Schock nach Randale in Werne

Union-Vorsitzender auf Distanz zu Böllerwerfern

+
Pyrotechnik zündelten die Lüdinghausener „Fans“. - Foto: Paschedag

WERNE - Der Auftritt von jugendlichen Zuschauern aus Lüdinghausen am Samstag am Rande der letztmals ausgetragenen Jugendpokalendspiele des Kreises Lüdinghausen hat den Gesamtvorsitzenden von Union Lüdinghausen, Jürgen Bornemann, geschockt.

Bornemann hat sich „in aller Form“ beim Fußballvorsitzenden des Ausrichters Werner SC, Thomas Overmann, und auch beim Klubchef des betroffenen Vereins SV Herbern, Werner Heitmann, entschuldigt. Thomas Overmann hat die Entschuldigung selbstverständlich angenommen.

Distanziert und entschuldigt sich: Jürgen Bornemann, Vorsitzender des Gesamtvereins von Union Lüdinghausen

Zum Hintergrund: Beim Finale der B-Junioren zündeten 15 bis 20 Anhänger aus Lüdinghausen, teilweise alkoholisiert, im Sportzentum Lindert mehrfach Böller sowie Pyrotechnik (hier unser Bericht vom Sonntag). Zudem schmähten sie den Gegner aus Herbern mit einem Plakat mit der Aufschrift „Fuck SVH“ sowie mit derben Gesängen und Sprüchen.

Harte Strafen angekündigt

„Das hat Konsequenzen“, kündigte Bornemann an: „Wir werden alles ausreizen, was unsere Satzung an Strafen hergibt und mit ganzer Härte vorgehen“, erklärt der Union-Vereinschef.

Bornemann hat sich zudem die Fotos – die auch in dieser Zeitung erschienen sind – zusenden lassen, um die Personen identifizieren zu können. „Die Beteiligten werden bei uns Stadionverbot bekommen. So etwas dulden wir nicht“, kündigt Bornemann an, der sich um des Imageschadens für seinen Verein bewusst ist.

SV Herbern zieht Protest zurück

Und für den Fall, dass darunter Spieler der A-Junioren oder aus den Seniorenteams waren, sagt der Vereinsboss: „Das weiß ich zwar noch nicht, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass wir sie intern sperren werden. Das werde ich wohl durch den Vorstand bekommen“, ist Bornemann überzeugt.

Auch das passive Verhalten und die Aussagen des Jugendleiters Ralf Hönicke („Wer das nicht abkann, sollte ins Kloster gehen“) und des sportlichen Leiters Daniel Schürmann („Emotionen gehören zum Fußball dazu, wir sind ja nicht beim Ballett“) findet Bornemann „völlig unverständlich“.

Werner Heitmann, der Vorsitzende des SV Herbern, kündigte an, dass es keinen Protest gegen die Spielwertung seitens seines Vereines geben wird. Diesen hatte Jugendleiter Toni Brockmeier am Sonntag noch angekündigt.

Kreisvorstand wartet ab

„Wir wollen das Ganze jetzt nicht hochspielen. Es geht um das Verhalten, am sportlichen Ausgang des Spieles (Lüdinghausen gewann 2:1, d. Red.) wollen wir nicht rütteln.“

Heitmann fand das Verhalten der Union-Vertreter – sowohl von Trainer- als auch Jugendvorstandsseite – „schon erschreckend“, weil sie nicht eingegriffen hätten. „Hätten Jungs von uns so ein Fuck-Plakat aufgehangen, wäre ich aber da gewesen und hätte verlangt, dass das abgenommen wird“, sagt Heitmann weiter.

Rainer Gründges

Da es Bilder von dem Vorkommnissen gebe, „ist nun der Jugendkreisvorstand am Zug, um das in einer Sitzung aufzubereiten“, sieht Heitmann den Kreisjugendausschuss um Rainer Gründges am Zug. „Außerdem waren sie ja am Samstag vor Ort und haben alles gesehen.“

Rainer Gründges wird übrigens von sich aus nicht tätig werden bezüglich der Vorkommnisse am Rande des Endspiels im Kreispokal der B-Junioren.

Klicken Sie sich hier in den Spielbericht

Gründges stellte zunächst einmal fest, dass „es so etwas hier noch nicht gegeben habe“. Nach Rücksprache mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband kam er zu der Einschätzung, dass „wir das nicht verbieten können und der Ausrichter Werner SC alles getan hat“.

Gründges wartet nun auf die angekündigte Stellungnahme des SV Herbern, die an B-Jugend-Staffelleiter Jürgen Schmidt (gleichzeitig stellvertretender Jugendausschuss-Vorsitzender) gesendet werden sollen. „Das leiten wir dann an die Kreisjugend-Spruchkammer weiter, die sich dann damit beschäftigen wird“, so noch einmal Gründges.

Er selbst war zwar am Samstag vor Ort, stand aber als Mitglied des SV Herbern „bewusst ganz weit abseits. Deswegen habe ich nur die Plakate und den Rauch gesehen, aber nicht gehört, was da gesungen wurde“. - fraz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare