Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Mit fremden Fahnen geschmückt

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Anne-Kathrin Mertens mit der Werner Fahne und vielen Mitläuferinnen aus der Lippestadt.

Die Fahne mit dem Wappen der Stadt Werne flog am Sonntag zehn Kilometer durch Bailleul. Unten drunter war ich.

Aber von vorne: Eigentlich war ja der 15 Kilometer Lauf der Hammer Laufserie am Wochenende dran. Aber ehrlich gesagt: Ich (na gut, auch noch neun andere Läuferinnnen aus Werne und ein laufender Hahn im Korb, Martin) wurden persönlich zum Lauf in Wernes Partnerstadt Bailleul eingeladen.

 Tja, vom Bürgermeister aus Hamm habe ich keine Einladung bekommen, also ab nach Frankreich. Dort waren auch andere Werner Partnerstädte vertreten und wir trafen auf Läufer aus Kyritz und Walcz. Freitags angekommen, verbrachten wir den Samstag bei einer Stadtrundfahrt durch Lille und konnten abends bei Wein und Essen über die Rennstrategie für Sonntag philosophieren.

 Und immer mit dabei: Sabine. Ich kenn ja ein paar Sabines, aber diese hier sollte anscheinend besonders stürmisch sein. Schon Samstag wurde allen Müttern, die mitgefahren waren, klar: Den entspannten Montag, den wir uns frei genommen hatten, wurde von Sabine gecancelt: Die Kinder werden zuhause sein und die sind meist noch stürmischer. 

Egal, viel wichtiger war, ob der Lauf in Bailleul am Sonntag stattfinden würde. Da war es nämlich auch richtig stürmisch. Am Sonntagmorgen hätte ich aufgrund ein wenig Wein am Vorabend erst nix dagegen gehabt, aber mir war auch klar: So ein Lauf, mit 2600 Startern, wird erfahrungsgemäß selten abgesagt. 

Windige Impressionen von der Laufstrecke.

Da hatten wir schon schlimmeres Wetter. Also standen wir da und nach ein paar sehr windigen Fotos mit unserer Fahne nutzte ich die Gunst der Stunde und fragte Partnerschaftsbeauftrage Stephanie Viefhues: „Soll ich die Fahne den Lauf über tragen?“ 

Sie hatte nix dagegen, wollte selbst so wenig Ballast wie möglich unterwegs mitnehmenn und so hatte ich einen schützenden Helden-Umhang der Stadt Werne mit dabei. Und den brauchte ich auch. Der Sturm sauste über das freie Feld. Und wir mittendrin. Eine stürmische Sightseeing-Tour war das. Mal wehte mir die rot-gelbe Fahne ins Gesicht, mal breitete ich sie aus und sammelte den Wind, mal wurde ich fast erwürgt vom Knoten am Hals. Die armen Franzosen um mich herum kamen hin und wieder auch in den Genuss meiner Fahne und hatten sie mitten im Gesicht.

War auf jeden Fall eine Reise wert und es soll jetzt zum festen Bestandteil werden, dass die Partnerstädte sich gegenseitig zu den Stadtläufen besuchen: Im 6. Juni geht’s weiter bei uns. Mal sehen, welche Fahne dann über die Strecke durch Werne weht. 

Ich kann nur hoffen, dass der Bürgermeister von Capelle, bzw. Nordkirchen, nicht traurig ist, weil ich fremd „gefahnt“ bin. Aber als echtes Werner Mädel war es mir natürlich eine ganz besondere Ehre. Ich kann ja die aus Capelle beim Werner Stadtlauf umhängen...

Die Autorin

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle.

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