spiel des VfL. Selbst eine 43-minütige Überzahl nach der Ampelkarte gegen Bergkamens Thomas Penkalla konnte nicht in Tore umgemünzt werden.

Von Dirk Berkemeyer

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