So fördert das "Christo" seine  sportlichen Top-Talente

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Thorsten Schröer, Schulleiter am St. Christophorus-Gymnasium, mit den hoffnungsvollen Talenten Louisa Völz, Marko Rosic und Ida Lefering (von links).

Werne – Leichtathletin Ida Lefering, die Tennisspielerin Louisa Völz und Basketballer Marko Rosic – drei 15-jährige Talente aus dem Werner Sport, die das Zeug dazu haben, in ihren Disziplinen Großes zu erreichen.

Auch wurden sie in ihrer Heimatstadt für die Wahl zum Sportler/zur Sportlerin des Jahres nominiert. Dies sehr zur Freude ihres Schulleiters Thorsten Schröer – denn alle drei arbeiten am St. Christophorus-Gymnasium auf ihr Abitur hin. „Es ist einem manchmal gar nicht so bewusst, was sie neben der Schule so machen. Das sind tolle Leistungen“, sagt Schröer. 

Vor allem sind es Leistungen, die fast ohne Sonderbehandlungen erbracht werden: „Ich habe von Ida zum Beispiel noch nie gehört, dass eine Befreiung angefordert worden ist“, sagt Thorsten Schröer, und: „Sie machen hier alle das normale Programm und alle drei sind noch gut dazu. Das ist aber auch Voraussetzung.“ 

Die drei Talente haben schon einen enormen Aufwand für ihren Sport zu betreiben, der sich zwischen zwölf und 20 Stunden pro Woche bewegt – ausschließlich für Training und Wettkämpfe. Hinzu kommen Fahrten zu den Trainingsstätten nach Kamen für Völz, Coesfeld oder Münster für Lefering, ebenfalls Münster für Rosic – und für ihn an den Wochenenden noch Fahrten zu Auswärtsspielen in Bremerhaven, Hamburg oder Hannover. 

Nicht eingerechnet sind bei ihm Lehrgänge zum Beispiel in Würzburg. „Wir als Schule versuchen alles, um ihnen alles zu ermöglichen“, sagt Thorsten Schröer, der damit aber auch an Grenzen stößt: Bei einer Schwimmerin zum Beispiel, die vor- und nachmittags trainieren musste und damit schon deshalb Probleme bekam, weil das Bad in Werne lange nicht zur Verfügung stand: „Da muss man eben abwägen und den Wechsel auf eine Schule in Betracht ziehen, die diese Sportart besonders fördert.“ 

Schienenersatzverkehr als Problem

Ein großes Problem sieht Schröer aktuell in dem Schienenersatzverkehr durch die Gleisarbeiten an der Bahnlinie Münster-Dortmund. Der Bahnhof in Schulnähe sei eigentlich perfekt für Fahrten zu den Leistungszentren. Bei Rosic zum Beispiel wird das Problem derzeit mit Pkw-Fahrten gelöst – ein weiterer Aufwand für die Eltern, die in allen drei Fällen ihren Nachwuchs nach Kräften, aber behutsam und vorausschauend fördern. 

Während Louisa Völz im DTB-Leistungszenrum in Kamen unter Trainerin Dinah Pfitzenmeier und der Oberaufsicht von Bundestrainerin Barbara Rittner heimatnah perfekte Bedingungen vorfindet und auch Ida Lefering – trotz der ab und an langweiligen Hin- und Rückfahrten nach Coesfeld – gerne bis zum Abitur in Heimatnähe bleiben will, sieht das bei Marko Rosic anders aus.

 Der Junioren-Bundesligaspieler aus dem Leistungszentrum Münster wird im Sommer wahrscheinlich in eine der großen Akademien des Landes wechseln. „Bei ihm habe ich mich vor zwei, drei Jahren noch gefragt, ob er als Basketballer noch wachsen wird“, sagt Thorsten Schröer. Rosic hat inzwischen aber beste Prognosen. Bei 1,85 Meter werde sein Wachstum wohl enden, sagt der 15-Jährige, und: „Das ist ideal für einen Spielmacher.“

 Das wissen auch die Scouts von Berlin bis München. Um den Point Guard buhlen derzeit offensichtlich mehrere große Zentren – nicht zuletzt aus diesem Grund hatte ihn die Porsche Akademie Ludwigsburg zu einem Turnier mit den großen Vereinsnamen Europas nach Spanien eingeladen. „Mit seinen Eltern stehe ich ständig in Kontakt, sie machen sich da sehr große Gedanken und wägen alles genau ab“, sagt Schröer. 

Dass das Gymnasium St. Christophorus in der Sportförderung in diesem Fall irgendwann an die Grenzen kommt, ist abzusehen. Als Marko Rosic dem Schulleiter eröffnet, dass er im April außerhalb der Ferien gerne ein internationales Top-Turnier spielen möchte, muss Schröer schon mal kurz schlucken. 

Zwei der drei Talente wollen Profisportler werden

Einmal, erzählt er, habe er bei Rosic ein Veto eingelegt. Kurze Zeit später habe Mar-sha Owusu Giamfi, in Münster als überaus engagierte Trainerin tätig, bei ihm angerufen. „Eines habe ich aus diesem Gespräch gelernt: Lege dich nicht mit dieser Frau an...“, sagt der Schulleiter mit einem Augenzwinkern. 

Für zwei der drei Talente ist klar: Sie wollen nach dem Abitur Profisportler werden. Völz und Rosic können mit und in ihren Sportarten gutes Geld verdienen. Anders sieht es bei Ida Lefering aus: Zollbeamtin lautet ihr Berufswunsch nach dem Abi.

Um von der Leichtathletik gut leben zu können, muss man schon Usain Bolt oder ähnlich heißen. So ist Idas Berufswahl gut durchdacht: Reich wird sie nicht, aber die Bundespolizei gehört zu den größten Förderern in der deutschen Leichtathletik – und bietet berufliche Perspektiven.

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