Eklat bei B-Jugend

"Fuck SVH" - Böllerwürfe bei Kreispokal der Jugend

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Alkoholisierte Anhänger aus Lüdinghausen sorgten für hässliche Szenen beim Kreispokalspiel.

[Update 18 Uhr] WERNE - Pyrotechnik, Schmähgesänge, Böllerwürfe - unschöne Szenen gab es beim Fußball-Kreispokalfinale am Samstag bei den B-Junioren von Union Lüdinghausen und SV Herbern im Sportzentrum Lindert in Werne.

Mehrfach zündeten teilweise alkoholisierten Anhänger aus Lüdinghausen Böller und Pyrotechnik und beleidigten die Herberner Spieler. "Das Abbrennen von Bengalischen Feuern, das Zünden von Pyrotechnik, das Aufhängen von Plakaten an dem Zaun unmittelbar hinter dem Tor unseres Torwartes mit der Aufschrift "Fuck SV Herbern", das Abspielen lauter Musik aus einer mobilen Musikanlage, permanente Gesänge wie zum Beispiel "Gelbes Trikot, rote Haare -raus du Sau" (in unserer Mannschaft haben zwei Spieler mit roten Haaren gespielt) hat mit Sport nichts zu tun und nur den Sinn und Zweck den Gegner - hier Jugendliche - fertig zu machen", sagte SVH-Jugendtrainer Matthias Struhkamp in einer Stellungnahme. Sein in der Bezirksliga spielendes Team verlor mit 1:2 gegen Lüdinghausen.

Der Werner SC als Ausrichter hatte zwei Personen als Ordnungsdienst abgestellt. "Damit haben wir unsere Pflicht erfüllt", sagte WSC-Fußballchef Thomas Overmann. Es wäre an dem Schiedsrichter gewesen, einzugreifen und die Störenfriede in die Schranken zu weisen, erklärt Overmann weiter, der aber selber nicht anwesend war. Und auch Strukamp bestätigt dies: "Ich habe den Schiedsrichter während und nach dem Spiel gefragt, ob er nichts gegen diese Situationen machen kann. Ich bekam die Antwort, dass das Sache des Werner SC sei und er nichts machen könnte."

Protest gegen die Wertung der Partie

Der SV Herbern legt nun Protest gegen die Wertung des Spiels ein. So sagte Toni Brockmeier, Vorsitzender der SVH-Jugendabteilung: "Wir schließen uns da inhaltlich der Meinung von Matthias Struhkamp an. Der Einspruch bezieht sich aber hauptsächlich auf die Vorkomnisse am Spielfeldrand, nicht wegen dem Spiel auf dem Platz. Wir haben den Schiedsrichter mehrmals darauf hingewiesen, dass er einschreiten sollte. Klar haben wir nicht gut gespielt aber unsere Spieler haben sowas noch nicht erlebt. Es ist insgesamt abscheulich, was sich da neben dem Spielfeld abgespielt hat."

Trainer Struhkamp ergänzt zudem: "Auf Grund des Ergebnisses fühlen sich diese Jugendlichen jetzt auch noch in ihrem Verhalten bestätigt, weil die Gewinner des Spiels sofort mit dieser Personengruppe feierten." Struhkamp wehrt sich gegen den Vorwurf, ein schlechter Verlierer zu sein. " Mir war klar, dass mir vorgeworfen wird, als schlechter Verlierer einen Grund für die Niederlage zu suchen. Wir Trainer haben aber gesagt, dass wir trotz der Vorfälle ein Signal setzen und geschlossen wieder auf den Platz gehen, um bei der Pokalübergabe anwesend zu sein und zu gratulieren", so Struhkamp. 

Das sagt die Gegenseite

Daniel Schürmann, sportlicher Leiter und A-Jugendtrainer von Union Lüdinghausen, fand das Ganze nicht so schlimm: "Wir sind hier beim Fußball und nicht beim Ballett. Emotionen gehören beim Fußball dazu." Allerdings räumte er auch ein, dass in einigen Situation seine Jungs übertrieben hätten und er wirkte auf diese ein: "Wichtig war, dass sie zum Beispiel nicht auf den Platz gelaufen sind." Schürmann betonte zudem, dass das Spiel fair abgelaufen sein. "Und die Spieler haben sich nach dem Schlusspfiff abgeklatscht." Allerdings nicht gut fand Schürmann, der auch die erste Seniorenmannschaft der Lüdinghausener trainiert, dass die Herberner den Weg an die Öffentlichkeit gesucht hätten, anstelle zunächst mit Lüdinghausen zu sprechen. - fraz/nip

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