Klartext: TuRa-Vorstand arbeitet Saison auf – Schawohl blickt voraus, Frieg zufrieden

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Auch im nächsten Jahr gibt’s das Derby zwischen dem FC TuRa und Oberaden (hier Matthias Freyermuth, links gegen Andreas Rumpf) in der Bezirksliga zu sehen.

WERNE -  „Boooh, hab’ ich heiße Füße....“ – Patrick Krucinskis Stutzenstrümpfe qualmten nach dem rettenden 1:0-Erfolg beim Werner SC. Dies sicherlich auch wegen des Kunstrasens im Lindert, der sich in der prallen Sonne aufheizt bis zur Schmerzgrenze. Aber eben nicht nur: Denn mit einer hohen Laufleistung verteidigten die Spieler von TuRa Bergkamen auch über die 6-minütige Nachspielzeit hinweg den knappen Vorsprung, mit dem sie auf den allerletzten Drücker den Bezirksliga-Erhalt perfekt gemacht haben.

„Stell dir vor, wir hätten in der gesamten Saison so gespielt...“, meinte Alexander Braun unvollendet. Tja, dann hätte sich der FC TuRa trotz der dramtischen Ausfälle (Gider, Duman) und Abgänge (Sudhaus) im Angriff ein derart dramatisches Saisonfinale ersparen können. Immerhin: Ende gut, alles gut für den Bergkamener Fußball, der mit drei Klubs in der Bezirksliga vertreten bleibt.

So einfach macht es sich Horst-Günter Siegmund nicht. Zwar gibt es morgen bereits die Trainingspläne für die Vorbereitung auf die neue Spielzeit, doch abgehakt ist die alte für den Vorsitzenden der TuRa-Fußballer noch nicht. „So eine Saison ist mir noch nie passiert, und so eine Saison will ich auch nicht noch einmal erleben. Es wird Klartext gesprochen“, sagt Siegmund.

Vor allem die Einstellung diverser Spieler sei anzusprechen. „Sie haben uns im Stich gelassen“, bemängelt er. Für den FC TuRa hätte der Abstieg vor allem wirtschaftlich enorme Folgen gehabt, sagt Siegmund, und: „Im nächsten Jahr wäre es auch wesentlich schwieriger für uns geworden, eine Mannschaft aufzubauen und aus dem Loch Kreisliga A wieder aufzusteigen.“ Da, sagt er, habe auch ein Spieler Verantwortung zu übernehmen.

Erst am 15. Juli werden die TuRaner in die Vorbereitung einsteigen. Mit Trainer Andreas Bolst, keine Frage: „Ihm ist nichts vorzuwerfen“, sagt Siegmund. Bis dahin soll das neue Team stehen. Mit sechs potenziellen Zugängen stehe er in Verbindung. „Ich hoffe“, sagt er, „dass alle zu ihrem Wort stehen.“

„Für mich war es die schwerste Aufgabe, die ich als Trainer bisher hatte“, sagt Bernd Schawohl, der mit dem SuS Oberaden ebenfalls erst am letzten Tag mit dem 2:2 in Königsborn die Klasse sicherte. Nachdem er im Winter den Job von Frank Lewandowski übernommen hatte, „war es schon eine schwierige Situation, dass du mit Spielern arbeiten musst, die den Verein am Saisonende verlassen, und die jeden Sonntag spielen, weil du keine Alternativen hast.“

Jede unbedacht Geste, jedes falsche Wort hätte eine Kettenreaktion nach sich ziehen können. „Aber ich glaube, dass ich einen ganz guten Draht zu den Spielern hatte. Respekt, dass sie es so durchgezogen haben“, sagt Schawohl, der für die neue Spielzeit fast auf den kompletten Kern jener Mannschaft verzichten muss, mit der Lewandowski im vergangenen Sommer aufgestiegen war.

Dafür stehen bereits zehn Neuzgänge fest. „Es wird wieder eine schwierige Saison, denn es wird dauern. bis wir uns eingespielt haben“, sagt Schawohl, der nicht mehr zurückblickt: „Es war ein schönes Gefühl am Sonntag, aber das ist jetzt alles komplett abgehakt.“ Vielmehr richten sich die Gedanken schon auf den Trainingsauftakt am 3. Juli, die offizielle Teampräsentation drei Tage später und auf den ersten Test am 9. Juli gegen die U23 von Westfalia Wethmar. Unter anderem mit einem Trainingslager in Hennef will Schawohl den Teamgeist entwickeln.

Dass TuRa Bergkamen nicht abgestiegen ist, freut ihn besonders: „Das gilt aber auch für Kaiserau. Schließlich war ich über Jahre Trainer bei diesen Vereinen. Seinem TuRa-Kollegen Andreas Bolst habe er per SMS zum Ligaerhalt gratuliert.

Nicht ganz sorgenfrei, aber doch recht kommod verlief die Saison für Daniel Frieg beim Aufsteiger FC Overberge. „Wir sind die Nummer eins in Bergkamen. Das ist schön für den Verein und das Umfeld“, sagt der FCO-Trainer, und: „Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, ihr werdet Siebter, dann hätte ich sofort unterschrieben.“

Trotzdem fehlt die letzte Zufriedenheit, denn: „Wir haben leider zu unkonstant gespielt und haben uns durch Sperren und Disziplinlosigkeiten selbst zuzuschreiben, dass wir nicht besser platziert sind.“ Außerdem, glaubt Frieg, „ist einigen nach fünf Siegen zum Saisonauftakt die Sache ein bisschen zu Kopf gestiegen.“

Das ist abgehakt, die Lehren gezogen: „Wir müssen schauen, dass wir in der nächsten Saison konstanter spielen“, sagt Frieg, der am 6. Juli zum Trainingsauftakt bittet und kurz darauf das erste Testspiel gegen Landesliga-Absteiger SG Borken bestreiten wird. - gu

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