TuRa auf Abstiegsplatz, FCO verspielt 2:0-Führung

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Matthias Hiltawski bei seiner Großchance zur TuRa-Führung in der 84. Minute.

BERGKAMEN – Eine bittere Pille musste TuRa Bergkamen kurz vor Schluss bei Aufstiegsaspirant SV Langschede schlucken. Das Unentschieden vor Augen kassierten sie in der 88. Minute noch das 0:1. Der FC Overberge kam gegen Absteiger Königsborn nicht über ein 2:2 hinaus.

Bezirksliga (8): SV Langschede - TuRa Bergkamen 1:0 (0:0). So ist es, wenn du im Abstiegskampf steckst: 88 Minuten lang verkauft sich der FC TuRa beim Tabellendritten ausgesprochen gut, hat nach 84 Minuten durch Hiltawski und wenig später durch Kula sogar die Chancen zur Führung, schlägt sich aber nach einem Langscheder Eckball selbst: Die Kugel wird zu kurz abgewehrt, fällt SVL-Abwehrchef Heinrich Senning vor die Füße und kullert nach dessen Schüsschen irgendwie an vielen Beinen vorbei zum 1:0 ins Netz. „Von der Einstellung her war das okay. Aber ein Fehler reicht und du hängst noch tiefer im Abstiegskampf drin“, meint Trainer Andreas Bolst, der nach dem Schlusspfiff für Minuten frustriert an der Bande sitzen bleibt.

Der FC TuRa steht auf dem Kunstgrün an der Ruhrbrücke geschickt gestaffelt und lässt kaum gute Aktionen der Gastgeber zu. Langschede ist für einen Aufstiegskandidaten im Spielaufbau zu langsam, zu unpräzise und zu ideenlos. Die Bergkamener – ohne Torjäger Engin Duman (Verdacht auf Kreuzbandriss) – versuchen sich darin, mit lang gespielten Bällen und mit Samet Ayyildiz als einzige Spitze ab und an Nadelstiche zu setzen. „Uns fehlte sicherlich die Durchschlagskraft nach vorne“, sagt Trainer Bolst, obwohl gerade in der Schlussphase der SVL einige Male in Not gerät.

Die beste Chance für TuRa in der ersten Halbzeit unterbindet Schiri Höse. Als Penkalla bei einem Zuspiel auf Ayyildiz gefoult wird, wartet der Schiri den Vorteil nicht ab und entscheidet sofort auf Freistoß – dabei hat Ayyildiz freie Bahn zum Tor.

Auch nach dem Seitenwechsel bleibt Langschede ideenlos, wird nur bei Freistößen und Eckbällen gefährlich. So in der 64. Minute, als Treppe nach einem Freistoß von Marco Gohr rettet, Tim Richter im zweiten Versuch aber aus kürzester Distanz nur das Außennetz trifft.

Dann ist TuRa dem Sieg nahe: Zunächst setzt sich Hiltawski auf links durch, doch seinen Schuss pariert Keeper Maik Müller in höchster Not. Dann bekommt der Keeper bei einem Volleyschuss von Kula aus 25 Metern die Fingerspitzen gerade noch an den Ball. Als die TuRaner auf den so wichtigen Punkt hoffen dürfen, trifft Langeschede doch noch – nach einem ruhenden Ball.

FC TuRa: Treppe – Drieling, Braun, Fluder, Grass (88. Mert) – M. Freyermuth, Berndt – Hiltawski, Penkalla (73. Kula), Hennig (65. C. Duman) – Ayyildiz

Tor: 1:0 (88.) Senning

FC Overberge – Königsborner SV 2:2 (2:0). Am Ende durfte der FCO gestern Abend froh sein, dass wenigstens ein Punkt gegen den Königsborn heraus sprang. Denn der Absteiger war nach der Pause klar besser und ließ ein möglichen Sieg leichtfertig liegen.

In den ersten 30 Minuten passten sich beide Teams dem sommerlichen Wetter an und blieben ohne gefährliche Aktionen. Mit der ersten vernünftig kombinierten Situation gingen die Hausheren in Führung. Nach einer Mittelfeldstafette über Oscar Tobio Lemos, Eckelt und Lukas Manka schloss Stürmer Haluk Metin mit einem Lupfer ab (27.). Nur fünf Minuten später erhöhte Metin auf 2:0. Eine Flanke von Lukas Manka köpfte der Angreifer an den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Netz sprang (32.).

Danach stellten die Overberger die Bemühungen ein. Und die Pause tat den Gästen richtig gut, denn sie starteten furios in den zweiten Durchgang. Torjäger Tim Heptner wuchtete den Ball per Kopf nach Flanke von Daniel Duda zum 2:1 über die Linie (50.). Der Anschlusstreffer gab den Gästen einen Schub, Overberge musste sich auf das Verteidigen konzentrieren und setzte auf Konter. Die einzige gute Chance für die Gastgeber vergab Haluk Metin, als er aus guter Position über das Tor schoss (65.).

In der Schlussviertelstunde verdienten sich die Gäste den Ausgleich. Zwar vergab Heptner den Ausgleich mit einem Lupfer, ehe es Darius Ruzok besser machte und aus zehn Metern ins linke obere Eck zum 2:2 traf (85.). Zu allem Überfluss musste FCO-Kapitän Oscar Tobio Lemos kurz vor Schluss nach einer Ampelkarte wegen Meckerns vom Platz (89.). „Das war heute eine sehr schlechte Vorstellung, so dürfen wir uns einfach nicht präsentieren. Eine Niederlage für uns wäre verdient gewesen“, ärgerte sich FCO-Trainer Daniel Frieg.

FCO: Pelka – Walter (55. Osmanski), Aktas, C. Tobio Lemos, To. Akbulut, Isiktekin, Göke (60. Berndt), O. Tobio Lemos, Eckelt (55. Golly), Metin, L. Manka

Tore: 1:0 (27.) Metin, 2:0 (32.) Metin, 2:1 (50.) Heptner, 2:2 (85.) Ruzok

Bes. Vork.: Ampelkarte für Oscar Tobio Lemos wegen Meckerns (FCO, 89.). gu/sep

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