TuRa-Trainer Siegner: Aufrütteln statt zurücktreten

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TuRa-Trainer Sascha Siegner (rechts).

Bergkamen -  Neun Niederlagen in neun Meisterschaftsspielen, bereits zehn Punkte Rückstand bis zum rettenden Ufer – und am Sonntag noch ein dicke Abreibung beim 2:8 daheim im Bezirksliga-Ortsduell gegen den FC Overberge.

Es war eine Gemengelage, die den TuRa-Spielertrainer Sascha Siegner dazu brachte, einiges zu hinterfragen. „Da muss ich erst eine Nacht drüber schlafen. Es stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Meine Investitionen stehen in keinem Verhältnis zum Ertrag, wenn ich unter der Woche nur sechs Mann beim Training habe, ich mit angebrochener Rippe spiele und als einziger mit blutigen Knien vom Platz gehe“, ließ der 35-Jährige nach dem Schlusspfiff am Sonntag seinen Gefühlen freien Lauf.

Als Rücktrittsankündigung wollte er seine Äußerungen nicht verstanden wissen. „Die Nacht war sehr kurz. Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht“, sagt Siegner, der im Sommer das Traineramt übernahm und einen kompletten Umbruch bewerkstelligen musste.

„Meine Aussagen kamen aus der ersten Emotion heraus. Ein Rücktritt stand für mich eigentlich nicht zur Debatte. Ich wollte so ein bisschen wachrütteln“, sagt der frühere Oberliga-Spieler mit Blick auf sein Team und auch wohl auf die zuletzt schwache Trainingsbeteiligung.

„Es wäre feige, wenn ich jetzt aufhöre“

„Es wäre feige, wenn ich jetzt aufhören würde“, will Siegner weiter Verantwortung übernehmen. Nachdem es in den vergangenen zwei Spielen leistungsmäßig aufwärts gegangen sei in den Partien gegen Westfalia Wethmar (1:3) und bei SuS Kaiserau (1:2) sei die Frustration nach dem Rückschlag gegen den Ortsrivalen Overberge groß gewesen, zumal „man sowieso emotionaler ist, wenn man auf dem Platz steht“, so Siegner.

Er hofft, dass am kommenden Samstag im Gastspiel beim SC Husen-Kurl (Anstoß: 18 Uhr) die zuletzt angespannte personelle Lage – mit Drieling stand Sonntag nur ein Auswechselspieler zur Verfügung – sich bessern wird. Gün und Celiktas haben dann ihre Sperren abgesessen, der zuletzt privat verhinderte Torka kehrt auch zurück.

„Damit ist die angestammte Innenverteidigung wieder dabei“, erklärt der Trainer. Zudem hofft er, dass mit Wilhelm Schlej sein früherer Co-Trainer in Afferde bereits sein Freigabe erhält und spielberechtigt ist. Auch Keeper Sebastian Treppe (fehlte mit Kniebeschwerden) und Daniel Berndt (Leiste) stehen ebenfalls vor einer Rückkehr, dann würden nur noch Pawlik und Lippmann ausfallen.

„Wir werden jetzt erst einmal bis zum Winter sehen. Jetzt kommen ein paar Aufgaben, in den wir punkten sollten“, hat Siegner von kurzzeitiger Resignation auf Kampfmodus umgeschaltet.

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