Ziel ist das Double: Interview mit Marvin Pourie

+
Marvin Pourie schaut sich beim Besuch der WA-Sportredaktion sein Interview für einen belgischen Fernsehsender an.

WERNE -  Nur einen Tag nach seinem bislang größten Triumph in seiner noch jungen Karriere – er erreichte mit dem SV Zulte Waregem – das belgische Pokalfinale, war der Werner Fußball-Profi Marvin Pourie auf Heimaturlaub in Werne.

Auf Grund einer Muskelverhärtung hat der 23-Jährige durch seinen Trainer Francky Dury eine Auszeit bekommen, und wird auch am Sonntag gegen Spitzenreiter Standard Lüttich nicht auflaufen. Marvin Pourie besuchte gestern die WA-Sportredaktion und schilderte im Interview mit Frank Zöllner seine ersten Tage in Flandern, äußerte sich über den Abgang in Kopenhagen – er wurde nach Flandern ausgliehen – und seine sportlichen Ziele.

Drei Spiele haben Sie bislang für Zulte Waregem absolviert, dabei sofort ein Tor geschossen und sind ins belgische Pokalfinale eingezogen. Besser hätte es nicht laufen können, oder?

Marvin Pourie: „Man könnte auch sagen: Er kam, sah und siegte. Nein, mal ganz im Ernst. Das war ein guter Einstand. Ich bin im Pokal-Hinspiel in Gent über meinen Zenit gegangen. Ich war ja erst zwei Wochen in Kopenhagen in der Vorbereitung. Und wer den dänischen Fußball kennt, weiß, dass dort die Vorbereitung bis März dauert. Ich wurde jetzt in die Spiele rein geschmissen – und ich habe mich gut verkauft und auch clever gespielt. Auch die Kommunikation mit meinen Mitspielern hat schon gut geklappt. Gegen Lokeren am Sonntag habe ich noch eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und Chancen gehabt. Dann kam zweite Hälfte die Muskelverhärtung. Ich hätte am Mittwoch gar nicht spielen sollen

Wie fühlen Sie sich aufgenommen in Waregem?

Pourie: Ich spüre das Vertrauen. Ich habe das Gefühl, dass man mich braucht. Mein Trainer Francky Dury hat mir gesagt: Ich bin sein Mann. Ich muss schon Verantwortung übernehmen und werde die Elfmeter schießen. Zuvor musste ich in Kopenhagen einen Lernprozess durchmachen, als ich zwei Monate lang auf der Tribüne saß. Franck Dury glaubt an mich – und ich werde es ihm nicht nur mit guten Leistungen, sondern mit Titeln zurückzahlen.

Wie kam es zu dem dann doch überraschenden Wechsel, nachdem es zuletzt so aussah, als ob Sie sich in Kopenhagen durchgebissen hätten?

Pourie: Die Sache ist erledigt. Ich bin nicht mehr in Kopenhagen. Der SV Zulte Waregem ist mein Arbeitgeber.

Wie schätzen Sie das Nivau der belgischen Liga im Vergleich zur dänischen ein?

Pourie: Das ist ein himmelweiter Unterschied. Das Tempo in Belgien ist viel höher, die Spiele sind intensiver. Belgien ist ja nicht umsonst in der Weltrangliste auf Platz vier. Die Stadien sind fast immer voll, in Kopenhagen war dies ja meist nur in der Champions League so.

Welchen Eindruck macht Ihr neuer Coach Francky Dury auf Sie, er ist ja immerhin frisch gekürter Trainer des Jahres in Belgien?

Pourie: Wir haben ein gutes Verhältnis. Er macht den Fußball nicht kompliziert. Er sucht den einfachen Weg und hat damit Erfolg.

Welche Ziele haben Sie mit Ihrem Verein?

Pourie: Das Double. Der zweite Platz ist der erste Verlierer. Das Pokalfinale kann uns einen Schub für die Play offs geben. Wir wollen das Finale gewinnen, ich will das Finale gewinnen. Da hängt etwas dran. Das gibt mir das gewisse Etwas, wenn ich im Sommer wieder nach Kopenhagen zurück gehe. Ich muss im Juni dahin, und dann werde ich mit einem ganz breiten Grinsen auftreten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare