„Astrohkalypse“ wartet auf Tobias Schulze Froning beim Strongman-Run

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Tobias Schulze Froning (links) und Sascha Welches im Vorjahr nach ihrer Zielankunft. Auch in diesem Jahr gehen die beiden Freunde wieder beim Strongman-Run an den Start.

WERNE - Tobias Schulze Froning nimmt jetzt schon zum dritten Mal an einer sportlichen Herausforderung der ganz besonderen Art teil. Der 43-jährige Stockumer startet am Samstag mit einigen befreundeten Läufern beim „Fisherman’s Friend Strongman Run“ am Nürburgring.

Die Strecke ist zwar nur gut 20 Kilometer lang und entspricht damit in etwa der Hälfte eines Marathons, dafür haben es die zwei Runden extrem in sich. Denn die Organisatoren lassen die weit über 10 000 Starter nicht einfach vom Start ins Ziel laufen. Unterwegs warten pro Runde 15 Hindernisse mit Namen wie Astrohkalypse, Hell Island oder Knochenmühle, die sich den Sportlern in den Weg stellen und ihrem Namen alle Ehre machen.

„Das ist die ganz besondere Herausforderung dieses Laufes. An den Hindernissen staut sich das Feld jeweils auf, es heißt zu warten. Dabei werden die Muskeln kalt. Jeder Sportler muss also seinen ganz eigenen Rhythmus finden und versuchen, sich durchzukämpfen“, sagt Schulze Froning. Er hat am meisten Respekt vor dem „Weichspüler“, einem Hindernis bestehend aus drei riesigen Becken, die gefüllt sind mit jeweils 80000 Litern Matsch, Schaum und fünf Grad kaltem Wasser mit Sägespänen. „Besonders in der ersten Runde, wenn die Muskeln noch kalt sind, ist es nicht besonders angenehm, in diese Becken springen zu müssen“, sagt Schulze Froning, der sonst auch noch vor dem Mount Neverrest kräftig zittert. Dies ist ein 900 Meter langer, sehr steiler Anstieg, bei dem 100 Höhenmeter zu überwinden sind. Erschwert wird der Aufstieg durch mehrere Hindernisse aus Autoreifen und Strohballen.

Auf die Frage, warum es sich Schulze Froning über fast drei Stunden freiwillig antut, sich durch Schlamm und Match zu kämpfen, muss der 43-Jährige nicht lange überlegen: „Es ist einfach die Faszination dieser Veranstaltung. Man muss wirklich an seine Grenzen gehen, um sich durchzukämpfen. Im vergangenen Jahr habe ich mich schon auf der Rückfahrt über das Handy für die nächste Auflage vormerken lassen.“ Damals gelang dem Stockumer auch seine bisher beste Platzierung, Schulze Froning kam unter den 1100 besten Läufern ins Ziel auf der Formel-1-Rennstrecke. „Diesmal habe ich aber keine Ambitionen, so weit vorne anzukommen. 2013 geht es nur darum durchzuhalten“, sagt Schulze Froning, denn die Vorbereitung gestaltete sich extrem schwierig.

Durch den langen und harten Winter fehlen viele Trainingskilometer, dann legte den Extremsportler in der letzten Woche auch noch eine fiebrige Grippe flach. „Da hatte ich fast schon resigniert. Bis ich am 1. Mai erstmals die Laufschuhe wieder an hatte und eine Zehn-Kilometer-Runde gedreht habe. Die ging wirklich richtig locker und deshalb fahre ich jetzt extrem euphorisch an den Nürburgring“, so Schulze Froning.

Falls die Witterung es zuvor doch einmal zugelassen hat, bereitete sich der Stockumer mit Hügelläufen auf der Halde in Bergkamen vor. Allerdings nicht auf den Wegen, sondern querfeldein. „Da bin ich ausschließlich neben den Wegen gelaufen, der Fuß muss sich nämlich erst daran gewöhnen, permanent nicht gerade zu laufen. Wer sich nur mit Joggingrunden auf der Straße vorbereitet, hat beim Strongman Run nicht den Hauch einer Chance“, erklärt Schulze Froning.

Schließlich hat die Veranstaltung spätestens in der zweiten Runde nicht mehr viel mit kontrolliertem Laufen zu tun. „Dann haben sich über 10000 Leute über die Hindernisse oder durch Gräben gequält, da gleicht die Strecke eher einer Ackerlandschaft“, so Schulze Froning. Er fiebert dennoch längst dem Startschuss am Samstagmittag um 12 Uhr entgegen und greift, wenn die ersten Strapazen einmal überstanden sind, auf der Rückfahrt nach Werne dann sicherlich wieder zum Handy. Schließlich ist ja auch 2014 nicht mehr weit. - -ek-

Neben Tobias Schulze-Froning gehen elf weitere Läufer aus Werne an den Start: Michael Armoneit, Franz Josef Eickhoff, Michael Hegner, Michael, Marc Heitbaum, Bernhard Kreyenbaum, Christian und Katharina Lüke, Magnus Schlüchter, René Schröpfer, Sascha Welches sowie Sven Zieseniß. Aus Bergkamen sind 20 Sportler und aus Ascheberg und Herbern vier angemeldet.

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