Wie ein Feldspieler als Torwart den Sieg des SV Herbern erlebt hat...

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So kennt kam Joe Breloh normalerweise - als Feldspieler.

Herbern – „Ich hatte schon ein bisschen die Befürchtung, dass Holger meinen Namen nennen wird – aber es hat ja alles geklappt.“ Joe Breloh, Offensiv-Zugang beim Fußball-Landesligisten SV Herbern, sah sich am Sonntag beim Punktspiel in Deuten plötzlich in der defensivsten aller Positionen wieder:

Trainer Holger Möllers stellte ihn nach 15 Minuten für den verletzten Sven Freitag ins Tor, weil kein zweiter Keeper mitgefahren war: Mit überwältigendem Erfolg für das ganze Team, das mit 5:2 bei der selbst ernannten „Macht am Bahndamm“ siegte und nach Punkten zu Deuten und Werne auf den Plätzen drei und vier aufgeschlossen hat. 

Dass er im letzten Spiel des Jahres nur selten in echte Schwierigkeiten geriet, sagt Breloh, habe er der Mannschaft zu verdanken: „Die Jungs haben nach dem Aus von Sven noch viel aggressiver verteidigt. Sie haben das für mich erledigt und den Gegner weit vom Tor weggehalten.“

 Auch in der Halbzeit ließ er sich nicht warm schießen, sondern ging mit in die Kabine. „Es ging uns eher darum, uns noch mehr zu fokussieren und nicht aufzuhören, Fußball zu spielen“, sagt der 22-Jährige. Das gelang: Amoev schoss schnell das 3:0. „Und das war sehr wichtig für uns“, sagt Breloh, der auch nicht nervös wurde, als Deuten den 2:3-Anschlusstreffer erzielte.

 „Wir haben nach dem Wechsel richtig gut umgeschaltet und haben die mit ihren eigenen Waffen geschlagen,“ sagt Breloh, der sich – als Wechselspieler – übrigens in der Halbzeitpause des letzten Heimspiels gegen Dorsten-Hardt empfahl: „Da habe ich mir gerne die Handschuhe übergezogen und ein paar Paraden gezeigt“, sagt er. Und als unter der Woche im Training klar war, dass Sven Freitag einziger Torhüter im Kader sein würde, „da haben wir noch Witze darüber gemacht“, sagt Breloh, der in Sendenhorst als Sporttherapeut in einem Reha-Zentrum tätig ist.

 Ins Tor möchte er nicht noch einmal, fühlt sich im Moment im offensiv ausgerichteten Spiel zusammen mit Luis Krampe und Marcel Scholtysik im vorderen Trio sehr wohl. „Das passt sehr gut zu uns mit vielen Leuten im Mittelfeld und dem schnellen Umschalten“, sagt Breloh – und sieht einen positiven Nebeneffekt: Es gibt mehr Einsatzzeiten als in der eher defensiv ausgerichteten Findungsphase am Anfang der Saison. Breloh hatte sich im Sommer vom SC Münster 08 verabschiedet, als dieser seine erste Mannschaft aus der Landesliga zurückzog.

 Holger Möllers hatte schon vorher Kontakt und lotste den Rinkeroder an die Werner Straße. „Vom Fahren her ist das sogar günstiger als nach Münster, aber ich kenne in Herbern nicht so viele Leute. Deshalb freue ich mich immer, wenn wir gegen Roxel oder Kinderhaus spielen und ich alte Bekannte wiedersehe.“ 

Den Wechsel nach Herbern hat er nicht bereut, lobt Trainerteam und Mitspieler: „Ich habe nichts zu meckern und bin super aufgenommen worden“, sagt Breloh. Eines geht ihm aber doch ab: Die Münstraner Titelkämpfe unter dem Hallendach. „Ich habe richtig Bock darauf in der Halle zu spielen, ich vermisse die Stadtmeisterschaft“, sagt er. Ein bisschen kleiner geht’s aber auch: „Ich hoffe, dass ich den Davertpokal mitspielen kann.“ Aktuell machen sich Breloh und seine Kollegen natürlich Sorgen um Sven Freitag, der sich ohne generische Einwirkung ein Knie verdreht hatte. „Ich hoffe, dass es nur eine Innenbanddehnung ist und nichts am Kreuzband“, sagt Trainer Möllers. Der Verletzte postete gestern ein Bild in die SVH-Gruppe. Breloh: „Eine genaue Diagnose hat er noch nicht, aber das Knie ist ziemlich dick.

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