Für Rebecca Graeve ist der Traum von Sotschi geplatzt

BERGKAMEN - Der Bergkamener Sport wird bei den Olympischen Spielen in Sotschi nicht vertreten sein. Am Mittwoch hat A-Nationalspielerin Rebecca Graeve auch offiziell erfahren, dass sie nicht zum Aufgebot des Deutschen Eishockey-Bundes stehen wird.

Ursprünglich hatte Bundestrainer Peter Kathan ihr noch per E-Mail mitgeteilt, dass sie auf Abruf stehe. „Aber auch auf der Liste bin ich jetzt nicht mehr. Ich denke, das ist für dieses Jahr eindeutig“, sagt die 20-jährige Verteidigerin.

Für das olympische Turnier sind nur 18 Feldspielerinnen sowie drei Torhüterinnen zugelassen; dies im Gegensatz zur Weltmeisterschaft, bei der der Internationale Eishockeyverband (IIHF) 20 plus drei Aktive zulässt.

„Jetzt weiß ich wenigstens Bescheid“, sagt Rebecca Graeve, die ihr Ticket für Sotschi wohl im Dezember verloren hat, als sie eine Krankheit zurückgeworfen und die Teilnahme an dem für sie entscheidenden Sichtungsturnier in Schweden gekostet hat.

Die Enttäuschung ist natürlich groß, „aber ich geh’ aufs Eis und mach weiter. Es bringt nichts, wenn man sich hängen lässt“, sagt sie. Schon am vergangenen Wochenende in Memmingen, als das Olympia-Aus für sie schon mehr als eine Ahnung war, habe sie neue Motivation gefunden, denn: „Da standen auf der anderen Seite einige Spielerinnen, die mitfahren werden. Da war der Reiz schon groß, einmal zu zeigen, dss nicht unbedingt die Richtigen im Kader für Sotschi stehen“, sagt Rebecca Graeve.

Ihre Ziele verfolgt sie nun weiter mit ihrem Bundesliga-Verein – allerdings gibt es für sie und ihr Bergkamener Team eine lange Spielpause bis zum 1. März. „Ätzend“ sei das, sagtg Graeve. Die Bergkamener trainieren trotz ihrer großen Verletzungssorgen durch, denn die folgenden beiden Spiele gegen Ingolstadt sind besonders wichtig, um den vierten Platz in der Liga zu untermauern.

Der nämlich berechtigt zur Teilnahme am Final Four-Turnier um den DEB-Pokal, das in Memmingen ausgetragen wird. Es wäre ein versöhnlicher Abschluss.

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Rebecca Graeve hofft auf ein Ticket für Sotschi

Ihre Mutter, sagt Rebecca Graeve, sei sogar erleichtert gewesen, dass es mit Sotschi nicht geklappt habe. Die politischen Diskussionen, die jüngsten Selbstmordattentate in Wolgograd und die Anküdigung des Islamisten-Anführers Doku Umarow, die Spiele „mit maximaler Gewalt“ zu verhindern, zeigen Wirkung. Dass ihr Nationalteam beeinträchtigt wird oder gar in Gefahr gerät, glaubt Rebecca Graeve nicht. „Ich denke, dass so kontrolliert wird, dass die Sportler sich auf den Sport konzentrieren können.“ Bei allen Nebengeräuschen zähle nur eines: „Die Olympischen Spiele sind der große Traum. Das große Highlight.“

Diesen Traum will sie sich noch erfüllen: „Es geht für mich weiter. Mal sehen, was in vier Jahren ist. Mit 24 Jahren ist ja noch alles möglich“, sagt sie. Dann finden die Olympischen Spiele nach Stand der Dinge vom 9. bis 25. Februar 2018 in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang statt. - gu

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