Corona-Pandemie

"Eisenmann" Kamil Jablonski und die Werner Triathleten trainieren ohne festes Saisonziel

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Kamil Jablonski

Werne – Es war alles so schön geplant: Trainingslager auf Lanzarote, Start als Aufsteiger in die NRW-Liga und für die Nummer eins unter den Triathleten des TV Werne Wasserfreunde, Kamil Jablonski, die Teilnahme am Ironman im norditalienischen Cervia (Emilia Romagna) am 19. September. Das aber liegt im europäischen Epizentrum der Corona-Krise und deshalb in weiter Ferne.

Und durch die massiven Einschränkungen im Zuge der Bekämpfung des Virus auch hierzulande trainieren die Dreikämpfer des Turnvereins derzeit ebenfalls ohne festes Ziel. „Aber wir trainieren natürlich für uns weiter, weil uns dieser Sport Spaß macht“, sagt Kamil Jablonski, der nach einem herausragenden Jahr 2019 mit der Teilnahme am Ironman auf Hawaii sportlich erst einmal kleiner denken muss. 

Der nordrhein-westfälische Verband (NRWTV) hat – wie in den meisten anderen Sportverbände – alle Aktivitäten bis zum Ende der Osterferien am 19. April ausgesetzt. Ob der Start in die Saison der NRW-Liga am 10. Mai in Buschhütten für die Werner Mannschaft des Jahres 2019 tatsächlich stattfindet, lässt sich ebenso wenig vorhersagen wie der weitere Verlauf mit den Stationen in Gütersloh, Verl, Krefeld und Ratingen.

Trainingslager auf Lanzarote abgesagt, Heimtrainingslager ist keine Option

 „Da gibt es natürlich auch noch keine offizielle Ansagen“, weiß Jablonski. Das Trainingslager auf Lanzarote, das Ende März zur Vorbereitung auf die Saison nach zuletzt drei Aufstiegen in Folge stattfinden sollte, wurde relativ frühzeitig gecancelled, nachdem die spanischen Behörden zur Bekämpfung von Covid-19 drastische Maßnahmen eingeführt und auch ergriffen haben. 

„Wir stehen ja im Austausch mit vielen Kollegen. Also, wenn ich alleine mit dem Rad fahre, sehe ich keine Gefahr, mich oder andere anzustecken. Aber die spanische Polizei hat da rigoros die Leute vom Fahrrad geholt und sogar in die Hotels begleitet.“ 

Dass Lanzarote nicht mehr auf dem Plan steht, weil die spanischen Behörden die Grenzen geschlossen haben, ist für Jablonski nicht so dramatisch: „Wir haben uns natürlich sehr darauf gefreut, aber die Maßnahmen der spanischen Behörden sind natürlich auch nachvollziehbar. Wir sehen das relativ gelassen, denn wir sind keine Profisportler und machen das als Hobby, auch wenn wir es leistungsorientiert betreiben“, sagt Jablonski. 

Jablonski geört als Polizisz zur Risikogruppe

Aktuell stehe man in einem ständigen Austausch mit dem Veranstalter, um die finanziellen Einbußen durch die Absage in Grenzen zu halten. Gelinge dies nicht, sagt der 34-Jährige, „würde das schon weh tun.“ Jablonski, der als Bereitschaftspolizist durch viele Personenkontakte zu den Risikogruppen gehört, mahnt alle, die jetzt individuell trainieren, natürlich zur Vorsicht.

 „Man ist von den Einheiten schon etwas geschwächt. Man sollte aber nicht in Panik verfallen, die Hygienevorschriften befolgen, keine Hände schütteln und Abstand halten“, sagt er, dann sei man relativ auf der sicheren Seite. So haben die Werner Triathleten auch den Gedanken an ein Heimtrainingslager ebenfalls schnell wieder verworfen. Der Austausch erfolgt über die sozialen Medien, trainiert wird aber ausschließlich individuell, wobei sich einige Einschränkungen ergeben durch die Schließung der Fitnessstudios und der Sportbäder. Rad gefahren wird nicht nur bei Jablonski zu 90 Prozent zuhause auf der Rolle und gelaufen wird draußen. 

Schwieriger wird es beim Gerätetraining. Die eine oder andere Hantel habe man zuhause, sagt Jablonki, er selbst hat die Möglichkeit, bei der Polizei unter Einhaltung aller Hygieneregeln an die Geräte zu gehen. Schwierig wird es mit dem Schwimmen, aber auch da findet er eine Lösung: „Am Sonntag war ich noch in Lünen im Lippebad. Das war schön leer. Aber das geht ja auch nicht mehr. Zur Not geht es eben ins Freiwasser. Die Temperaturen sind okay und mit Neopren ist das kein Problem..

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